Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1861)
- Date
- 1861-05-21
- Page
- Seite 297 (sequence 7)
- Language
- German
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29? Verleihung an ftemde Juden kann auch fernem nur durch einbesonderes allerhöchstes Decret erfolgem .v.-'d) Aufrech'terhalten bleibt auch weiter 1 die Edictsbestimmung, daß aller- Hausir-, Noch- und Schacherhandelund jede Ansässigmachüng hierauf verboten ist.! e) Die:? seitherigen Cultus-, und :!cultusgemeindlichen; 'ir Verhältnisse sber Israeliten bleiben ebenfalls unver- - -ändert. i-n;-/■ •; * . . Die israelitischen Cultusbeamten dürsten die Einzigen sein, die bei dein. Gesetze verlieren. Die.schon jetzt sich merklich lichtenden Landgemeinden werden nunmehr auf ein möglichst kleines Minimum zusammenschrumpfen, und Rabbiner-' Lehrer rrc^ auf dem Lande, ohnedem nicht lucrativ besoldet, ,nicht unbedeutend an Nebenverdienst verlieren. Es wäre - deshalb auch, sehr zu wünschen, daß dem. Wunsche des Herrn Abgeordneten Rom mich in dieser Beziehung, Seitens, der hohen Staatsregierung, recht bald entsprochen werde. R. Es trat die hohe Kammer, bei dichtgefülltem Zuhörerraume, in Berathung über iden Antrag des Abgeordneten Dr. Paur, „die Ansässigmachung und den Gewerbsbetrieb der Israeliten betreffend." Eine von 50 Mitgliedern der israelitischen Cultusgemeinde dahier ausgegangene und vom Grafen von Giech sich angeeignete Eingabe mit dem Gesuche, , daß die hohe Kammer den Anträgen auf ein in dieser Richtung den.Gemeinden einzuräumendes unbedingtes Widerspruchsrecht nicht beitreten . wolle, wurde vom Herrn ersten Präsidenten der gleichzeitigen. Berathung unterstellt. Graf Giech erinnert bei Befürwortung dieser Petition daran, daß er schon im Jahre 1850, als der gleiche Gegenstand der Berathung des hohen Hauses unterlag, sich lebhaft an selber betheiligt, habe. Wie. damals., so. berufe, er sich auch heute auf die Worte jenes Mitgliedes des englischen Unterhauses, welches — als dort die Judenemäncipation verhandelt wurde- — äußerte:; „Die Durchführung der Judenemäncipation ist noch vor der Abstimmung, entschieden,, wenn sich auch das Haus. heute gegen dieselbe aussprechen sollte. O Macht der Ideen! Ihr klopft an, erst leise, leise, dann immer stärkerendlich, öffnen sich die Thüren von selbst, undihr nehmet Platz unter uns, undwir wundern uns, daß ihr.draußen noch schüchtern warten mußtet, und-daß es nicht längst so gekommenwie)es.: am Ende doch gekommen!" Heute klopfe auch hier die vor 10 Jahren abgewiesene Idee wieder an die Pforten-des Hauses, und erhalte ihr Klopfen für ein sehr berechtigtes. „Indem unser Ausschuß— fährtder Redner fort — den Antrag seines- Referenten aus Annahme des Antrags des Herrn Abgeordneten! Paur einstimmig annahm, erwog derselbe unbezweifelt das Wiedererscheinen ' der erwähnten Ideen vor. unserem Hause und daß sich dieselben nicht würden abweisen lassen.- Erleichtern wir die Erledigung der großen Frage -- durch Uebergangsmaßregeln, wie die uns im Paur'schen Antrag vorliegende, und geben wir uns nicht dem Glauben hin, daß dieselbe durch schroffes Entgegentreten abgewiesen werden könnte. Es werden diese-Ideen wiederkehren, wie dieselben schon nach: 10 Jahren wieder erschienen -sind. Der Ausschuß will, die Pforten ein wenig öffnen, Das ist sicher das Zweckmäßigste, was geschehen kann. Hch gestehe, vollkommen zu, daß der Standpunkt der Beurtheilung der.Frage ein anderer ist in den altbayerischen Stammlanden oder in den fränkischen und schwäbischen Provinzen.. Dort, auf dem platten Landewenig oder gar keine Israeliten, hier die, Israeliten fast über das ganze Land verbreitet. Ich bin aber ein Franke, und das hohe Haus wird es daher natürlich finden, wenn ich den Standpunkt meiner, heimathlichen Provinz nicht verlrugne und die hohen Herren auch von diesem Standpunkte aus dringend ersuche, , den Pochenden den Eingang'nicht ganz zu verschließen." (Fortsetzung folgt.) Literarischer Wochenbericht. ' Herr Landrabbiner M. Landsberg in Hildesheim hat als Antwort aufdie in dieser Zeitung befindliche Besprechung der bekannten Adresse eine am vorigen Wochenfeste gehaltene Predigt „ Gott und Vaterland " zum Geburtstage des Königs von Hannover drucken lassen, um zu erweisen, daß seine Loyalität schon ein Jahr alt ist^ Wir wollen auf die der Rede vorangeschickte Entgegnung nicht weiter eingehen, da wir den Gegenstand für abgethan halten. Wir Haben die Adresse mit-abgedruckt und so kannsich Jedermann selbst ein Urtheil bilden. Das Für und Wider ist überflüssig. Herr L. wird darausersehen, daß wir in - der That keine Lust zu Fehden haben, die in sich keinen höhern Erfolg zu tragen versprechen. — Eine kleine Bemerkung wollen wir zu einer Anmerkung S. 11. machen. Es heißt daselbst: „Wissenschaftlich! interessant ist die Bemerkung, daß der Name ml auf Treue hindeutet, zusammengezogen aus nWn, wie 'L aus bn aus bsjä und sonst häufig, was bis