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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-28 · Heft 22 (28.5.1861) · p. Seite 310

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 22 (28.5.1861)
Date
1861-05-28
Page
Seite 310 (sequence 4)
Language
German
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dringe ihn und.eine Erinnerung, faji zu heilig, um hier ausgesprochen zu. werden,: und: Melleich.t-.-'am.'!We.nigften begreiflich . gerade für Jene, zu deren Gunsten er sie hier anführe: die Erinnerung an Christus, der sterbend für dies sein.Volk gebetet! Wolle-das Haus gewähren, was ohne Härte und Ungerechtigkeit nicht zu versagen .sei, so. gewähre es ganz! Freiherr o. A r e t i n (auf Heidenburg): Gesetze sollten, stets: der Legislative Ausdruck -der Gesinnungen der Bevölkerung sein: m.it-djesen in Widerspruch gefaßthätten sie keine Zukunft;, mit.ihnen in Widerspruch gerathen., müßten sie beseitigt werden. . Eine Erörterung über die mehrgenannten. Artikel sei gleichbedeutend mit einem Stabbrechen über Ueberlebtes, und er wolle daher zur Motivirung seiner Zustimmung-zu dem Aussch.ußantragr nur das Eine,anführen, daß ihm. die sofortige Aushebung dieser Artikel im Interesse der Autorität in doppelter Weise geboten .erscheine, weil sie erstens in Folge der veränderten Verhältnisse' nicht, mehr streng durchgeführt werden könnten,-vielmehr häufig zum Schaden-des Ansehens der Gesetze umgangen werden müßten, und weil sie zweitens ihren Zweck der Sicherung der christlichen Bevölkerung vor Gefährdung nicht erreichten. Die nach Aufhebung der drei Artikel entstehende. Lücke müsse aber ausgefüllt werden, und dazu erscheine ihm der -Antrag des 11. Herrn Präsidenten völlig geeignet.' Die Gesetzgebung: solle, gerecht sein nach allen Seiten : der- Aushebung der gegen die Israeliten geübten Bedrückung - müsse, der Schutz: der christlichen Bevölkerunggegen-israelitische Schädigung ,entsprechen. Uebex derlei. Schädigungen erging. sich: nun; der Redner in sehr ausführlicher Weise, indem er den .aus .Broschüren, - sonstigen. Druckschriften,, Aufklärungen eines, guten Freundes, Berichten von Abgeordneten rc.. geschöpften Wittheilungen des Grafen v. Seinsheim Mer. die.Zustände.im Elsaß, Baden, und Hessen, weitere aus - eigenen Wahrnehmungen und im bayerischen /Lande gesammelte Nachrichten anfügte. In gemäßigter Redeweise-zwar, jedoch nicht.ohne etwas grelle Tinten , erwähnte er der Verarmung der Christen an Ortenwo.auch Israeliten ansässig, der: Gewerbsbeeinträchtigungen,. die sie durch ,Letztere erlitten, der Hülfeaufdringung von Seiten, dieser, die. von Stufe zu Stufe bis-zur Zertrümmerung führeder actenmäßigen Nachweise, daß in von Israeliten /bewohnten Gegenden - die. meisten Vergantungen entstünden, des Wißstandes, daß/ mancherscits. der größere Theil des / Grundbesitzes. . factisch in .den Händen .von Israeliten sei,-'welche /ohne selbst Ackerbau zu treiben —eine Art Oberhoheit, schlimmer als: die abgeschaffte, .ausübten re. Der Antrag, des. Herrn II.. .Präsidenten, sei: auch nur. ein transitorischer, da die/vorgeschlagene Veto-Einräumung auf die Zeit bis nach Revision des Gemeinde-Edicts beschränkt. sein solle. Es. sei zudemauch zeitgemäß, bei der allgemeinen Tendenz die obrigkeitliche Bevormundung zu mindern.' Einer zu großen Ausdehnung der Autonomie der Gemeinden überderen Bildungsstuft hinaus sei er.zwar abhold; .doch so lange die Sorge: für -verarmte,Gemeindeangehörige der- Gemeinde obliege,-. müsse diese auchdas,Einspruchsrecht besitzen : im gegenwärtigen Falle um so mehr, als hierbei nicht blos die mögliche Verarmung der neuen Ansässiggemachten, sondern die erhöhte Wahrscheinlichkeit, daß durch die Ansäsfigmachung von Israeliten die andern Gemeindeangehörigen der Verarmung zugesührt würden, scharf im Auge zu behalten sei. Daß da, wo sie auf Widerwillen stießen, die Israeliten eine Ansäsfigmachung nicht erstreben würden, halte er für irrig: nach seiner.Meinung seien sie nur dgnicht^u.finden, wo. es Beamte gebe, die ihrem gewinn süchtigenTreiben entgegentreten, und da, wo /nichts zu. holen sei: Bei der sich steigernden hieppigke.it und Genußsucht des.Landmanns würden die.Israeliten. auch in; den bisher von ihnen „verschonten" Landestheilen bald Eingang finden-, und auch .Altbayern sei; ein >gar gün stiger Boden für „Jud.engeschäfte", . Freiherr v, Th ü n g en erklärt sich.eben so.-entschieden für den Ausschußantrag,, als gegen-den. Zusatzartikel des II. Präsidenten, der um so ungerechtfertigter,, je unbedeutender ohnehin der Vortheil sei, den die/ Israeliten aus. der-Aufhebung dev mehrerwähnten. Artikel/zögen, die nichts sei,. als eine Beseitigung: einer „schimpflichen Ausnahmsstellung". Daß.die Israeliten' bei ihrer Gewandtheit .und. Mäßigkeit den - christlichen Geschäftsleuten keine, angenehmen. Concurrenten seien, liege in der Natur der Sache; wenn, man, aber daraus, daß: sie diese „an sich, loben sw erthen. Eigenschaften" vielleicht in unzulässigem. Grade, -und in minder rühmlicher Richtung ausnützten, ihnen,einen Vorwurfmachen wolle, so übersehe man, daß diese-Auswüchse nur die Folgen eines tausendjährigen Knechtschaftdruckes seien,- der sie sogar, dazu gebracht habe, ihren Erwerb zu verbergen, um vor Beraubung gesichert zu sein, Was der Christ in diesem.Punkte dermalen zu leiden habe, sei Folge der eigenen Ungerechtigkeit. Auch vom politischen Standpunkte aus /müsse eine Aufhebung,der Beschränkungen als geboten erkannt werden. Mit ihr würden in Bayern 50,000 treue Unterthanen gewonnen werden, die — wir sie streng an Beobachtung ihrer religiösen Gebote festhalten,;so auch den Staats.gesetze.n sich freudig unterordnen würden;/ die.aber —durch Vorenthaltung billiger Rechte, gegen hie Staats-

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