Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1861)
- Date
- 1861-06-04
- Page
- Seite 327 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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3ß7 „Nur eine Seele", befindet Ich seit einiger. Zeit.in Petersburg, wp er öffentliche Vorträge über Schiller hält und damit großen Beifall erwirbt. (Man sieht also, daß gegenwärtig nicht blos Finanziers jüdischen Glaubens sivie Pereiraj, sondern auch Literaten dieses Bekenntnisses in Petersburg gut ausgenommen werden.) — Aus T u r i n schreibt man der „Köln. Ztg.^: „In kurzer Zeit wird wieder ein neues Journal, Organ der Partei Ricasoli, erscheinen. Es wird wesentlich florentinisch sein und von Florentinern redigirt werden. Als Haupt-Redacteur bezeichnet man Herrn d'Amona, einen Israeliten, früheren Haupt-Nedacteur der Nazione von Florenz, gegenwärtig Professor der Literatur an der Universität zu Pisa. Vorläufig sind 100,000 Frcs., in Aktien von je 5000 Frcs., gezeichnet. Der Dichter Ludwig Wi hl, der vor Kurzem Deutschland besucht hat, ist, nach Frankreich zurückgekehrt , am kaiserlichen Lyceum zu Grenoble als Professor der Sprachenkunde angestellt worden. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Stuttgart, im.Mai. Nachstehendes Schreiben, welches in Folge der Einweihung der neuen Synagoge dahier von den bürgerlichem Collegien der Stadt an den Geistlichen der israelitischen Gemeinde, Kirchenrath Dr. M a i e r, gerichtet' wurde, verdient als ein schönes Zeichen der Zeit allgemeine Beachtung, weswegen wir es hiermit der Oeffentlichkeit übergeben: „Es haben Euer Hochwürden mit Ihren israelitischen Glaubensverwandten in den ersten Tagen dieses Monats eine Freude und eine Befriedigung genossen, welche, wie sie selten in der Geschichte unseres Vaterlandes vorkommt, so auch eine ungewöhnliche Wichtigkeit und Bedeutung an sich trägt. Das erste Verdienst für die Erbauung der neuen Synagoge in unserer Stadt gebührt wohl der hiesigen israelitischen Gemeinde, welche mit. großer, durch den hohen Zweck gesteigerter religiöser Begeisterung die sehr beträchtlichen Mittel hingegeben und beschaffen hat, die zur Herstellung des PrachlbaueS nöthig waren, der nicht nur für die Gegenwart, sondern auch , für die künftigen Jahrhunderte eine Zierde der K. Haupt- und Residenzstadt sein wird, wie solcher ein ehrendes Denkmal der Frömmigkeit ihrer israelitischen Bewohner und unserer Zeit ist. Gleichwie aber der Segen von oben kommt, so hat bei der feierlichen Einweihung des neuen Gotteshauses die Gemeinde mit Recht den ersten Dank dem allmächtigen Gott dargebracht, der die menschlichen Dinge leitet und ordnet. Nach diesem Danke gebührt unstreitig den Männern, welche die Vollstrecker des göttlichen Willens gewesen, für ihre treue Pflichterfüllung, für ihren unermüdeten Eifer und für ihre patriotische Aufopferung das dankbare Anerkenntnis ihrer Nebenmenschen. Die Gemeindecollegien unserer Stadt, deren Mitglieder in großer Anzahl zu der Ehre berufen wurden, an dem Einweihungsfeste Theil zu nehmen, sehen sich nun besonders verpflichtet, diesem Danke Worte zu verleihen. Es liegt klar vor Augen, daß Euer Hochwürden bei den Vorbereitungen wie bei der Feststellung des Planes und bei der Ausführung des schönen Werkes einen Mittelpunkt gebildet, und daß Hochdieselben in Verbindung mit den sehr verehrlichen Mitgliedern des israelitischen Kirchenvorsteheramtes die höchste Anerkennung verdient haben. Genehmigen nun Euer Hochwürden unsere auftichtigen Dankesäußerungen, welche wir hiermit Hochdenselben und Ihren verehrten Collegen im Kirchenvorsteheramte gegenüber aussprechen für das wohlgelungene Werk, empfangen Sie unsere herzlichsten Glückwünsche zu dem erstrebten Besitz des neuen prächtigen Tempels, bei dessen Erbauung Sie von einem ausgezeichneten Architekten unterstützt wurden, und seien Sie unserer aufrichtigen Theilnahme und Freude versichert an dem wichtigen Ereigniß, durch welches, das religiöse,Bedürfniß Ihrer Gemeinde so schön und würdig befriedigt wurde. Möge der Segen. Gottes, welcher in diesem Tempel zunächst von Euer Hochwürden in einer erhebenden Weise angerufen und gesprochen wird, reichlich ausströmen in die Gemeinde und in dieser viele und gute Früchte tragen, möge dieser Segen in derselben auch in den kommenden Zeiten seine erfreulichen Wirkungen äußern, möge in solcher Eintracht und Friede, die Grundlage des Wohlstandes, auch für die Zukunft erhalten werden. Wir. beharren rc. Stuttgart, den 13. Mai. Gemeinderath und Bürgerausschuß.^ Preußen. Aus der Mark, im Mai. (Privatmitth.) Wir Haben Ihnen heute nur einige Nachrichten aus der H au p tstadt zu bieten. — Das vor etwas über anderthalb Jahre gegründete und unter der Leitung des Herrn Rectors A.