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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-06-04 · Heft 23 (4.6.1861) · p. Seite 328

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 23 (4.6.1861)
Date
1861-06-04
Page
Seite 328 (sequence 8)
Language
German
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Horwitz stehende isräetitifche Schüllehrer-Semitt wr zu Berlin hat gegenwärtig schon einige über zwanzig Zöglings zu benehr: ibtc immer — das. Größherzögthum Posen das bedeutendste Contingent gestellt hat. Zu- Michaelis d. I. wird der dritte Lehr-Eursus, resp. die oberste Seminarclasse eröffnet werden,'so daß wir zu Michaelis 1862 schon die ersten Lehrer' aus diesem jungen Institute' zu erwarten habem Die Direction eines Mannes, wie H ö r w itz, bürgt düftu, daßwir wirkliche Lehrer erhalten werden, und da der Gesang- und Musikunterricht Lewändowskis Händen anvertraut ist, so sind wir wohl berechtigt, in den neuen Lehrern auch gut gebildete Tan Loren, resp. Chor-Dirigenten zu erwarten. — Die ebenfalls unter der Direction des Rectors Horwitz stehende israelitische Gemeinde - Knabenschule zu Berlin, welche vor ^12 Jahren mit 4 Massen eröffnet würdeist — Beweis genug für die Trefflichkeit-der Leitung und die Tüchtigkeitder an der Anstalt wirkenden Kräfte —^ wegen immer zune hmender Freguenz jetzt schon bis zu elf Elassen erweitert, in denen außer dem Dirigenten 15 Lehrer thätig sind. Der Raum, in dem bisherigen Schulgebäude ist bereits zu eng und deswegen ein Neubau beschlössen worden. — Nicht minder aber sind es' die unter Engelm an n s Leitung stehende Mädchenschuleso wie die Dr; Ro sin'sche Religionsschule (beides Gemeinde-Institute), welche ihrer guten Leistungen wegen einer fortwährend wachsenden Frequenz sich zu erfreuen Haben. Dasselbe kann endlich noch von der Religionsschule gesagt werdenwelche — nun beinahe anderthalb Jahre bestehend — durch den Talmud-Verein erhalten und von Hrn. Dr. Friedländer geleitet wird. — In ganz neuester Zeit ist in Berlin durch einen Dr. A. Levy, der aus Oberschlesien dorthin übersiedelte, eine Pritzat-Religionsschule errichtet Wörden. — Dr. Landsberger, Vorsteher einer israelitischen Pensions-Anstalt und einer Privat-Religionsschule in- Berlin, hat von Seiten des Gemeinde-Vorstandes die Erlaubniß erhalten, seine Zöglinge öffentlich in der Synagoge zu confirmiren. — Im Schöße der Reformgemeinde scheint man an die Wiederbesetzung der ersten Predigerstelle vor der Hand noch nicht zu denken. Die Herren DDr. Oppenheimer und Ritter, Beide bei der genannten Gemeinde angestellt, theilen sich abwechselnd in die Functionen des Vorbeters und des Predigers. — Der inmitten der Berliner Gemeinde so segensreich wirkende Verein zur Aussteuerung armer Bräute n^2N)''hegeht am 2r k. M. die Feier seines l40jährigen bestechen s, - Und 'zwar durch eiü solennes- Festessen, welchem die Trauung eines aus Vereinsmitteln ^ausgesteuerten Brautpaares vorangehen wird. - Berlin- 24. Mai. (K. Z.) Durch Verfügung vom 21. d. M. hat der Justizminister v. Bernuth die von seinem unmittelbaren Amtsvorgänger unterm 10. Juli 1857 erlassene allgemeine Verfügung aufgehoben Und demgemäß - den jüdischen Rechtscandidaten ihr verfassungsmäßiges Rechts auf die ZulNffung zur Prüfung für die Auscultatur und demnächstige Beschäftigung bei den Gerichten wieder zurückgegeben) ' demgemäß auch die Obergerichte als Prüfungsbehörde angewiesen. (Also selbst du Aufhebung dieses völlig gesetzwidrig en Rescriptes uberließ der abgetretene Justizminister Simons seinem Nachfolger im Amte! Auf diese Weise behält Herr Simons den vollen Glanz seiner Amtsführung unbeschädigt in der Geschichte der preußischen Justizverwaltung! Red. d. A. Z. d. I.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 19. Mai. (Privatmitth.) Es ^hat sich schon öfters das Bedürfniß geltend gemacht, die Statuten der hiesigen Cultusgemeinde umzuändern. Unter dem frühem Regime wollte man jedoch bei der Behörde nicht auf Veränderungen antragen, weil man unliebsame Octroyirungen fürchtete. Nachdem wir jetzt auf constitutionellem Boden stehen, so hat der Vorstand die Revision der Statuten beschlössen. Uebereinstimmend mit dem jetzt herrschenden Systeme wird wohl dem Principe der Oeffentlichkeit mehr Rechnung getragen werden. Auch bezüglich der Finanzen wird es gut sein, wenn der Vorstand den Finanzminister nachahmt und Rechnung legt. Der Vorstand selber wird durch diesen Vorgangnur gewinnen, denn seine Handlungen haben das Licht der Oeffentlichkeit nicht'zu scheuem Der Tod der Frau. v. Königswarter, Gattin des Herrn Jonas Ritter v. Königswarter, hat in den weiten Kreisen der Residenz große Theilnahme erweckt. Sie war Vorsteherin des israelitischen Frauenvereines, und hat aus vollem Herzen mit vollen Händen gespendet. Möge ihr die Erde leicht sein. Vom Speciellen auf das Allgemeine übergehend, bemerke ich', daß die Glaubensfreiheit in Oesterreich

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