Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1861)
- Date
- 1861-06-18
- Page
- Seite 354 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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der jüngsten Nummern der Mg. Zeit. d. Iud. eine Noftz verkommt, laut welcher den Juden in Ungarn das freie Niederlassungsrechf und der Ankauf vom Mundstücken nicht gestattet wäre; doch dem ist nicht so; die. Judengnüeße» alle Rechte! und stehen in Nichts den ander.» Bewohnern unseres Vaterlandes nach,, nur daßsie sowohl das aktive alsauch das passive Wahlrecht nicht, ausüben können, was natürlich sehr viel ist, doch wurde ihnen auch dieses Recht in sehr vielen L)rten gestattet. Zn dem verflossenen Zahrzehen-d ist es wohl der absolutistischen Regierung eingefallen, den Inden den Ankauf von Grundstücken zu verbieten, aber nach dem unglücklichen Ausgänge des italienischen Krieges wurde dieses Verbot bekanntlich wieder aufgehoben, und es ist Niemandem, eingefallen, dasselbe wieder einzuführen. Durch de» Umschwung, d.er DiNM iD unserem Vaterlande, haben die Inden, gax nichts. verMe»,, federn nur gewonnen; deiln schwerlich kann es ein Verlust von Rechts wohlthaten genannt werden, daß z, B. unsere Gemeinden jetzt, im vollen Besitze der Selbstverwaltung sind, daß die Sttzünge» der Gemeinderepräsentanzp ohne das. Beisein von Commissären echgehalten werden, daß die Behörde sich in Cultusangelegenheiten nichtim. Geringste» einme.ngt, daß die katholische Geistlichkeit, welche zwar hier, zu Lande sehr liberal ist, nicht mehr das Recht zur Beaufsichtigung, unserer Schulen auöübt, daß die Wahl der Schulbücher jetzt frei steht, daß. jetztbei Verehelichungen die von dem gewesenen Systeme ausnahmsweise für die Juden eingeführte Bewilligung der politischen Behörde nicht mehr benöth.igt wird und mehreres Andere. Es ist uns überhauptnoch kein. Recht, welches wir bereits besaßen, entzogen worden. G. Literarischer Wochenbericht. Magdeburg, 3. Jurst, An Schul- und Unterrichtsschriften. sind außer den in den letzten Nummern erwähnten hier folgende, hervorzuheben: „Biblische Geschjchte. für die.Israel. Jugend. Bearbeitet von Leopold Breuer, emerit. Religionslehrer in.Wien. Erster und zweiter Theil. Dritte umgearbeitete und, vermehrte Auflage. Wien 18.60 und 18Q i." Schon in unserem Referate über die früheren Auflagen haben wir uns über die ta^volle, feine und doch durchaus verständliche Bearbeitung, des wichtigen Gegenstandes in. der vorliegenden Schrift geäußert, welche dieselbe zur Einführung in mittlere und höhere Schulen dringend.- eyipfthlenläßt. Per. erfto Mil geht bis zum Ende der Richterzeit und. enthält-an geeigneter Stelle auch eine anziehende. Beschreibung Palästinas. Der zweite Theil reicht vom Beginn des: Königthums bis zur ersten Zerstörung Jerusalems in seiner ersten Abtheilung, in der zweigten vom babylonischem Eril bis zum Abschluß des Talmuds, so daß die. Schrift allerdings weit über ihren Titel hinausgeht, indem sie sogar, einige Blicke bis in die Emancipationszeit. wirft. Mag es dem ehrenwerthen Verfasser noch lange gegönnt sein, die segensreiche Wirksamkeit seines Werkes: selbst zu gewahren— „Der Unterricht im Hebräischen. Methodische Anleitung für israelitische Lehrer und die es werden wollen. Von % Klingenstein, Lehrer in Odernheim. Oppenheim a/Rh. und Darmstadt, 186l." Diese Schrift soll eine Art Methodologie für den Unterricht im Hebräischen und den israelitischen Schulen sein, und bringt hierüber manche .gute Ansicht, so wie eine systematische Aufstellung. . Obgleich wir nicht glauben, daß jeder Lehrer nach diesem Schema seinen Unterricht zuschneiden, möge-. da hierbei-auch die Lokalität, SchulzM n. s. w. mitsprechen, so wird doch die Lesung dieser. Schrift auf jeden.Lehrer anregend, wirken und die Herbeiführung einer methodischen.Unterrichtsweise, die an den meisten Orten nochimmer auf sich warten läßt, wesentlich fördern.; Weiter hinaus, als die Grenzen der jüdischen Schulen, führt: „im»*’» -in« nsiö ■»‘■pro Sbis MiDm-opi ■’ftp bans»? nrr. b7^. .hnnbnrt.. Blumenlese neuhebräischer .Dichtungen geschichtlichen und literarhistorischen Inhalts v.om zweiten: bis zum vierzehnten Jahrhundert, chronologisch geordnet von Dr. H. Grätz: Erstes Heft. Breslau, 186,1." Das vorliegende erste Heft dieser Anthologie, freilich, nur 3L Seiten, stark, befaßt 8 Nummern. Ein Räthsel von ips raysriw (170—200), ein Klagelied von 1?3-. pBö (300—330), der Tenrpeldienst am Versöhnungstage nach dem Alphabet (zehn Mal jeder Buchstabe) von viri^n p •w (650), Briese von ttöiti'niüw pvnö pi DT-1272 (910—965), ein Loblied aus lli",BD. p pnd8! p riori (an welchen auch die vorhergehenden Briefegerichtet) von -N3273. U8."i2-b pr (916—970), zwei Lieder von zwei Schülern desselben, endlich das- 179 Zeilen starke d2>wn 20.m von 1183 .■»Nrt-. H (969—1038) bilden den Inhalt. Der Verfasser hat sich noch nicht'über Plan und Inhalt des ganzen Werkes ausgelassenauch nicht, ob er etwa kurze biographische Andeutungen, so wieerklärende und Mische Anmerkungen hinzufügen würde —-- jedenfalls aber bietet er. eine schöne und interessante Sammlung darwelche: hem Studirenden Lust zu weiterer Kenntnißnahme