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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-06-18 · Heft 25 (18.6.1861) · p. Seite 355

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 25 (18.6.1861)
Date
1861-06-18
Page
Seite 355 (sequence 7)
Language
German
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m ütrb Dorschuntz, dem Kenner 'Vergnügen und die' Kunde manches sckderwn 'Stückes bringen wird. — Wir fügen dem nun nvch die Hinweisung auf die ReRgionskatdchismen -hMKu: .^Leitfaden für den Unterricht in der iftadt^ tischen REgion. Von vr. E. B. Cahn, zweiter Rabbiner in Mainz. Zweite durchgesehene und vermehrte Auflage Mainz, 1860." — „Kurzgefaßte Religions-Sittenlehre der Israeliten. Zum ersten Unterrichte. Als Leitfaden für hebräische Krons - und Privatschulen. Von R. I. Wunderbar. Riga und Leipzig, 1860." — kssonee of1Uäai8m. Isaav T. Wise. Cincinnati, 1861." — Bei diesen, aus so verschiedenen Gegenden der Erde (Deutschland, Rußland u. Nordamerika) stammenden Schulbüchern erkennt man so recht, wie das Bedürfnis nach den Localitäten verschieden ist und daher denselben in sehr verschiedener Weise und Gestalt zur Behandlung bringt. Wir wollen jedoch hier keine Vergleichung anstellen, sondern nur bemerken, daß alle drei Leitfäden in ihrer Art brauchbar und zweckmäßig sind und Ziemlich denselben Standpunkt inne haben. Wenn man dir sänuntlichen jüdischen Religionsbücher der Neuzeit überblickt, so fällt es auf, wie sich dieselben alle'sammt streng auf biblischem Grund und Boden befinden, einen sehr kurzen, fast scheuen Blick auf den Talmud werfen, dessen Titel fast sie nur nennen, sonst aber weder negativ noch affirmativ das traditionelle Judenthum in Betrachtung ziehen. Wir wollen diesen Umstand hier nur constatiren, und werden bei einer andern Gelegenheit diesen Gegenstand, ohne auf bestimmte Schriften zu rücksichtigen, besprechen. — Magdeburg, 2. Juni. Unter dem Titel soll in Lemberg vom 12. Juni an eine neue Wochenschrift erscheinen, welche die k. k. Verordnungen, Neuigkeiten, Handels- und Coursnachrichten, Ueberstchten der Weltereignisse u. dgl. enthalten soll. Der Redaeteur ist der Buchdrucker A. I. Menkes in Lemberg. Lehrer I. Löwenstein in Rietberg macht in einer Zuschrift an uns darauf aufmerksam, daß in der Bearbeit tung des Lehr- und Lesebuchs von Haester durch Emanuel Hecht für israelitische SchÄen sich S. 159. ein Gedicht „die Edelsteine" nach der Beschreibung des Ephod befindet, worin es heißt: „Der Rubin. Roth wie Dein Blut bin ich, mahne an Christum Dich, der einst in Schmerz und Roth auch für Dich litt den Tod rc." Ein anderes Curiosum der Art findet sich S. 178. — Es ist sonderbar, daß die Bearbeiter von Lehr- und Lesebüchern für die israelitische Jugend immer und immer wieder dergleichen Verstöße begehen. So erhalten wir bvN Sichrer Louis W^eh l in Frankfurt a. d. O., unftrm fleißigen Correspondenten, eine ausführliche Beurtheikung der zwriken Auflage des von Joel Nathan für die israelitische Jugend bearbeiteten KinderfreundeS von Preuß und Vetter, welche aber zu ausgedehnt ist, um hier gimzinitgetheilt zu werden. Wir geben daher hier die Hüuptstellen. Das Lesebuch, von welchem Herr JvelNath a n eine „Bearbeitung für ifrael. Schulen" geliefert, der Preüß- Vetter'sche Kinddrfteund, ist ein rein christliches oder wenigstens ein zuvörderst für christliche Schulen bestimmtes Buch — Und enthält als solches nicht blös ^kleine Und größere Sätze, Gedichte und ganze Lesestücke von rein christlicher Tendenz'", d. h. solche, in denen ausdrücklich von Christus Und seiner Lehre die Rede, in denen so zu sagen „das Christenthum handgreiflich" ist, — sondern auch noch sehr vielt: Piecen, welche, wenn fle auch des Christenthums nicht mit einem einzigen Worte erwähnen — doch nichts desto weniger auf „christlich er Anschauung" beruhen, doch nichts desto weniger im R. T. und in dieftm ähnlichen Schriften wurzeln. Und wenn nun Herr I. N. gerade solche Stücke stehen ließ, — hat er da seine Aufgabe treu erfüllt? Gewiß nicht. — Betttt wenn dergleichen Lesestücke auch gerade nicht direct Scha - d e n bringen, wenn von ihnen in der Hand eines wahrhaft jüdischen Lehrers —«■ auch eben so wenig, wie bön der freMdgeistlichett Jnspedtion irgend ein wirklich nachtheiliger Einfluß auf die jüdische Jugend zu befürchten ist, so sollten sie doch schon darum uus uns fern Lesebüchern fern bleiben, weil sie keinen wesentlich e n N UH e n gewähren, und weil die Zeit, die ihre Behandlung in Anspruch nimmt, zu etwas Besserem verwendet werden könnte. Herr I. R. wird es mir also gewiß nicht verargen, wenn ich ihn hiermit (ick NäMeU uüd im Sinne vieler Eollegen) freuttdschastlichsi ersuche, bei einer nochmaligen Säuberung seines Buches, resp. bei einer etwa zu veranstaltenden „dritten Auflage" in Berücksichtigung obiger Gründe folgende Bemerkungen sä notäm nehmen zu wollen: Seite 7, Stück 13. Der Satz: „Der Sonntag vor Ostern heißt der Palmsonntag", tritt in einem jüd. Lesebuche und unter jüd. Kindern als Fremdling aüf, dessen Bekanntschaft ittdeß für die Letztertt durchaus viel zu wenig Interesse bietet, als daß auf seine Behandlung auch nur einige Minuten Zeit vergeudet werden sollten. —' 2)ä es aber hier lediglich darauf attkoMmt, die Anwendung der Präflositioüett anschaulich zu machen, so

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