Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-07 · Heft 19 (7.5.1861) · p. Seite 268

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 19 (7.5.1861)
Date
1861-05-07
Page
Seite 268 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226256-3226276--19427-3248441
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

S68 in -nicht allzuferner Zeit in Amerika geht. Alles-schrecklich. rasch .-7-> den Kreuzigern- -IM hie- Pomchristlichen Standpunkte aus schwarze That. vielleicht nicht, minder hoch anfchlagen, als den Negern die schwarze Farbe. Und doch giebt es selbst^ eingewanderte- Jude.n,dies -verblendetgenug sind, für die Secession und S! für das Sclaveninstitut sich zubegeistern!:. Daß die Eingewanderten, welche, Bürger der Vereinigten Staaten gewordenniemals Bürger, der ausgetretenen-Staaten, .so lange der Sonderbund..von der Bundesregierung nicht-förmlich anerkannt ist, werden können, ohnedas Verbrechen, des- Meineids auf sich zu laden , daran scheint, vollends. Niemand zu denken. Zeitungsnachrichten. O österreichisch er Kaiserstaat. Pesth, 17. April. (Privatmitth.) In der heute gehaltenen Generalversammlung des „Pesther bürgerlichen privilegirten Handelsstandes^ wurde von. dem Repräsentanten der Productenhättdler, Herrn I. L e o p o ld, folgender sehr bemerkenswerthe Vortrag gehalten. -Der Jnhaltzdieses Vorttages, der die gegenwärtige Situation unserer Glaubensgenossen in Ungarn charakterisirt, macht es uns zur Pflicht, denselben hier aufzunehmen. Es ist uns aber bis jetzt nicht mitgetheilt worden, ob derselbe einen ^günstigen oder -ungünstigen Erfolg gehabt habe. Die Redaction. Löbliche General-Versammlung! . Es sind drei Jahre her, als ich die Ehre hatte, dieser geehrten Körperschaft den Antrag, vorzulegen, daß in Folge des Hinzutrittes der israelitischen Kaufleute und der dadurch erfolgten Vermehrung der Mitglieder in den einzelnen Branchen die Vertretung auch eine erweiterte werde, und zwar daß statt zwei, nunmehr drei Vorsteher gewählt werden sollen, von denen Einer immer israelitischen Glaubens sei, und daß bei den betreffenden Classen eine Vermehrung . ihrer Repräsentanten vorzunehmen wäre, und in den Branchen, wo Israeliten sind, stets wenigstens ein israelitischer Repräsentant an den Berathungen- Theil nehme. Bei Einbringung dieses Antrages war ich so glücklich, denselben mit Acclamation gebilligt zu sehen, und dennoch wurde bei Ausführung nur der zweite Theil der Motion ins Leben gerufen, während es den ersten Theil betreffend, beim Alten blieb. - Wir wollen nun in Folge Ablebens des tief und allgemein betrauerten ersten Vorstehers, des Herrn Nico laus P sch er er > eine Neuwahl vornehmen; es bietet sich demnach-auch die Gelegenheit,, das/Versäumte nachzuholen; ich. bitte also, die geehrte General-Versammlung wolle diesen meinen Antrag,, nämlich die Wahl von drei Vorstehern p worunter stets einer mosaischen Glaubens sei, gütigst annehmen. - y>j , Trotzdem es Undank wäre, nicht anzuerkennendaß wir Israeliten seit Eintritt in dies geehrte Gremium gewiß keine Ursache haben, uns über Zurücksetzung zu beklagen, lege ich doch ein großes Gewicht auf Annahme dieses meines ergebenen Vorschlages, weil es Angesichts der schiefen Stellung, in welcher sich die Juden in unserem. Vaterlande befinden/ eine erhebende, Manifestation sein wird, wenn der zum größeren Theile aus Christen bestehende Handelsstand der Hauptstadt einen solch eclatanten Beweis der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Conftssionen geben wird.. . Der Jude liebt sein Vaterland so heiß, daß er demselben gern jedes Opfer bringt, der ungarische Jude wissend, daß seine menschlichen Rechte von dem jetzt tagenden Landtag nicht weiter hinausgeschoben werden können; bis dahin es jedoch kein gesetzliches Forum giebt, das sein Loos verbessern könnte, hat sich mit-eben solchem Eifer an die 1848er Gesetze angeklammert, als jeder Compatriot anderen Glaubens. - . . Beweis, daß dem so. ist, sehen Sie, meine Herren; jedes kleine Häuflein-im Lande sammelt sich/ - Jeder will seine eigene Nationalität hoch und heilig gehalten, sehen, Jeder hat andere. Wünsche, -andere Hoffnungen, Alle berufen sich auf die Vergangenheit, auf die Geschichte; — auch der Jude hat seine Vergangenheit, seineGeschichte, seine großen Namen, Träger von Tugend-, Heldenmuts und auch Herrschergröße; der Seelenzahl-nach sind wir Israeliten im Lande beinahe zwei Mal so viel als die Sachsen in Siebenbürgen; — all Dies jedoch setzt der Jude dem Wunsche hintan, gleiche Rechte-mit seinen Brüdern zu genießen, gleiche Pflichten mitihnen zu-tragen, kurz als Ungar anerkannt zu-werden, weil er. dies bei Ausrechthaltung - seines altererbten Glaubens wirklich mit Herz und - Seele, Gut und- Blutist. -. Der Landtag, meine Herren,- hat begonnen, meine Glaubensgenossen hoffen mit mir, daß durch denselben die gerechten Forderungen Erfüllung finden-werden; es handelt .sich aber darum, daß dem Lande und dessen Vertretern eclatant bewiesen wird, daß. das-Bürgerthum, dem man allgemein mit Unrecht, ich - will's mit dem wahren Namen nennen,. Judenhaß.vorwirft, fern

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.