Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 22 (28.5.1861)
- Date
- 1861-05-28
- Page
- Seite 314 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3224737-3226256-3226279--19482-3248499- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
314 jenes PüraWphen beim' Könige'' einzükommen.'' Drl Samuel unterzieht /ddher denfogenannt'en protestantischen Charakter der Albertina einer genaueren Prüfung. Er -weist 'siM-'brn"'Sti'fiüstgsmülnden nach, daß darin ein direcW Verbot der ZÜkaffüng^vön Nicht- Protestanten zu Lehrämtern gar nicht vorhanden ist. Diese Stiftung Und ihre Urkunden empfingen die'Constrmation des Öberlehnsherrn, des' katholischen Königs von Polen und ihre 'Bestätigung vom'Papste. 'Auch die'kaiserliche Eonfirmation wurde' eingehölt. Es versteht sich schon von hieraus, daß von,'-einst'UüWkkeßung der Katholiken nicht die Rede sein Mnte. Eben so wenig sind die bei der Stiftung festgesetzten Eidesformeln geeignet,'den Nichtprotestanten die LehräMst der Universität unzugänglich zu machen; erst -M'Eüde des 16ten Jahrhunderts erhalten die Formen einen erclusiven Charakter. Seit dem 14. Januar 1836 ist aber der Eid der Professoren cher allgemeine Beamteneid. Der ursprünglichen Stiffüng^gemäß waren jedoch Nichtchristen -von jeglichem Studium und so vom Doctorate, aber erst hierdurch vom Lehrämte ausgeschlossen. Es war dies •' nicht durch eine birccte Ausschließung , sondern durch den, den Studenten auferlegten Eid der Fall. Es' gab damals im Herzogthüm Preußen gar keine Juden. Seit einem Jahrhundert aber sind sie trotz dieses stiftungsmäßigett Eides' zü Studenten und Doctoren der Medicin üstd Philosophie zugelassen.' Jetzt' hindert kein Eid mehr;' es ist daher nicht abzusehen, wie diese ehemaliM Eide die Artikel 12. und 20. der Verfaffüng noch heute 'erfolglos lassen sollen. Man zweifelt' daher nicht, daß'das concilium generale dem Anträge gemäß beim Könige einkommen werde. Möge' eö dann an dieser allerhöchsten Stelle keine Abweisung finden. Aus der Provinz Posen, irn Mai.' (Privatmitth.) Jüngst wurden in' Schwerin a/W/ die Ueberreste. eines Mannes zu Grabe gebracht, : der dort gegen . 30' Jahre lang an der 'israelitischen Freischüle als' Lehrer thätig war. Dieser Mqnn war der kenntNißreiche, in dem dortigen Kreisen allgemein geartete Rector Mayer, drssen Andenken in den Herzen, seiner zahlreichen Schüler gewiß in Ehren gehalten werden wird. Mayer verband. mit seinen Kenntnissen einen rastlosen Fleiß , so daß er noch im höhen Alter bei geschwächter Gesundheit seinem Berufe mit Hingebung Vorstand und sich bis zirnt letzten Augenblicke nicht in Ruhestand versetzen lassen ' tvöllie, obwohl' die''dortige Gemeinde 4«: ihrer anerkMnlen^ HümäMÄ ihm 'den 'vollenGehält'Uls Pension ustgstdten hatte/ MMer/wb die Skelle-bald wieder besetzt werden wird; verläüiet'bis jetzt Mch nichts^ — Im BirnbMn;[mbei Einführüngdes Corpöratibnswesiüs'die erste' öffentliche iftaelitische Schule Ms GtoHerzogthüms ins Lebsti gerufen 'würde;'4st der zu jener Zeit an gestellte LehrerlLöwittstein noch thätig und vereinigt mit seinerguten Ukterrichtsmethode noch immer ' jugendliche Kraft und Frische, weshalb er bei der königlichen Regierung Posen ist MeMÄN'fehen sieht: Dagegen hatte die Gemeinde seit langer als vier Jahren weder Prediger, noch EäntdMndMlDoMlehrer. Die Keligionsschüle bestand ' in einem Cheder/ 'während das BorbeterüMt vom Synagogettdiener verrichtet würde. Endlich ließ LevyaüsZüUichaü —' bekannt' durch seine während der Legislaturperiode des Jähresli866lber den KaürmerN emgebrachte^ Petition wegerrAbänderung' dst §§. 60.'und 61'. des Gesetzes vom 23. Juli 1847 — sich bewegen, am l. Januar d. % diese Funcsionen zu übernehmen. - Derselbe ist' also' in emer 150 Mitglieder zählenden Gemeinde ins büchstaölichenSinne des'Wortes Pro d iger, Canto r, R e t i g i ö ns kehr e r, C h ö r - d irec i o r, G esa ngleh rer und Sch Achter.' Da derselbe in seinen Vorträgen und 'als Religionslehrer sich sehr bewährt, so steht zu erwarten, daß die'dortigen, meistentheilsaus gebildetenMännernzüsammengesetzten Gemeindebehörden ihn von der Function des Schächtfaches entbinden werden. Bei dieser Gelegenheit kann ich Ew. Hochwürden auch die Mittheilung machen; daß in den obengenannten Ortschaften der in der Aufnahme von Schmähartikeln sich ganz besonders aüszeichnende -^Israelit" nur noch in' einem Eremplare sichtbärH; und wird derselbe' hoffentlich —' wie es. allen verika pp tesi Israeliten zu ergehen pflegt — bald gar keine Beachtung mehr findend - 'rr'r'; Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Ungarn, im Mai. Aus Großwardein schreibt man dem „Pesti NaplöDie Steuereintreibung wurde/am 5. d. in unsrer Stadt und in einigest Orten' des Comitats in Angriff genommen. Bisher sind nur Aufforderungen zum Zahlen ergangen. „Wie wir, hören", bemerkt ärgerlich das Ungarische Blcrtt, „haben einige unsrer Mitbürger, welche aü den Wällen der Verfassung,Einlaßbegehrend, pochen, sich - beeilt' zu zahlest/ dämit^vost Seiten; der Gst