Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1861)
- Date
- 1861-05-07
- Page
- Seite 266 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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um der, Erhaltung der Sklaverei willen, ohne daß alle Grundsätze des staatlichen Lehens mschüttert und durcheinandergeworfen ohne daß alle socialen und sittlichen Ansichten verdunkelt werden. , Es-ist daher natürlich, daß auch, die Stellung und. Verhältnisse unserer Glaubensgenossen sowohl in den Sclavenstaaten, als auch in denen, welche zwischen Norden und Süden noch schwanken, gefährdet find, und das aus Europa hinübergepflanzte Vor-, urtheil . sich -wieder geltend macht. Wie wir es bereits früher langedeutet, haben sich zwar einige wenige Stimmen auch aus dem jüdischen Lager für die Sclavenstaaten verlautbar gemacht : die immense Mehrheit der Juden aber'steht treu zur Union. Daher der Aerger der Secessionisten. Zur Bezeichnung, der Situation, theilen wir folgenden Artikel aus dem Aprilheft des „Sinai" mit. Mit Vergnügen veröffentlichen wir in Nachfolgendem ziemlich vollständig nach dem, von Herrn Isidor Busch, Mitglied der Staatsconvention aus Jefferson City, uns zugesendeten ,;Dailly Jefferson Examiner“ eine Rede, welche neulich in der genannten Legislatur Herr M. Friede, zu-, gleich Präsident der jüdischen Gemeinde zu St. Louis, zur Verteidigung seiner Glaubensgenossen gegen vorurtheilsvolle Aeußerungen hielü Bedauerlicher Weise konnten wir die Anklage selbst in dem genannten Blatte nicht finden, doch ist dieselbe' aüs der Erwiderung leicht zu erkennen.?) Herr Friede äußert: „Als der einzige Repräsentant von jüdischem Bekenntnisse in diesem Hause , halte ich mich für verpflichtet, auf die Bemerkungen des Herrn aus Jackson in Bezug auf „das alte Gottesvolk" kurz zu erwidern. Ich danke meinem Gotte, daß die Vereinigten Staaten von Amerika, deren Constitution zu unterstützen ich geschworen, mir und nmeinemI Volke die Rechte freier Menschen verliehen. Hier fanden wir ein Asyl gegen den Druck in Europa, und dafür suchen wir unserm Lande zu lohnen! durch unsere Industrie, unsere Arbeit, unser Capital und'insbesondere — in diesen schwierigen Zeiten — durch unsere! Anhänglichkeit an die Flagge, die uns Segen nach Innen und Schutz nach Außen gewährt. Der große Lord Petcrsborough bemerkte, er sei für einen parlamentarischen König und eine parlamentarische Constitution, nicht aber für einen parlamentarischen Gott und eine parlamentarische Religion. Im Namen'meiner Brüder dar^ke ich den Vätern *) Wie wir aus dem „Jew. Messenger“ ersehen, hatte ein Mitglied der'Legislatur bei Gelegenheit der Bank-suspensionbill gegen die Juden als zusammenhängend mit den Lavings Banks von S. Louis gesprochen. Red. d.:A. Z. d. Jud. dieser Republik für die Constitutiondie' sie; schufen, und ich bete zu Gott, daß er uns für immer verschont lassen möge von meinem „konstitutionellen Gott" und einer „konstitutionellen Religion." *) Um aber dem genannten Herrn in einer mehr direkten Weise zu erwidern, wünsche ichchervorzuheben, daß die Juden die Väter des Handels und der Banken sind, die Schöpfer des Wechselsystems, das so eng verschlungen, ist mit dem Geschäftsverkehr sowohl zwischen Einzelnen, wie ganzen Nationen, und unsägliche Vortheile gewährt. Einige der sichersten und berühmtesten Banken in Europa haben eben sowohl ihre Entstehung, wie ihre Fortdauer dem Geschicke und Capital der Juden zu verdanken. Daran sollten amerikanische.Gesetzgeber und Kaufleute sich ein lehrreiches Beispiel nehmen. Der Name Rothschild ist überall ein heimischer Klang. Die finanzielle Geschicklichkeit dieser Familie hat sie zu einer Weltmacht erhoben. Die Anstellung. Fould'sals französischen Finanzministers liefert einen schlagenden Beweis, wie hoch der weitsehende Napoleon das jüdische Talent in Finanzangelegenheiten anschlägt. Eben so wird von D'Jsraeli eine der hervorragendsten Stellungen im englischen Ministerium eingenommen. So ist die Geschichte der Vergangenheit und der Gegenwart ein Beleg für die ununterbrochene Anerkennung, der ausgezeichneten finanziellen Geschicklichkeit dieses geschmähten Volkes, das Leute, ohne Einsicht blos für eine Nation von Geldwechslern, Geldmachern und Geldsammlern halten. Es ist Thatsache : die Juden beherrschen oft den Geldmarkt und werden eben so oft von Kaisern und Königen um Rath angegangen, wenn es gilt, den „Nerv der Kriegsführung" oder die Mittel zur Ausführung öffentlicher Verbesserungen herbeizuschaffen. Wäre dieses Volk im.Direktorium der Missouri-Bank geziemend repräsentirt, so würde sich dieselbe nach meiner Meinung jetzt nicht in der traurigen Lage befinden, die Hülfe des Staates ansprechen zu müssen. Man blicke doch hin auf die Sparbanken in St: Louis,, an welchen einige Juden als Stockhalter, und Direktoren sich betheiligen; sie behaupten im Verhältnisse zu andern solchen Anstalten eine beneidenswerthe Stellung.: Wo wäre auch nur Ein Geschäftsmann vorhanden, der über die Verwaltung derselben Beschwerde führen möchte? Doch besitzt der Staat Missouri eine Institution, womit mein Volk allerdings nichts zu schaffen hat — ich meine: das Zuchthaus, das wir von diesem Capitole aus wahrnehmen können, *) Die aber doch in den ausgetretenen Staaten nicht ausbleiben werden. . Die Red. d. Sinai.;