Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1861)
- Date
- 1861-05-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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85. Jahrgang. i». Al lge inein e JW 21. unparteiisches Organ für alles Wische Interesse. .. .. HerauSgegeben von; .,...§2abbinec‘.ibrvStibltit^-^^iItip^foit in ^agbeteg* Leipzig, den 21. Mai 1861. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1'/r bis 2 Bogen. Preis deS Jahrgang« 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rgr. Vierteljährig. 22^/2 Ngr. Inserate werben mit iVr Ngr. für die Petit-Zeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für . l/r Bogen 3 Thlr., für l/t Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpedition-für beide Letztere hat sich das Könchl.-Sächf. Haupt-ZeitüngS -Bureau hier unterzogen. I n h a l t. Leitende Artikel r Aus Preußen: Stahl und der Judeneid. . —, Die^ englische Judenbekehrungsgesellschast und. der König von Preußen. — Aus der Türkei. — An die Staatsregierung Sr^ kaiserb Hoheit des Sultans. — Aus Bayern : Die Kammer der'Reichsräthe. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: München, München.;; OesterreichischerKaiser stuat: Gattendorf, Pesth, aus dem Tokayergebirge, Teschen, Agram. Die. Schweiz: Ober - Endingen. Dane m a rk: Kopenhagen. Serbien: Belgrad. Amerika: San Francisko. Italien: Tü- "iU* rin. Äfrikä: Tunis) Tunis.' ‘Stupr älien: Aus Australiens : '•; ' ' -r'" ■ : '■■■■ Leitende Artikel. - Magdeburg, 12. Mai. Aus Preußen. Stahl und der Zudeneid. — Die englische Judenbekehrnngtzgesellschast und der König vyn Preußen. Wie' unsre Leser wissen, hat das preußische Herrenhaus endlich die Grundsteuerausgleichung genehmigt. Es ist dies eine Niederlage,' die es sich selbst bereitet hat, und Hie eine um so größere ist, als es nicht etwa frühere Ansichten einer besseren Ueberzeugung - hat weichen lassen, sondern weil die Furcht, das Haus in eine völlig veränderte Gestalt bringen-z'N sehen,: das eigentliche-Mstiv gewesen zü fein scheint. Durch diffe-eine- Niederlage hat es-über voraussichtlich seine eigene Widerständsktast gebrochen,-und. wirw'erdenhoffent- -lich da, wo Regierung und -Abgeordnetenhaus übereinstiinmen, in - Zukunft noch mehr dergleichen Niederlagen des Herrenhauses erleben'. Jndeß dies liegt unserm Gebiete fern. Wir haben es vielmehr heute mit einer bekannten Persönlichkeit aus dem Herrenhause zu thun, Herr» Stahl. Derselbe hat in der Debatte über den Judeneid geschwiegen, wenn auch gegen die Beseitigung votirt. In seiner Rede über die Grundsteuer aber zählt er die' Sünden des - jetzigen -Ministeriums auf, und -rechnet unter -diese „das atheistischäphilosophische Gesetz über den Judeneid".- Unsre Leser wissen,' daß wir uns wenig um Herrn-'Stahl kümmern. Wir sind nicht Willens, auf einen Sandhaufen loszüstürmen, der an einer Wendung des großen Stromes; der Zeit aufgeworfen worden, eine kurze Zeit den Lauf der Gewässer beengt hat, dann aber Schlag auf Schlag zerstreut und niedergeworfen wurde, so daß nur noch ein winziger Hügel von seinem Dasein Kunde giebt. In der That braucht man den Geist der Weissagung nicht in Anspruch -zu nehmen, um voraus zu wissen, daß nur noch kurze Zeit, und man wird des Herrn Stahl mit allen-seinen Verkehrtheiten vergessen haben. Ist er doch nur-nvch eine traurige Ruine, nachdem die Stützen der Macht, durch welche sein kleiner Bau gehaltenworden, abgebrochen sind. Stahl zeichnet sich durch zwei Dinge ab und aus : durch die maßlose Keckheit,-mit -welcher er Behauptungen allerVernunft: und Geschichte, ins- Gesicht schleudert/' und durch die: Sophistik, mit: welcher er jene-Behauptungen zü erweisen sucht. Es