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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-28 · Heft 22 (28.5.1861) · p. Seite 315

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 22 (28.5.1861)
Date
1861-05-28
Page
Seite 315 (sequence 9)
Language
German
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m walt ihre gehorsame Anhänglichkeit nicht in- Zweifel ge-, zogen werde, obwohl man in. Großwardein als Termin der freiwilligen Zahlung den 28.; d. eingeräumt chat.^ v;;; (Das zielt auf einige Steuerzahlende Juden. Die Herren Magyaren, waren es, welche, den Juden , die ihnen durch die letzten, kaiserlichen Verordnungen verliehenen Rechte wieder nahmen, wie:; die Freizügigkeit, den freien Erwerb von Grundbesitz rc., welche ihnen das Wahlrecht vorenthielten, also von allen staatsbürgerlichen Functionen ausschloffen, welche z. B. längst Ln Comitatsämtern befindliche jüdische Aerzte ahsetzten,, dafür aber, den Juden die Stockprügel als Ersatz boten — und nun verlangen sie, daß es unter den Juden nicht, einige geben soll, welche die restirenden Steuern nicht gut und gern den kaiserlichen Behörden zählen mögen!. Redaction.) Böhmisch-Leipa, 17. Mai. (Privatmitth.l Wie im vorigen Jahre zum Pessach, so wurde in diesem zuw Wochenfeste unsere Synagoge aus Privatmitteln mit einer frommen Gabe bereichert. Es ist wieder ein äußerst: prachtvoller, sehr kostbarer Vorhang, mit dem die'cheilige Lade durch die Opferwilligkeit der Frau Eva Altschuh wir damit ihrem dahingeschiedenen Gatten ein ehrendes Denkmal errichtete, geschmückt wurde. ' (§<) erfreulich derartige Erscheinungen von Pietät an'sich auch find, eben so betrübend ist der grelle Contrast) den die reichen, kostbaren Ornamente zu unserer nichts weniger als her Bestimmung eines Gotteshauses entsprechenden Synagoge hervorrufen. * Dieser Anblick bestimmt unwillkürlich zu dem Vergleiche mit einer armseligen Hütte, die Man mit prachtvollen Möbeln auszuschmücken sucht, wodurch aber die Armseligkeü um" so' auffallender in di^ Augen springt. Das Bedürsniß eines Um- oder Neubaues unserer Synagoge, die weder in ihren beschränkten Räumlichkeiten, noch in ihrer Bauart die Anforderungen eines Gotteshauses befriedigen kann, wird seit vielen Jahren schon gefühlt; nm wurde dieses Bedürfniß durch die zugenommene Population der Gemeinde und durch die Mächtig tönende' Stimme der Zeit um so dringender. " Vielleicht gelingt es unserm verehrten Rabbiner, Herrn Dr. Bäck; der erst seit Ostern in unserer Mitte weilt, vereint mit dem würdigen Cultusvorstande die wichtige * Angelegenheit zur Ausführung zu fördern. 8. /. - Wien,: im April. (Privatmitth^) Der; „Verein zur Beförderung der Handwerke unter den.inländischen Jsrae- : liten" hat seinen 18ten Jahresbericht veröffentlicht Er; beginnt mit folgenden, auch allgemein interessanten j Sätzen: „Indem wir - mit Gegenwärtigem den geehrten P.; T. Mitgliedern unseres Vereines den 18. Jahresbericht vorzulegen die Ehre haben, gereicht es uns zur Befriedigung, auf die Erfolge der Pereinswirksamkeit Hinweisen zu können, die nie in so segensreicher Fülle zu Tage treten konnten, wie unter der jetzigen, schon im abgelaufenen Jahre begonnenen Neugestaltung unseres Vaterlandes und namentlich der gewerblichen Zustände. „Hundert armer Knaben und Jünglinge, zumeist hülflose Wäisen, die sonst der Hoffnungslosigkeit, der physischen wie moralischen Verwahrlosung verfallen und verkommen wären, wurden schon früher durch Hülfe des Vereines einer nützlichen, gewerblichen Thätigkeit zugeführt, erlangten in den Bildungsanstalten desselben— Wiederholungs Zeichnen - und Modellirschulen ■ — die thunlichste allgemeine,^, wie besondere Fachbildung, und ernährten sichseitdem als tüchtige Gesellen in ihrem Fache, hin und wieder auch als Meister am eigenen! Herde. Dieses letztere Glück wurde jedoch im eigenen i Vaterlande stüher nur Wenigen zu Theil; die Meisten - erlangten es auf fremdem Boden, in Frankreich, England, Mehrere in Amerika. „Das neue Gewerbegesetz, verbunden mit der günstigem Stellung unserer Glaubensgenossen in unserem ' Vaterlande, hat auch hier die Schranken weggeräumt! und die Zahl jüdischer Meister mehrt sich allenthalben \ in erfreulicher Weise.: Selbst hier, in Wien und dessen } Umgebung, haben sich in dem abgelaufenen Jahre neuer-! dings neun ehemalige Zöglinge des Vereines als selbstständige Meister etablirt/ wovon sieben aus der H. - Todesco'schen Stiftung mit einer Gesammtsumme von 11750 Fl. oft. W., zwei aus der Em. Wertheim'schen \ Stiftung unterstützt wurden. Außerdem wurde auch auf - Empfehlung des Pesther Handwerksvereines ein ehemaliger Zögling unseres Vereines zu seiner dortigen Etabli-; rung als Kupferschmied mit einem Vorschüsse von 250 i Fl. öst. W. aus der Reserve-Kaffe unterstützt, welchen Betrag der geehrte Pesther Handwerksverein demselben in Berücksichtigung seiner Tüchtigkeit und Solidität in edelmüthiger Weise auch seinerseits vorgeschoffen.. „Wir glauben nach diesen Daten uns einer Widerlegung der hie und da laut gewordenen Meinung : als wäre der.Verein unter den heutigen Verhältnissen minvex^nothwendig, überheben zu dürfen, und fühlen wir 22

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