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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-14 · Heft 20 (14.5.1861) · p. Seite 280

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 20 (14.5.1861)
Date
1861-05-14
Page
Seite 280 (sequence 6)
Language
German
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chenzuge nahmen, gtlchviese Höhere. Maatsbeamte, der StadtmaWia^ '^ünv' Äe' UädtderorÄietew Theil. — Auf dem Friedhofe, gabender Oberrabbiner vr. Landau, der Gemeindevorsteher vr. B B e e r» ihren Gefühles Ausdruck und hielten entsprechende Reden, denen sich sodann im Namen des Stadtverordneten-Collegiums, dessen Mitglied der Verblichene war, der Vorsitzende desselben) Hofrath Ackermann, anschloß. Letzterer hob die vielfachen Verdienste des Verewigten um das Wohl der Stadt hervor, rühmte insbesondere dessen Anspruchslosigkeit, wodurch er die'Liebe und das Vertrauen Aller gewonnen habe und erklärte, daß er von der Stadtvertretung beauftragt sei, Blumen und Palmen auf das Grab deö^ Hingeschiedenen .zu, legen, in welchem die Sta dt Dresd e n ei ne n ihre r b e - sten und edelsten Bürger betraure! Der Redner schloß mit den Worten: „daß sein Gott, der ja auch unser Aller Gott sei, ihm gerechten Lohn für seine edlen Thaten hienieden spenden werde!" — Der Sarg, ward unter Abstngung von Psalm 16. durch den Synagogenchor, womit die anwesenden christlichen Mitbürger einstimmten, in die Gruft gesenkt. — Möge der Allgütige ihn in seine himmlischen Gefilde aufnehmen, uns aber vor fernerem Leid und Ungemach bewahren! — Stuttgart, 4. Mai. Die feierliche Einweihung der neuen israelitischen Synagoge ging gestern Abend um 6 Uhr unter allgemeiner Theilnahme vor sich. Der Königliche Hof wurde durch den Oberstallmeister Grafen von Taubenheim vertreten, der Geheime-Rath durch dessen Präsidenten Staatsminister Frhrn. v. Neurath, das Ministerium durch den Hrn. Minister Frhrn. v. Linden und den Cult - Departementschef Staatsrath v. Golther. Außerdem waren die Bezirks- und Gemeindebehörden, die evangelische und katholische Geistlichkeit,, der Turnverein und der Liederkranz vertreten, und auch viele christliche Bewohner Stuttgarts, hatten sich eingefunden, den herrlichen Tempel, der, ein Meisterwerk der Baukunst ist, zu beschauen und der schönen Feier anzuwohnen. Um 6 Uhr erfolgte der feierliche Einzug mit den Thorarollen, voran der Oberrabbiner Kirchenrath Dr. Maier mit dem Vorsänger Eichberg und hinter ihm die Rabbiner von Karlsruhe, Mannheim, . Heidelberg, Frankfurt, Mainz, ferner von Freudenthal, Mergentheim, Mühringen, Laupheim und Jebenhausen. Die Festrede hielt Kirchenrath Maier,, nachdem die Thorarollen iw t>ier^ Allerheiligsten gebracht worden waren.. Die Beleuchtung war feenhaft. Nachher, fand der gewöhnliche Äbendgo.ttesdienst statt. < Rendsburg (Holstein), 17. April. (Privatmitth.) Vor einigen Tagen feierte der Vorsteher der hiesigen israelitischen .Gemeinde, Herr Scheindorff,, sein 25jähriges Amtsjubiläum. In Anerkennung seines unermüdlichen Strebens und seiner rastlosen Thätigkeit für das Wohl der Gemeinde, namentlich seiner Verdienste um den Bau einer Synagoge, beschenkte ihn die Gemeinde mit einem trefflichen Bilde, welches die Synagoge und die Schule darstellt, ließ ihm dieses durch eine Deputation mit angemessener Ansprache überreichen und feierte den Tag festlich. Möge der Jubilar sein Amt noch viele Jahre mit gewohnter Energie verwalten. Aus Bayern, 2. Mai (Privatmitth.). Die neuesten Nachrichten über die Stimmung der Reichsrathkammer lassen befürchten, daß der Paur'sche Antrag nicht in der ganzen Ausdehnung durchgeht. Wohl hat sich der Volksbote unbedingt aus Gründen des Rechts und der Billigkeit für die Annahme ausgesprochen und auch der Referent Herr Reichsrath Fürst von Hohenlohe die unbedingte Annahme beantragt. Wie verlautet gedenkt jedoch der Herr Bischof von Augsburg zu diesem Beschlüsse die Modification einzubringen, daß die Niederlassung von Israeliten von der Zustimmung der Ortsgemeinde abhängig zu machen sei. Wollen'wir das Beste hoffen. Eschwege, 28. April (Privatmitth.). Vor einigen Tagen wurde der letzte israelitische Einwohner unsrer einzigen Filial-Gemeinde Jestädt zur Erde. bestattet, ein ärmer Greis von 73 Jahren, der kinderlos gestorben. Unser früherer ' Tohtenhof ist in der Nähe dieses Dorfes, etwas über ^/2 Meile von unsrer Stadt entfernt. Obzwar dieser Todtenhof seit der Eröffnung des neuen hiesigen nicht mehr benutzt worden ist, so geschah die Beerdigung jenes frommen Greises ausnahmsweise noch, auf dem alten, und fast die ganze hiesige Gemeinde war hinausgefahren, unr noch einmal einer Beerdigung auf jenem uralten, ehrwürdigen Platze beizuwohnen, der viele Hunderte von Denksteinen aufweist. Die älteste noch lesbare zeigt ein

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