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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-07 · Heft 19 (7.5.1861) · p. Seite 270

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 19 (7.5.1861)
Date
1861-05-07
Page
Seite 270 (sequence 12)
Language
German
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^züglich erfordert hätte, zu thum unterließen." Erwägt "mandaß dies in einem Lande und zu einer- Zeit -geschah,, wo die zügelloseste Anarchie -herrscht- und wo es gefährlich ist, einem rohen Hauftn von Siegestmnkenetti -gegenüber den Bestegten und Verfolgten' schützend beizustehenso wird mau dieser von schutzlosen Juden geleisteten Hülfe in der Noch die vollste Würdigung und Bewundemng nicht versagen können! — . Dagegen tritt uns -wiederan andern Orten, wo der Gährungsproceß der Neugestaltung unter dem Schutze der Gesetzlichkeit vor sich geht, die erßeuliche Erscheinung entgegen, daß der noch vorhandene mittelalterliche Schutt allmählig. weggeräumt wird und an dessen Stelle die Schattenrisse zeitgemäßer Gestaltungen immer deutlicher zum Vorschein kommen. So entnehmen wir der „Presse^ nachstehende zwei'Notizen: „Wiener-Neustadt" gehörte bis indie neueste Zeit zu jenen „ppvilegirten" Städten, in welchen ein Jude weder sich ansiedeln noch überhaupt übemachten durfte. Die in dieser Stadt handelnden Juden übernachteten gewöhnlich in dem eine Viertelstunde entfernten Neudörfl (jenseit der Leitha) und hatten in Mattersdorf ihren Wohnsitz. Seit der neuen Gewerbeordnung -haben sich nun schon mehrere Israeliten in Wiener-Neustadt etablirt. Es -sind jedoch schon früher dem Uebernachten der Juden wenig Hindernisse in den Weg gelegt worden." Ferner : „Die Juden , welche - sich seit dem Jahre 1848 in Städten und Dörfern Niederöfterreichs, wo sie auch schon im 12. Jahrhundert Grundbesitz hätten, wieder angesiedelt haben, so wie Krems, St. Pölten, Klosterneuburg, Stockerau u. A. m., haben nun die Bewilligung erhalten, sich als Gemeinden zu constituiren. Die Juden in Krems, - bei -400 an der Zahl, haben den ersten Secretär der Gemeinde in Wien, vr. L. A. Frankl, eingeladen, die Gemeindeordnung zu -entwerfen." Bei der am 4. April in Lemberg stattgehabten Deputirtenwahl zum -galizischen Landtag erhielt der den Lesern des y-idnn wohlbekannte 'Markus Dubs -bei 3147 Stimmenden'2679 Stimmennach ihm erhielt der-vom 48er Reichstag her bekannte Dr. - Smolka die meisten Stimmen, 21-62. Auch in Kräkau wurde an demselben Tage I>r. Samueksohn von einer bedeutenden Ma,- jorität zum Vertreter' dieser Stadt beim Landtage gewählt; bei den Vorwahlen schien die Wahl vr. Oettingers -gesichert.—- Auch bei der Wahl des! Gemein- Herathes der Stadt Triest, M unter dem Vorsitze des Alters-Präsidenten Daniel Earoli (Israelit) stattfand, ward! ein Israelit- Joseph Morpurgo, Bänquier unter der Finna gleichen Namens undbelgischer Consul, zum zweiten Vice-Präsidenten gewählt. - - Es dürfte den auftnerksamen Beobachtern nicht entgangen sein/ verdientaber nichts desto weniger ln diesem, den Interessen des Judenthums geweihten Blatte einregistrirt zu werden, daß derin der frühem österreichischen legislativen und administrativen Terminologie unvermeidliche, in der Amtssprache -stereotyp gewordene Ausdruck „Jude"*) in neuester Zeit -vermieden und dafür die Benennung „Israelit" gebraucht' wird." Es wird daher in dem verjüngten Oesterreich keinen Ju d e n haß, keine Judenfeinde, keine Jud enVerfolgungen und keine Juden Hetzen mehr Üben! — bNhirp Heil Dir, o Israel! Rußland. u- Warschau, 7. April. .Jn.P l o ck hat die Äaufmannsressource einstimmig die Aufnahme jüdischer Mitglieder beschlossen. Bei der Abstimmung über die Aufnahme .von drei angemeldetey befand sich in der Urne auch nicht eine schwarze Kugel. . , . '. — . Laut amtlicher Bekanntmachung hat der Commerzienrath Hermann Epstein die Summe von 40,000 Gulden bei der. polnischen Bank mit per Bestimmung deponirt, daß die Zinsen für die .bei der Warschauer Rechtsschule studirende hülssbedürftige Jugend ohne Unterschied des Standes und Bekenntnisses verwandt werde. Der Administratioysrath hat diese Schenkung angenommen. . , Man sieht aus solchen T.hatsachm, daß m Wirklichkeit von den polnischen Juden und Christen die nachdrücklichsten Schritte geschehen, um ein inniges, .gegenseitiges Verhalten zu documenti.r.en und zu beweisen. Es ist bekannt, welche.WendchW die. Angelegenheiten in Warschau in den letzten Tagen genonlmen; jedenfalls über wird die Behandlung unsrer .Glauhensge- ' *) Man nehme irgend ein Sammelbuch politischer Gesetze zur Hand, da wird 'man zuerst auf die sieben Judenvrdnungen (Judenordnüng f.-b..Königr. Galizien - »Jude'No.rdnung f.^ d> Mntgr. Böhmen.) HMenoydnvng sssd.Mavkgxafschaft.Mähren u. stoßen-; dannsindej. ma.U>ün .alphabetische.n Uachschl-Mgistex mehr ak§dDißjg. HgAppsitä mit „Juden", wie: Jüdenansiedelüng, JÜdenarmenhW, Judenauswanderung,Judenbegräblnß,Judengebethäus,-Judenbezirk rc.-c. - - - - - --l

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