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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-06-04 · Heft 23 (4.6.1861) · p. Seite 325

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 23 (4.6.1861)
Date
1861-06-04
Page
Seite 325 (sequence 5)
Language
German
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Franz I. .5. Mi..1764,^.J!ndenorhWng,.chie.3utzen^st^ hen unter dem Obersthofmarschall. . (Cod. IV. 566.) Josef II. 2. Jänner 1782, Toleranzpatent.. , Franz II. 14. Feber 1811, Bewilligung zum, Ankäufe einer Synagoge ssfir,die Inderin Wien.*).- (Meine Geschichte der Diener ist. Cultusgemeinde S, 2.) Ferdinand I. 18.20, Revision der Zudengcsetze. , . Ferdinand I. 27. Jänner 1827, einige Begünstigungen. (Meine Geschichte je. S. 18.) Ferdinand I. 10. November 1847, die niederösterreichische Regierung befürwortet das Gesuch, der Vertreter um Emancipation. Obiger Uebersicht wollen wir hinzufügen: Das bis zum Jahre 1848 bestandene „Judenamt" wurde bekanntlich .von allen Denen, die liberal waren, nicht mit freundlichen Augen betrachtet. Dasselbe verschwand nicht in Folge der Revolution, wie man allgemein glaubt. . Bevor dieselbe begann, am 10. März 1848 erfolgte der Befehl , baß diese Bezeichnung > für. das verhaßte Amt aufhöre, und zwar, datirt dieser Befehl vom Jahre. — 1797. So lange ruhete dieser Erlaß in den Bureaus. Wir lassen das Document folgen: , 1 16,127.;: Vf Von der vereinigten k. k. Hofkanzlei. Nachdem in Folge der mit Hoskanzleidecrete vom 9. Juni 1797 Zl. 19,304 bekannt gegebenen allerhöchsten Entschließung das früher bestandene Judenamt aufgehoben würde , mithin die-Bezeichnung jener Amtslocalität der k. k. Polizeidircction, wo die nach Wien kommenden Israeliten der Fremdenbehandlung unterzogen werdestmit der Aufschrift „Judenamt" nicht gesetzlich ist, so wird die Negierung über den Bericht vom 10. November v.. I. Zl. 44,94V, dessen weitere Erledigung.folgen wird, angewiesen, die Polizei-Ober-Direction zu beauftragen, alsogleich die Bezeichnung „Judenamt" in jene „Fremdenamt No. 3." umzuändern. Wien, 10. März 1848. ... Weingarten. Unter den Gesuchen der Diener Judenschaft aus den Neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts findet sich öfters die Unterschrift des: „Joel,-Dr. juris, Actuar, Hof- und Gerichtsadvocat.", — . / . , Die Acten über das Lehrbuch Bne Zion, von Herz Homberg find wohl, längst geschlossen. Es dürste jedoch nicht ohne Interesse sein, zu erfahren, von welchem Ge- *). Jrn Toleranzpatente war. dieses ausdrücklichverboten. .. ' '' ' ,' "" ' .. sichtspunkte Herr Homberg, bei der Abfassung desselben ausgegangen ist.' In' einem Gesuche an den Kaiser um die Toleranz für Wien, die ihm bereits ein. Mal versagt wurde, vom 10. August 1833 heißt es: - , .. . . „Allein da Unterzeichneter seinen Eifer durch das von ihm verfaßte Bne Zion, religiöse Moral zu verbreiten, unter seinen Mitbrüdern sittliche Empfindungen zu beleben und sie zu belehren (wie im Bne Zion. §. 308. u. s. w. geschieht), d a ß die G r u n b D c griffe .d e r christl. Religion mit. den unserigen übereinftimmen, nicht einhalten, mithin den Posten nicht aufgehen kann, so bittet er unterthänigst, die Toleranzbewilligung seiner Familie gnädigst zuzuwenden/' Vier seiner Söhne find, wie er angiebt, bereits getauft. Leon ist russischer .Stabsarzt, Benedict und Josef sind Vanguiers und August fianWatus, juris, Friedrich, Lieutenant beim Regiment Erzherzog, ist nicht bestimmt. Im Judenthume find drei Töchter: Leonore, Anna , und Lcontine, und ein Sohn, Bernhard. Die niederösterreichische Regierung befürwortet am 31. Jänner 1832 die Errichtung einer jüdisch-theologischen Lehranstalt und begründet , diesen Vorschlag wie folgt: „Nach, der bei den Juden herrschenden Uebung wird Derjenige zu 'dem Rabbinatsamte für geeignet• gehalten, welcher von einem im Rufe eines wahrhaft Religiösen stehenden Rabbiner ein Zeugniß beibringt,, - wodurch bestätigt wird, daß er die zu diesem Amte nothwendigen Religionskennt nisse wirklich besitze. Diese Uebung scheint dem: Streben der öffentlichen Verwaltung nach Erhöhung der -religiösen und sittlichen Bildungder Israeliten nicht nur nicht günstig zu sein, sondern sogar nachtheilig zu werden, denn es! ist bekannt, -daß .gerade diejenigen Rabbiner, .dib, bei der gewöhnlichen Masse ihrer Glaubensgenossen in großem Rufe stehen, den Neuerungen in Religionssachen - abhold find undan den Ceremonien und Gebräuchen eben so wie an den wirklichen Dogmen fefthalten. Es läßt sich nun..nicht erwarten, daß in der Schule eines solchen Rabbiners der Sinn für Verbesserungen genährt .oder wohl gar geweckt werde." ... Herr Minister Thun hatte andere Principien. Er begünstigte in Galizien den Chassidismus; er.-errichtete in Preßburg eine Rabbinatsschule. Er schoh einen Keil in, die Wiener israelitische Cultusgemeinde! und ernannte einen Cef der Orthodorie rc. re» Die.Wiener. Gemeinde hat sich allerdings der Octroyirung. nicht gefügt. -. Sie halt sich an den.^Vorstand, den.fie gewählt hat.

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