Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1861)
- Date
- 1861-06-04
- Page
- Seite 326 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Merarischer Wschenbericht. Magdeburg, 20. Mai. -Wir-' erhielten - in diesen Tagen von Herrn vr. W. L. Dem me in Pfersee ein Erposä, so wie eine als Manuskript gedrückte Probenummer zu einer vom Oktober o. an herauszugebenden Wochenschrift: „ Mörgenstrahlen der Versöhnung und Sühne, zur Erzielung politischer Gleichberechtigung israelitischer Staatsgenossen, herausgegeben von einem Verein herzlicher Bekenner der Christuslehre und treudeütscher Landsleute ihrer israelitischen Volksgenossen." Herr vr. Deürme wendet sich nun als Redacteur der projeetirten Zeitschrift an die Rabbinen, Gemeindevörständ'e Und Privaten jüdischen Glaubens, um Actien zu 25 Fl. und zwar ohne die Zahl der Actien zu begrenzen, unterzubringen. Wir haben unsererseits die Betheiligung hieran abgewiesen, indem wir es bei einer Zeitschrift von so geringem Umfange, wie einen Bogen wöchentlich, für unnöthig halten, wenn das Journal Werth hat, ein Actiencapital darauf zu verwenden, da jenes sich dann von selbst Bahn, brechen must und wird, und wenn es dies nicht vermag , der Erisienz nicht werth ist. Auch halten wir nicht dafür, daß zum Behuft, auf die Gesinnung unserer christlichen Mitbürger zu wirken, eine besondere Zeitschrift, die zuletzt doch nur meist von Juden gelesen und gehalten würbenützlich sei, als vielmehr durch die anderweitigen -öffentlichen Blätter, welche in Jedermanns Händen sind. — Von dem früheren Socialisten Pierre Lerour in Paris erhielten wir vor Kurzem eine Broschüre, betitelt: „be livre de Job pär Isai'e, retrouvö, retablö dans son intdgritö, et traduit litteralement.“ In einem, in überschwenglichem Tone geschriebenen Vorwort behauptet Lerour nicht allein, daß der Prophet Jesajas der Verfasser des Buches Job und zwar dieses das Hauptwerk jenes sei, sondern daß er auch die eigentliche und rechte Ordnung dieses Werkes im Großen und Kleinen auszufinden von Gott berufen worden sei, so daß nunmehr das Verständniß dieses schwierigen Buches sonnenklar sein werde. Er knüpft dies an die alte Sage, daß Jesajas mitten durchgesägt sei, was er von dem Buche Job versteht. Wir sind es-von unfern Nachbarn jenseit des Rheins gewohnt, daß sie von Natur zum Enthusiasmus geneigt, Vieles sehen und versprechen, was sich hernach nicht bewährt. Warten wir daher das Werk des Herrn Lerour ab. — „Die Psalmen der heiligen Schrift in Dichtungen von Julius H a m m e r. Nebst Einleitung und Erläuterungen. Leipzig bei F. A. Brockhaus." Wir haben hier abermals eine metrisch uund mit Reim verfaßte: Uebertragüng' bei* Psalmen: Äer Verfasser, als frömnier Und' beschMicher'Dichter wohlbekannt: -hat) es sich aber nicht leicht gemacht, indem : er Ä die erste beste deutsche Uebersetzung vornahm, und nun nach Willkür/ wie Versmaß und Reim es am bequemsten forderedaran herumhantirtch sondern er arbeitete nach dem Terte, indem er die besten neueren Commentare und Uebersetzungm von Mendelssohn an befragte, und gewissenhaft die wortgetreueste Erklärung äufsuchte. Er hat dies durch die seiner Uebertragüng bcigefügtm umfänglichen Erläuterungen erwiesen. Was nun seine Uebersetzung selbst betrifft, so haben wir unsere Ansicht über metrische und gereimte Übersetzungen aus der heil. Schrift in diesen Blättern bereits wiederholt ausgesprochen) wir können uns selbst durch die gelungenste derartige Arbeit nicht von ihr lossagen. Es geht einentheils bei dieser Oheration zu viel vom Original verloren, indem tausendfache' Wendungen, Epitheta und üiarkirende Nebenwörter nicht mit übertragen werden können, anderntheils sagt das moderne Gewand dem antiken Genius' nicht zu, und schnürt seine natürliche Kraft und Fülle in enge Maße.ein. Sehen wir hiervon aber ab, und ziehen dagegen in Betracht, daß viele verwöhnte Kinder unserer Zeit nun einmal an Metrum und Reim gewöhnt sind und sich mit dem fteien, wenn auch in Inhalt und Form tief harmonischen Geiste des Morgenlandes nicht vereinbaten können, so erkennen wir mit Vergnügen dem Werke des Herrn Hammer eine vorzügliche Stelle zu. Des Wortes, Metrums und Reims mächtig und mit zarter Empfindung begabt, versteht er cs, die Lieder der alten Psalmisten wohlklingend und zum Herzen sprechend nachzusingen. Wir können daher sein Werk nachdrücklich empfehlen. — Daß Herr Hammer neben den christlichen Erklärer» die jüdischen, eifrigst und in gerechter Würdigung benutzte, und außer Mendelssohn den Commentar des Redacteurs. dieser Zeitung auf jeder Seite seiner Erläuterungen anführt, hat uns erfreut, und wollen wir daher, wenn er S. 415. eine gelegentlich des Psalms 26. von uns' gethane polemische Aeußerung, die er vielleicht nicht recht aufgefaßt hat, bestreitet, die Sache auf sich beruhen lassen. ~ Voü dem umfassenden ^Wörterbuch der deutschen Sprache von Di*. Daniet'Sanders" (Verlag von Otto Wigand) ist uns die 15te Lieferung (des zweiten Bandes zweite) zugekommen) sie reicht bis „los". M a g d e b u r g, 27. Mai. (Personalnachrichten.) Wolfsohn, der Verfasser des bekannten Dramas: