Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1861)
- Date
- 1861-05-14
- Page
- Seite 281 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Altervon ungefähr 1300 Jahren*)- es mögen aber deren noch weit ältere auf dem vielleicht Jahrtausende**) alten -,guten Orte" sich befinden, deren verwitterte Inschriften indessen nicht mehr zu entziffern sind. . -Die Jestädter Filial-Gemeinde ist somit ausgestorben mnd nur noch der Name dieses DorfesJestädt ----- Judenstädt, erinnert daran, daß dermaleinst eine sehr zahlreiche jüdische Gemeinde daselbst Jahrhunderte hindurch gewohnt hat. Es sollen darunter große Gelehrte gelebt haben. — Wie Alles im Leben einem fortdauernden Wechsel, einem Werden und Vergehen unterworfen ist, so auch hier: die sonst so große Gemeinde Jestädt ist ausgestorben, — die hiesige Gemeinde aber erblüht zu immer größerer Zahl ihrer Glieder, zu. immer größerer Wohlfahrt und — mit Stolz dürfen wir es sagen — zu immer größerem Ruhme unsrer Nation. Noch vor 25 Jahren zählte man hier 24 Familien, gegenwärtig deren ungefähr 90, unter denen sich kaum eine arme befindet. Wie seither,^ blühen hier Fleiß und Sparsamkeit, Religiösttät und Wohlthätigkeitssinn, Industrie und Handel, vor Allem aber: Einigkeit, und diese acht jüdische Tugend möge auch ferner blühen! I. I, P. Preußen. Berlin, 5. Mai. Die „M. Z." läßt sich schreiben: „Daß der gegenwärtige Justizminister den jüdischen Juristen ihr volles Recht zu Theil werden lassen will, ist bekannt. Hindernisse, welche außerhalb des Justizministeriums liegen, haben. bis jetzt die Ausführung ber betreffenden Maßregeln verhindert." Vön der Oder, 19. April (Privatmitth.). Wir freuen uns, Ihnen ein Factum berichten zu können, welches wiederum beweist, daß — wie Herr Oberrabbiner Kahn von Trier in diesen Blättern neulich ganz richtig bemerkte — die kleinern Gemeinden Preußens rc. - immer mehr aufhören, behufs. des, religiösen und , hebräischen Unterrichts für - die Jugendmitden alten Schochetim und, Chasanim ' sich zu begnügen, und ^*) Äes ist jedenfalls ein Jrr.thum — es wäre uns lieb / darüber Nähern Aufschluß zu erhalten. . Redaction. **) Jahrtausende.!. Wann soll denn diese Gemeinde entständen sein? Ma während des' babylonischen'Erils? - ii;"’ : -' ■ ' ' ■; Red a ctio n. - es den Forderungen des Zeitgeistes angemessen finden, statt dieser Subjecte lieber Männer vom Fach, nämlich approbirte und wiffenstüchtige Lehrer, zu engagiren. So ist es auch unlängst in Cottbus, einer kleinen Gemeinde im BraNdenburgischengeschehen. Älldort, wo bisher der' Cantor und Schächter B. den sogenannten „jüdischen Unterricht" ercheilte, ist Herr Emil Breslaur den Lesern dieser'Zeitung und des Jüd. Volksblattes durch seine schätzenswerthen Beiträge längst bekannt — als Religionslehrer angeftellt worden. Bei seinem nicht geringen Bildungsgrade hätte Herr Breslaur allerdings auf einen ausgedehnten Pädagog. Wirkungskreis, d. 1)1 auf ein Lehramt in einer größern Gemeinde, Anspruch machen können. Wenn er aber solches nicht gethan, sondern es vorgezogen, in C. zu verbleiben und das ihm allda gern anvertraute Amt gern zu übernehmen, so geschah dies gewiß aus keinen andern Motiven als aus Liebe und Anhänglichkeit für d i e Gemeinde, in deren Mitte Herr Br. geboren und seine erste Bildung genossen. — Wie wir aber hören, so soll die' Thätigkeit des Herrn Br. in C. nicht blos auf die Schule sich beschränken, sondern wird derselbe vielmehr einerseits durch Einübung und Leitung eines Synagogen-Ehors*), sowie andererseits durch, von Zeit zu Zeit zu haltende, religiöse Vorträge — auch auf die Hebung und Veredelung des Gottesdienstes hinümken. — Ohne Zweifel wird Herrn Br. von Seiten der Regierung alsdann auch die - Seelsorge für die jüdischen Sträflinge im Centralgefängniffe zu C. Überträgen werden. --- Der Mangel an tüchtigen' jüdischen Lehrern — und zwar an solchen, die ebensowohl für den profanen„als auch für den religiösen Unterricht mehr-als genügend befähigt sind, — ist aber noch immer sehr fühlbar, und wenn Herr Oberrabbiner Kahn in seinem neulich gelieferten trefflichen Artikel die Errichtung von j ü d i sch e n L ehr erbi ldun g s an stä l ten (Seminar! en) so dringend empfahl, so sprach' er hiermit einen Gedanken auch der nicht oft genügtangerrgtäverdm kännl zugleich aber - aüch einen Wünsch, welcherwie wir ihm versichernkönnen — auch hier, in dem östlichen Provinzen, von sehr Di elen äuf-s lebhafteste'getheilt wird. Auch hinsichtlich - der gemachten Projekte, — nämlich daß die Organisation der gedachten Institute von Seiten bet g r ößer n' Gemeinden äusgehen und *) Herr Br^ ist namentlich in diesem Fache sehr tüchtig.