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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-06-04 · Heft 23 (4.6.1861) · p. Seite 329

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 23 (4.6.1861)
Date
1861-06-04
Page
Seite 329 (sequence 9)
Language
German
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uMtzL^tVNlMmstermm Schmerling-zur Wahcheit: wird. Es - werden. Ihnen die- SturmpetitionenÄon Seiten Vör Tyrpler geg-en! das Protestanteng esetz /bekannt 'seim u Herr v. Schmerling - - Wird, -jedoch nicht zurückweichen.: -Es ist auch als'gewiß vorauszusetzen,-daß-er mit gleicher Energie die-Rechte der Juden Äertheidigen wird.- Ebenso -ist die-gegründete Hoffnung vorhanden, daß das- - österreichische j Herrenhaus .eine- -ändere Stellung : :zu: - denpolitischen. Fragen überhaupt und - zur - Judenstage. Lnsbesöndere einnehmenwird:,-, alsdas preußische -Herrenhaus. Die Juden in Ungarnwerden wohl von, der „reactionären" Regierung in Wien, -nicht aber-von den „ultraliberalen"/Magyaren! die Freiheit und die Gleichberechtigung erhalten. Es. wäre übrigens im Interesse der Sache, wenn die^ Verhandlungen,, welche beim Grafen Karoly gepflogen wurden, veröffentlicht würden. Wir können - es. nicht glauben , - daß - Low. ein Verräther ist, und? -sind, wir überzeugt, daß er mannhaft für die Rechte seiner Glaubensbrüder -eingestanden ist. . Zum. Schlüsse noch eine Bemerkung. Das ehemalige Comitö zur Neuconstituirung der mahrischeü Gemeinden hat bezüglich des leidigen Hirsch-Frankel'schen Streites eineErklärung .abgegeben. Es ist zu bedauern, daß diese officiellen Erklärungen für Hirsch so ungeschickt abgefaßt find. Herrn Hirsch wird nachgerühmt: „eine eben so wohldurchdachte als verstandesklare Auffassung des Talmud und dessen Commentatoren." Ich gestehe auftichtig , für den Schüler eines Seminars wäre-das ein Lob, für einen ehemaligen Landesrabbiner ist es ein Tadel. Man denke sich nur, wenn Jemand von dem seligen Marc. Benedict oder N: Trebitsch so spräche!: Unter den Herren, die Herrn Hirsch dieses Lob ertheilen, find übrigens auch Solche, die „das Meer des Talmuds" nicht zu durchschiffen verstehen. Am sonderbarsten aber ist es, daß darunter auch Herren find, welche zu Denjenigen gehören, welche, wie die Anekdote berichtet,.- ein Stück Schinken in der Hand haltend, sprechen : „Ich gebe nicht das kleinste Stück vom alten Judenthume auf"; oder um mich anders auszudrücken und zwar nicht bildlich: welche am Sederabend Jungschweinernes mit Mazzabrösel essen. N. ’ S. So eben lese ich im „Pesther Lloyd", daß Herr Oberrabbiner vr. Meisel in Pesth - bei Gelegenheit des niEiz» am Schewuöthsest auch des verstorbenen Teleki gedachte. Ich glaube, daß frt weder nach Hirsch'scher noch nach Frankel'scher Auslegung als nnb zu betrachten ist; dieses Gebet für die; Verstorbenen ist vielmehr, nicht -jüdischen Ursprunges. Ich gehöre auch nicht zu Denjenigen, die den Selbstmörder, außerhalb des Gottesackers rc. wollen .bestatten lassen. Nachtalmudischen Begriffen giebt es überselteneinen: rm> 172LA -dn?:, von welchem der Satz gilt Nichts desto weniger ist es auffallend -daß einr Rabbinereinen Selbstmörder unter den Frommen: und Gerechten aufzählt. Wir begreifen es überhaupt nichts warum sich die Synagoge in die'Welthändel mischt. ■p“’ heißt es vom Hohenpriester,'das Heiligthum: selber soll aber am allerwenigsten in die Tagesarena eintreten. Wir begreifen wohl die schwierige Stellung unserer Mitbrüder in Ungarn; in jedem Falle aber ist es überflüssig, Demonstrationen zu machen, wenn sie nicht dringend geboten sind. Rußland. ' Warschau, 19. Mai. Aus einem Berichte der „H. B.-H." ersehen wirdaß unter den in Modlin Verhafteten' auch zwei Israeliten sich befinden, daß aber nach, dem Berichte des Präsidenten der Untersuchungs- Commission Beweise für ihre Vergehen nicht geliefert werden konnten. Es heißt daselbst: „Unter Andern befindet sich auch der Sohn des sehr reichen Banquiers und Präses der Eisenbahngesellschaft, Nikolaus Stanislaus Epstein, in dieser zweiten Kategorie wegen Aushissung des weißen Adlers am Gebäude der Boden- Credit- Gesellschaft, in welchem der Agricultur-Verein Sitzung hielt; ferner Arenstein Sender Gezel, ein Israelit, beschuldigt, die Zusammenrottung im Krasinskiffchen Garten angeführt, sie nach dem Kirchhofe und vor das Schloß geführt zu Haben. Gegen alle diese Leute, sagt der Bericht, hat trotz wiederholter Aufforderung des Gerichts die Kanzlei keine Jndicien, Anhaltepunkte oder Gründe ihrer Schuld beibringen können. Die . Polizei, heißt es ferner, hat kein Material zur Untersuchungkeine Beweise,-keine Jndicien dem Gerichte.vorgelegt, obgleich. seit dem 29. November Volksversammlungen an verschiedenen Orten stattfanden, ohne daß man sie inhibirte, die Polizei als Präventivbehörde dieselben hätte vereiteln und die Urheber wie den Tatbestand ermitteln können, um das Gericht in Stand zu setzen, die Autorität zu unterstützenum die Ruhe im Lande zu erhalten.. Das ist das bisherige Resultat der vorgängigen gerichtlichen-'Gvmittelung." ' . , v-k

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