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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-07 · Heft 19 (7.5.1861) · p. Seite 264

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 19 (7.5.1861)
Date
1861-05-07
Page
Seite 264 (sequence 6)
Language
German
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lich Freiherr Anselm von R^o t h sch i lb. Hiermit ist der Ihatsächliche Beweis geführt / daß nicht blos von unten her,; sondern auch von den höchsten /Spitzen der österreichischen Staatsregicrungdie; Unabhängigkeit der Rechte vom .religiösen Glaubensbekenntniß anerkannt und. bethätigt wird^/. . : Man kann sich daher vorftellen, welchen Sturm die neuliche Kundgebungüber eine in-der Emancipationsfrage der ungarischen Israeliten bei dem Grafen Karolhi gehaltene' Conferenz hervorgerufen hat (S. No. 18. d. Z.). / Gemehrt wurde die Aufregung durch eine, später veröffentlichte Erklärung. des genannten Magnaten: „Erstaunt las ich in mehreren Blättern die irrige Mittheilung, daß ich gelegentlich des bei mir am 17. h. auch auf den Wunsch mehrerer angesehenen Israeliten in Angelegenheit der Gleichberechtigung der Juden stattgehabten Ideenaustausches erklärt .hätte, daß die große Majorität der Deputaten sich jedenfalls für die Emancipation aussprechen werde; da:ich hierzu'weder berufen noch berechtigt war, so habe ich eine solche Erklärung weder gemacht, noch konnte ich sie machen." — Hiermit hat dieser Magnat Alles,! was sonff/über die gefallenen Aeuße? rungen in die Oeffentlichkeit gekommen, bestätigt, und nur das einzige günstige Moment geläugnet, daß die Majorität: für die Emancipation oder vielmehr, für: eine Emancipation in ihrem .Sinne sei. Daß,die ganze Kundgebung darauf hinausläuft, den. Juden Furcht einzuflößen, damit sie von. ihrem Verlangen: selbst abstehen mögen, wird auch ans Correspondenzen /klar, die sich: in deutschen Zeitungen finden. Wir führen nur eine aus der Köln. Ztg. an: „Die-hier weilenden Juden aus Ungarn hegen zur Zeit große! Hoffnungen^ daß; die Emancipation vom Landtage zum Gesetz erhoben würde. Wenn sie sich jedoch erinnern möchten,! daß gerade: um dieselbe Zeit des Jahres 1848, als gleichfalls die Emancipationsfrage aufs Tapet gebracht wurde, eine solche Aufregung unter der ganzen Bevölkerung gegen die Juden entstand, daß zu deren Beschwichtigung unterm 22. April 1848 eine vom Minister-Präsidenten Grafen Batthyanyi gefertigte Verordnung erlassen werden mußte, nach welcher „wegen des gereizten Zustandes in Pesth-Ofen gegen die Juden" diese aus der Nationalgarde zu entfernen, ihnen'die Waffen abzunehmen, und alle seit 1839/40 nicht gesetzmäßig angesiedelten Juden aus dem Lande auszuweisen seien : .so hätten sie wohl triftige'Gründe, über die Folgen einer durch Gesetz octroyirten Emancipation sich, nicht allzu sehr zu freuen." - / Als / >ein, Zeichen anderer Art führen wir aus; einer uns! zugekommenen Korrespondenz nur folgende Stelle an-: „Mit der Mittheilung des Inhaltes der am 18.-April durch ein Gesuch der Pesther Jsraelit.engemeinde, in wer. Sitzung der Pesther Repräsentation veranlaßten Debatte, worüber „?68ti Hirnök“ berichtet, wollen wir die Leser verschonen; eine Debatte zwischen den Bürgermeistern von Saaz und Seibusch konnte nicht ehrenrühriger und für die Juden verletzender gehalten werden."- Es ist uns nicht..möglich.und scheint uns auch nicht räthlich, die vielen Zuschriften zu veröffentlichen, welche uns über diesen Gegenstand zugekommen, sind. Nur folgende Stellen seien hier der. faktischen Wichtigkeit wegen gegeben. : Gr. Becskerek, 22. April. Merkwürdig aber ist es, daß bis heute weder'eine Berichtigung von einer Seite, noch eine. Protestation von den jetzt in Pesth anwesenden jüdischen Vertretern ,gegen eine solche schmähliche Transaction in einer so hochwichtigen, heiligen Angelegenheit erfolgt ist. Warum haben die jetzt, auf Einladung des Pesther Vorstandes versammelten - Vertreter .nicht sogleich^ öffentlich/ gegen , ein solches Feilschen mit den theuersten Gütern, gegen solche hämische.Angriffe auf unsere heilige Religion protestirt? Was haben, die Herren Meisel und Löw dem Antragsteller erwidert? Haben sie etwa sich..ganz passiv dabei verhalten /und ehrfurchtsvoll diehohe Weisheit des . Magnaten angestaunt? : Es ist dies keine bloße Neugierde, die diese Fragen aufwirft, sondern die jüdischen Gemeinden wollen wissen, wie man die Ehre des. Judenthums gewahrt hat, und wie sie von ihren als Vertreter. sich gerirenden Mitgliedern gewährt wurde. Mehrere Wiener Blätter, Ostdeutsche. Post, Ost und West u. s. w.: brachten gestern nach einer lithographischen .Correspondenz einen sehr schönen, gut'geschriebenen Artikel hierüber, der schlagend die Insinuationen des. Grafen K. abfertigt; aber die Pesther Blätter sind mäuschenstill. Es ist das ein trauriges Syurptom, daß man an maßgebender Stelle in einer so gerechten Sache nicht vorzugehen wagt., und daß. sogar von einer gewissen Seite ein mächtiger Druck, auf die sogenannte öffentliche Meinung, die Presse, ausgeübt wird; denn sonst läßt sich dieses unmotivirte. Schweigen gar. nicht erklären. Sie werden mich also entschuldigen, da dies jetzt schon post leMum kämedaß/ich mich nicht, auf eine. Analyse des Unsinns — denn. die Propositionen des Herrn Grafen Karolyi sind, gelinde gesagt, baarxr Unsinn -7-- einlaffe. Das. ganze Manoeuvre war nur ein „Fühler", das zum .Glück höchst fatal ausgefallen , ist. . Doch - all notam

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