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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-28 · Heft 22 (28.5.1861) · p. Seite 316

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 22 (28.5.1861)
Date
1861-05-28
Page
Seite 316 (sequence 10)
Language
German
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SW uns vtelmehh-dch bte? MoMseittes'Entstehens:> Rath^ und Hülflostgkeit - nnserer Mmen JüMd' ic. - nicht beho--^ ben/die Aussichten auf dem Gebiete des Handwerksbetriebes dagegen.erweitert^ sind, zu dem' Wunsche veranlaßt : daß. die Kräfte des Vereines durch erneuerten Beitritt von Mitgliedern- und Wohlthätern - sich mehren, um zugleich dessen Wirksamkeit steigern zu können.^ Der Verein hatte am Ende des Jahres'1860 137 Vereinszöglinge bei 12 verschiedenen Gewerben, vom Metallarbeiter jeder Art bis zum Schneider und Schuhmacher, in der Lehre , und unterstützte außerdem noch 50 Lehrlinge. 28 Vereinslehrlinge wurden im verflossenen Jahre zu Gesellen gesprochen und dazu mit den nöthigen Freigewändern, Wäsche und Taren versehen. Der Verein hat auch Bildungsanstalten, nämlich zwei Unterrichtsclassen, eine Zeichen- und Modellirschule, so wie einen sonntäglichen Gottesdienst. Das Vermögen des Vereins ist gegenwärtig 54,000 Fl. . Die Ausgaben betrugen im verflossenen Jahre 6330 Fl. Mögen sich zu diesem großartigen Wirken immerfort neue Freunde gesellen, wie der Segen verdient, der dadurch über viele Hunderte von Familien gebreitet wird. Rußland. Aus Neurußland, im April. (Privatmitth.) Bekanntlich sind unter „Neürußland" die Gouvernements Cherson, Bessarabien, Taurien und Ekaterinislav begriffen. Die Zahl unserer hier lebenden Glaubensgenossen ist eine beträchtliche. Sie erfreuen sich eines mehr oder minder bedeutenden Wohlstandes, Melcher durch den hier im Großen betriebenen Cerealienhandel sehr gefördert wird, und charakterisiren sich im Allgemeinen durch eine in hohem Grade geübte Gastfreundschaft, so wie durch eine manchmal in Verschwendung ausartende Freigebigkeit. Doch wäre es Jrrthum, anzunehmen, daß sie auf einer, wenn nicht gleichen, so doch ziemlich ähnlichen Bildungsstufe ständen. Vielmehr bilden die verschiedenen Gouvernements hierin einen frappanten Contrast, welcher dem aufmerksamen Beobachter unmöglich entgehen kann. Während nämlich die inmitten einer wallachischen Bevölkerung wohnenden beffarabischen Juden in tiefster Unwissenheit selbst auf dem Gebiete des Talmuds versunken, insgesammt dem Chassidismus huldigen, und nicht einmal ahnen, was Bildung sei; während die sich mehr zum Ruffenthmne hinneigenden krimischen Juden eine bloö oberflächM ÄUst Prachtliebel und/äußekeMütmaMör 'sich beschränkende Bildung Müttd'en-uwskche^noch^Mr Me^' les> zu wünschew-übrig läßt-- besteht M dem zum Goüverüement Cherson - lgehörenden -Odeffw eine blühende Gemeinde, welche^ reich an wahrhaft intelligenten^ Kräften , alle Elemente Moderner Cultur' in sich stüfzünehmen' strebt, und in Bälde; keiner der anderwärts bestehenden Mustergemeinden nachstehen dürfte. Seit einer Reihe von Jahren besteht hier eine jüdische Schule, in welcher früher unter Leitung des' bekannten, nunmehr verstorbenen Direktors Stern ^äpacitäten, wie der jetzt in 'Wien weilende Pinker, Werbet, Herowitz , segensreich wirken, worin aber jetzt durch einen von Außen geübten hemmenden Einfluß bereits ein Rückschritt sich bemerklich macht. Bereits vor 20 Jahren gründeten die hier zahlreich eingewanderten Brodyer eine Privatsynagoge mit Chorgesang, wo der rühmlichst e bekannte Cantor Herr Blumenthal durch seine mit, bewundernswerthem Talent dem Geiste jüdischer Andacht angepaßten Melodien die GemütherÄller hinreißt. Diese anfänglich von der Masse mißverstandene Einrichtung wirkte doch in der Folge nur veredelnd auf den Sinn der Einheimischen, welche sich veranlaßt.fanden, in der im Jahre 1859 eingeweiheten, dem modernen Geschrnacke entsprechenden großen Synagoge ebenfalls den Chor einzuführen, mit dessen Leitung der sehr begabte Herr Äbraß betraut wurde. Hieraus ist leicht ersichtlich, daß es im! Schoße dieser Gemeinde keinen schroffen Gegensatz sich ' principiell absondernder Parteien giebt, wie dies fast . in jeder großen Gemeinde der Fall, und daß der an allem Herkömmlichen sich krampfhaft anklammernde Zelotismus hier keine Wurzel fassen konnte. Die Ursache dieser seltenen Erscheinung mag in dem Co.ntacte liegen, worin die hiesigen Juden mit den von allen Sei- : ten zuströmenden Europäern nur zu häufig kommen, wodurch ihnen ein gewisser praktischer Sinn zu eigen; wurde, welcher anderswo nicht seicht zu finden. sein! dürfte. Jedoch würde man sich.'sehr irren, wollte man j aus dem Vorhergehenden schließen, daß, in dieser Ge- -meinde vollkommener Kieden und Harmonie herrsch-, i ten. Leider kann dies, ohne der Wahrheit zu nahe zu; treten, nicht behauptet werden. Denn giebt, es auch : keinen eigentlichen Kampf zwischen Orthodoxen nnd Progreffisten, so hat hier ein' unseliger Zwiespalt ganz anderer Natur um sich gegriffen, welcher auf eine bedauerliche Weise die Gemüther immerwährend-Heilt, j Dieser bestehtm einer Art von Nirtlonakitäts - ,' od^r

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