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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-21 · Heft 21 (21.5.1861) · p. Seite 292

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 21 (21.5.1861)
Date
1861-05-21
Page
Seite 292 (sequence 2)
Language
German
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beliebte ihm, hier seine erstere Kunst in Anwendung zu SSL Herr | | JO .AMP.BE.88 §tahl philosophisch nennt, wir haben nichts dagebringen; aber gerade darum., weil er die schwäche,^i^ ner PWeiMhxunb VlrHfftiH-eigeste L^gMn^tKnm^cht^ bloß^ gKeH DH DoIeühHrHestD DraDe^HbHGgM^n^ Der Gesetzentwurf der Regierung über den Judeimd^ beseitigte die bisherigen vielfachen Formalitäten und Formeln und gestaltete den Eid: „Ich schwöre bei Gott dem gen, und waschen nur, daß alle Philosophie der,,MenscheüMchtsHMderes Mls Lokch Mm Äekenntyiß erhalte, undhi MßMlleTReligionM HMnZMt Zieftr .Wilösophie ■’-.r11' -V -tf" "M- V ■;?'"•£ v,- v *4 ' 1 übereinstimmen, und Mott den Allmächtigen und 'Allwissenden allein anbeten. Das Judenthum wenigstens hat niemals einen andern Gott als den Allmächtigen und Allmächtigen und Allwissenden" — und.-mit.dem^Schlusse: „So wahr mir Gott helfe", AmeMO 'Äetz ndnnf 'Herr Stahl ein atheistisch-philosophisches Gesetz. Erwägen wir erst die negative Seite. Wenn die Juden nicht mehr, wollen, daß sie, wenn sieäls Zeugen mit' den ändern christlichen Zeugen vom Richter gehörig nach Vorschrift des Gesetzes zur Wahrheit vermahnt und vor deMMeineide verwarnt worden sind, und. die.christlichen .Zeugen,, den Eid geleistet haben, noch einmal vorgerufen, von einem Rabbinen, oder in kleineren Gemeinden vom Schächter mit einer Admonition, in welcher mit Bann und Fluch sie, ihre Familien, das ganze Land, in welchem sie wohnen, bedroht werden, angeredet und angewiesen werden, sich die Hände zu waschen, die Gebetriemen anzulegen, den Gebetmantel umzulegen, und so angethan, einen Eid nachzusprechen, in. welchem sie die angedrohten Strafen im Falle; des Meineides auf sich Herabrufen; -wenn -die Juden nicht mehr wollen bei einem Parteieide mit dem ganzen- Richtercollegium,' dem Rabbinen und zwei Schwurzeugen sich in die Synagoge begeben, vor die heilige Lade treten, und nachdem der-ganze Apparat,, derbeim Zeu-- geneide - vor sich ging, auch hier angethan; worden, noch dazu eine Thorarolle, in den Arm nehmen;und' so. schwören— wenn sie, sage ich, alle diese Requisiten, die als einzelne Handlungen beim Gottesdienste ihre'Würdigkeit haben, hier aber in der. entehrendsten Weise -mißbraucht werden, um die Juden als des Meineides oder der reservatio mentalis verdächtig zu stempeln, zurückweisen und ein solches Vorgehen als eine Entweihung ihrer He.iligthümer und als eine Schändungihres Charakters betrachten-— so nennt-dies Herr Stahl atheistisch-philosophisch! Wir aber glauben- -daß Herr Stahl damit nur documentirt, daß er-weder Charakter noch Würde besitzt und in seiner vom Hauche des Pietismus wie von. der Dürre der Sophistik verödeten Seele nicht mehr zw. fühlen und zu unterscheiden vermag,' was heilig und was Mißbrauch des Heiligen ist> ----- Nun die pofltive Seite. - Ein Schwur! bei Gott, dem Allmächtigen und Allwissenden und - mit der- Schlußoerfichernng: „So wahr mir Gott helfe! "—? wenn-diesen . Hstwifseyden,-getznnt^, Abraham unser ÜrvatÄ Mwhr7^" WMn'MeV W^ÄH^Nse Schwur- . fyrmel eine atheistische nennt, so hat er entweder wissentlich. oder unwissentlich an die Stelle der Wahrheit eine ' LüK'"gMa°cht." 'Geschah' ds unwissentlich, so sei es ihm verziehen. Der Mensch kann nicht Alles wissen, und Herr Stahl braucht' nicht zu wissen, daß Atheismus Läugnung , Gottes heißt, daß aber Gott den Allmächtigen, und All? wissenden bekennen, ein Bekenntniß nicht blos Gottes überhaupt, sondern Gottes in seiner Unmittelbarkeit (die christlichen Theologen nennen es Persönlichkeit) ist. Weiß er es aber, so hat er damit eine Sünde gethan, und die mag ihm Gott der Allmächtige und Allwissende verzeihen,. wenn er sie bereut. Wir jüdischen -Theologen aber, ich spreche hier im Namen aller der vielen, welche in Angelegenheit des Judeneides eine desfallsige Erklärung abgegeben, wir weisen diese heuchlerische Beschuldigung zurück und schleudern sie ihrem Urheber ins Angesicht. Im Judenthume heißt, es nicht confessio nslos sein, wenn wir^ bei Gott'dem Allmächtigen und Allwissenden schwören, denn unsere ganze Confession, unser ganzes Bekenniniß beschränkt sich auf den einzigen allmächtigen und allwi^enden Gott. Anderes überlassen wir Anderen. Die öffentlichen -Blätter bringen aus La n d o n, den 4. Mai, Folgendes: „Der Londoner Verein zur Bekehrung der Juden HM gestern unter Lord Shaftesbury's Vorsitz seine Jahresversammlung. Es sind dem Fonds des Vereins in diesem Jahre an 3000 Lstrl. mehr als im voriges Jahre Mgeflosseü und - dtm -vörgelegten Berichtt -zufolgesind die^BikehÄrngsarbttten - ist DeütschhattV / MüOland, Abyssinien und her Türkei, von sehr erfreulichen Erfolgen begleitet gewesen.- Der König -von.-Preußen,- an den der Verein sich gewendet, hatte, drückte in seiner Rückantwort seine Sympathien mit. dessen Bestrebungen-und den Wunschaus,-.sich! diesen in Betresst der. Juden Preußens anzuschließen." Wirhabenhierzu folgende Bemerkungen zu machen. Wenn? -der'- Londoner Bekehrungsverein in diesem Jahre mehr Einnahmen - gehabt hat, als - im; .vorhergehenden, so

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