Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1861)
- Date
- 1861-05-21
- Page
- Seite 298 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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898 jetzt, so vie^ mir bekannt, Mnkeinem Etym ologen eingesehen wurde, so daß eigentlich die Willfährige, Treue heißt." Es thutuns leid- Herrn L. auf das- Lericon von Gesenius und' das Onomafticon zur Eöncordänz:des'Dr. Fürst verweisen zu müssen, Um zu sehen, daß diese etymologische Entdeckung, daß! nin gleich niV-, schon" alt ist.- Der- Advöcat Herr C. G. E o n solo in Padua hat seine verdientem juristischen - und nationalökonomischen Schriften durch eine neue werthvolle Abhandlung vermehrt: Sui vary Gradi di Giurisdizione (Padova 1861), worin er die Frage: ob drei Gerichtsinstänzen, oder zwei Und ein Eassationshof vorzuziehen seien? gründlich erörtert. Herr Consolo hat sich zu sehr wie als braver Bürger, so als warmer Israelit, als welcher er auch der Rabbinerschule in Padua so viele Bemühungen widmeteerwiesen, als daß wir nicht auch in diesem Blatte ihm Unsre Anerkennung bezeugen sollten. — Vor Kurzem erschien! in Paris eine Übersetzung der 1847 in Mannheim veröffentlichten, aber durch die Ungunst der damaligen Zeit weniger zur Würdigung gekommenen „Westöstliche Schwalben von Ludwig?Wihl", unter dem Titel: i,Les ThilJöndelles, pöesies alle'mandes, traduites en frantzai8 xsir Pierre Udreier." Voran schickt der Uebersetzer eine ausführliche Abhandlung über das Leben und die Werke des Dichters - . welche mit! außerordentlicher Liebe und Anerkennung das Verdienstliche des deutschen Dichters, so wie überhaupt den Charakter der.jüdischen Literatur schildert.. Die Uebersetzung.ist nicht metrisch, sondern Zeile für Zeile inwohlklingender'Prosä. Es scheint auch - uns dies - die angemessenste Art der Uebertragung, da sie den Ausdruck des deutschen Liedes in keinerlei Weise gefährdet:.Die!-Schrift hat in Frankreich einen^ außerordentlichen Erfolg gehabt. Es liegen uns mehrere französische Journale, und zwar die hochgeachtetsten, vor, welche sich in. einer Weise über die Gedichte Wihl's aussprechen, die! der höchsten; Würdigung nahekommt. Ja, wir können daraus ersehen,;daß die Schrift hinsichtlich des Judenthums und seiner Bekenner eine sehr günstige Stimmung hervorgerufen hat und man in dem Lande der unbedingten bürgerlichen Gleichstellung auch, nahe! daran ist, den Werth des Judenthums vorurtheilslos anzuerkennen. — Magdeburg, im Mai. ‘p-ot nnaw (Gabe für das Gedächtniß) zum Gebrauche in jüdischen Religionsschulen von vr.- L. Herzfeld, Braunschweigischem Landesrabbiner. Nordhausen-! 1864. - Wir haben hier eine, sehr angemessene und brauchbare Gabe für die.jüdischen Religionsschulen^ - Sie . enthält zuerstein Vocabularium? zu ausgewählten Gebeten und Gebettheilen-für einen-ersten Cursus. Die Wahl: ist sehr, zweckmäßig: zum; Sabbath, den Festtagen, so wie zu einigen alltäglichen Segenssprüchen und bei besonderen Melegenheiten, wozu dann-einige dieser. GebetelmTerte mitgetheilt sind, namentlich, diejenigen aus dem. Machsor. J Hierauf folgen unter H. die meisten dieser Gebete und das Vocabularium mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Der Verfasser hat damit diejenigen Kinder im Auge, welche das Hebräisch-Lesen nicht geläufig erlernen. Wir hätten diesen; Theil völlig: weggelassen , theils gerade um diesen Mangel nicht noch gewöhnlicher : zu machen, theils weil es uns nicht zukömmlich scheint, daß in den Religionsschulen selbst Schüler das Hebräische mit lateinischen Lettern geschrieben, lesen und lernen sollen. Hingegen sehr tauglich und reichhaltig ist HI : - „Zeittafel der biblischen und übrigen jüdischen Geschichte" (S. 59—85), welche einen Abriß dieser Geschichte in höchst zweckmäßiger Weise giebt und! darum Lehrern und Schülern zum Anhalt dienen kann. Ein kurzer Abriß der Geographie von Palästina und. „Einiges über die wichtigsten der übrigen in der Bibel erwähnten Länder und Völker^ beschließen das Werk. Wir hätten gewünscht, der Verfasser hätte, wie wir es in unserm „Zweiten Katechismus" gethan, einen Abriß der Bibelkunde und Liturgie hinzugefügt, um so Alles bei einander zu haben, was der Religionsschule zur Grundlage ihres Unterrichtes dienen kann. Bei einer zu erwartenden zweiten Auflage möchte der Herr Verfasser dies berücksichtigen. Jedenfalls haben wir hiermit eine treffliche Bereicherung der Schulltteratur und des Lehrmaterials erhalten. — Die: in diesen Blättern ausführlich besprochene Festrede des llr. G 0 l.d - schmidt, gehalten bei der am 3. Januar 1861 veranstalteten Gedächtnißfeier Moses Mendelssohn's ist in Leipzig erschienen (Lorck, 1861), und ist! der Ertrag für die, Mendelssohnsstistung in Leipzig bestimmt. Wir 'machen daher nur auf dieselbe aufmerksam, die eben so durch ihren.geistvollen Inhalt wie durch ihre schöne Form allgemein befriedigen wird. Unsere liturgische Literatur schwillt immer mehr.an. So wird von Paris die Her-, ausgabe der Chants rdligieux d’Isradl Lovy, des rühmlichst bekannten früheren Vorbeters in Paris angezeigt. Der: starke Band in groß Oetav wird 18 Francs in Subscription kosten.— Die zweite Auflage der „Reden wider den Unglauben" von vr. L. Philippson ist erschie-: ncn und zeichnet sich äußerlich durch eine schönere: Ausstattung! (größeres Format und größere Typen) vor der