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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-06-04 · Heft 23 (4.6.1861) · p. Seite 330

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 23 (4.6.1861)
Date
1861-06-04
Page
Seite 330 (sequence 10)
Language
German
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330 Magdeburg, 27. Mai.. Wir find der verehrlichen Redaction des: Levant ^u vielem Danke verpflichtet, daß fie unfern an die.-Regierung des Sultansgerichteten. Artikel' über -die Verfolgung der Juden durch die bekannte Beschuldigung, welchen wir in No. 21., dieser Zeitung gegeben, bereits in ihrer Nummervom 25.. Mai ün seiner ganzen' Ausdehnung veröffentlicht hat, indem sie sich -zugleich entschieden auf die Seite der Gerechtigkeit und Humanität stellt. Nach einem Berichte desselben Blattes versichert man, daß man in Konstantinopel damit umgehe, ein Conseil aus Abgeordneten der verschiedenen - Gemeinden. der Räsas zu bilden, das sich , zu bestimmter Zeit unter dem Vorsitz des Großveziers mit berathender Stimme versammeln solle, um sich mit der Verbesserung der Lage aller dem Islam nicht angehörigen Unterthanen des Reiches zu beschäftigen. Der- Levant bemerkt: „Die Absicht ist vortrefflich; aber sind die Christen und Israeliten, die Muselmänner und die übrigen Bewohnerder Türkei reif zu einem constitutionellen Regime? Wir glauben dies nicht. In der gegenwärtigen Lage des Reiches muß die Initiative von der Regierung ausgehen, eben so wie die Maßnahmen der Ordnung und der. Duldsamkeit. Jahrhunderte des Erlöschens und der Nullität lassen ihre Spuren auf den Charakteren zurück; es gab weder Fusion noch Gleichheit unter den Osmanen und den Rajas; Letztere hatten keine militärische Gleichberechtigung beim Dienste in der Armee; sie haben alle ihre Vorurtheile beibehalten; und die Traditionen des Servilismus im byzantinischen Reiche haben sie nicht zu der Rolle eines Bürgers vorbereitet." Italien. Aüß Oberitalien, im April. (Privatmitth:) Vor einigen Wochen besuchte ich ein Paar Gemeinden, über welche ich Ihnen das Wichtigste mittheilen will, was ich dort Bemerkenswerthes vorgefunden. In Triest hettscht ungeachtet der äußerst fühlbaren Stockung im.Handel, von welchem besonders die Blüthe jener Stadt abhängt, dennoch: ziemliche Regsamkeit im israelitischen Gemeindelebett. Außer den vortrefflich geleiteten und reichlich unterhaltenen Humanitäts- und Unterrichtsanstalten, welche bereits seit vielen Jahren in jener Gemeinde bestehen, wurde durch die Bemühung und auf Anregung des vor ein Paar Jahren; dorthin berufenen Rabbiners , Herrn 'Professor Marco -Tedeschi von '< Vercelli; -- auch eine iKleinkinderbe-- wahranstalt errichtet, welche nach -den'erstenMonaten ihres -Entstehens - insFolge der mildthätigenBetheiligüng der begüterten und Mittelclasse bereits: in kräftigem Aufblühen begriffen -Es-darf nichi'unerwähnt bleiben,: daß im vorigen Jahwnoch auf regelmäßigem Wege unter Zustimmung. -des Oberrabbiners, durch Gemeinvebeschlußfämmtliche^ Piutim);mit! Ausnahme l-eimger- -für wirrn: und.>1^2. beibehalttznen-Stücke, in jenen Gemeinden abgeschafft worden sind. -^ Äls dankbar anzuerkennende Einrichtung will ich Ihnen' berichten, - daß die in Capo d'Jstria bestehende militärische- Sttafanstalt auf Anregung -und Kosten der österreichischen Regierung für die Sträflinge israelitischer Religion ein eigens zu diesem Behüfe eingerichtetes Betlocal besitzt, und daß von Zeit zu Zeit Triefter Religionslehrer dorthin berufen, werden, um daselbst -deutsche: religiöse Vorträge, zu halten. Welch einen wohlthätigen Eindmck macht -diese väterliche Aufmerksamkeit auf das Gemüth der jüdischen-Soldaten! -m : v: -> . Ueber das Paduaner Rabbiner-Institut kann -ich Ihnen für jetzt nur so viel sagen, daß seine Eristenz nun nicht mehr so gefährdet ist, als es früher schien. Wie es scheint, ist die Hauptstadt der Lombardei (Mailand) nahe daran, eine der bedeutendsten israelitischen Gemeinden Italiens zu constituiren. Es eristiren jetzt daselbst mehr als 700 meist wohlhabende Israeliten. Es bestehen auch bereits sehr viele Einrichtungen für das religiöse und öffentliche Gemeindeleben, und es bedarf nur einer leisen.Anregung vom Innern der Gemeinde aus, um dieser stets noch im Wachsen begriffenen Körperschaft die gesetzliche Basis zu verleihen. Wie es heißt, wird in diesem Falle zum Bau eines schönen und. geräumigen Tempels geschritten werden. Das jetzige Mendel'sche Bethaus ist zwar anständig, auch für die gewöhnlichen Tempelbesucher hinreichend; allein an Feiertagen ist die Ueberfüllung bereits sehr fühlbar. K 0 rf u. ' ' Korfu (ionische Inseln), 13. Februar, (^rod. isr.) Wir. haben hier als -einzige israelitische Unterrichtsanstalt nur eine Talmud-Thoraschule, in der man Hebräisch, Griechisch, Englisch und Italienisch lehrt; unglücklicher Weise nöthigen die beschränkten Umstände der Eltern einer großen Anzahl junger Leute, welche diese

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