Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1861)
- Date
- 1861-04-30
- Page
- Seite 255 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/3224737-3226256-3226275--19413-3248426- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
25S schristen . per Estafette, eingekommen. Unsere Glaubens-! genoffen-zu Kowno mnd zu Wilno, die-ebenfalls durch , Estafetten von dem Vorgefallenen in KenntNiß gesetzt würden, blieW äüch Nicht MchW uüd verwendeten sich' persönlich mit^ gutem Erfolge bei Ihren Mcellenzen den Gouverneurs zu Kowno und zu Wilno, und .wahWd-üie, CommWon.-zu Schäwlan türkisch wirthschaftete, wurde von Ersterm ein Capitän der Gensd'armerie, Kr aiM^Mst Minnen-zur Untersuchungscommisfiow beordert, der aber nicht im Geiste seines Senders handelte, und anstatt die ganz obensch.wimmende Wahrheit 'aufzufischen, ließ er sich herbei, das unrechtmäßige Gebahren der Commisston fördern zu helfen. Er beg'ann vön Neuem die armen Juden mit stundenlangen Verhören" zu martern und nahm eine Anzahl alÄMVM^nd m Beschlag, in denen nach seiner Meinung dieQuelle des Blutbedürfniffes bei den Juden am - Ostern enthalten' sei. Endlich wurde auch Seitens des General-Gouverneurs Hin Ädjsttant, KÄf^ Holstof^ derselbe, der auch in ^oniaiV6^i '^oWoätcA:anbtq^4i 1 jäiig war, nebst dem bei ihm zu besonder» Äufttägen befindlichen Juden/ Herrn L/Lewando, dorthin abgeschickt, wo sie auch -E-24.-März^aMÄgM/-Wot'!)resÄ"'Herren^'gestand der obengedachtejÜpisthe Angeber sogleich , daß er im Gruttde' von Nichts wisse, sondern lediglich auf Versprechungendes- Hofcommiffärs und des Arztes nach Men Angabe ein. ZeÜAmß Dgelegt habe.' Nachdem < Graf Tolstoi' noch Manche Erkundigungen über den Wahren Bestandtoer5)ijjtge, fe^rte er nach Wilno zurückdenn weiter lautete seine Instruction nicht. Auch 'Capitän Kraiski wurde^abberufen. Die- Commission setzte noch mehrere Tageihre Arbeit fort,? natürlich^ aüf viel sanftere Weiset Zehs ist die Cpmmisston:^6crettöV9ef$fo(Jeiu <Sie bie Juden zwar! für: um sch uldi g erklärt, bei .Alledem zwei von ihnen^ unter polizeiliche' Aufsicht gestellt und mehreren'Andern j verböten, ihren Wohnort zu derlaffen.' Die wahren An- - stifter aber dieses größeN.Hkändats würden, weder vor-; genommen ndch> ^zür; VerantwoMchkeit gezogen. Der, Graf Tolstoi; und Herr Lewando haben, dem! MiegS-Gouvernem zu, Wilno einen ausführlichen Bericht Mber ihren Auftrag eingereicht und' ist von diesem gMWrzigen Und ' meüschenfteundlichen Würdenträger - ^e-MndWÜg) ded;T)ifltze Hm Bessern nächstens zu Diese traurige Begebenheit zu Schawlan-eine Mette; Auflage des vor 20 Jahren zu Damaskus zu Tag e ge- . ttetenen Blutwerkes, wenngleich in, kleinerem Format, ist zu unserer Zeit, in unscrem Lande so, überraschend,^ himmelschreiend, daß wir uns alles Argumentirens enthalten und die bloßen Thatsachen nackt wie die ursprüngliche Wahrheit hinstellen, deren stummer Anblick mehr denn Tausend beredte Zungen zum wahren Mensch en- Herzen sprechen wird. Nur wundert' es uns,, daß jetzt noch, nachdem auch, die hiesigen Juden durch tyr neu* liches Benehmen in der syrischen Angelegenheit einen Schritt näher zu den Christen, nachdem auch die Christen im Königreiche Polen bei den letzten Begebenheiten einen Schritt näher zu den Juden gethan, unsere samogithischen Polen in ihrem verjährten Jüdenhäffe starrköpfig verharren, so daß sie zuweilen auch die Stimme des gesundesten Menschenverstandes überhöremWann wird es endlich anders werden! - L.'Gordon. A n z eigen. - ' Wir beabsichtigen, in unserer - Gemeinde-zum lsten Juli d. I.; ,FS 1) den ersten Religionslehrer in der Person eines Predigers mit rabblnischer QuälificaiioN'mit einem jährlichen Gehalte von 600 Thlrn., ''' - 2) einen zweiten Rfllgionslehrer^unverheirathtt, der die Fähigkeiten besitzt- Gesangstnterricht zu ertheilen, ei- ' ' nen Synagogenchor heranzubildett und denselben wäh- '' ' rend des Gottesdienstes zu dirigiren, ferner die Functionen eines Hülfscantörs.'und/die deszu erfüllen im Stande ist, mit einem jährlichen «Zehalje von 250. bis 3.00 Thlrn. anzustellen. Qualificirte;Bewerber wollen ihre entsprechen- -Ven' Ztngniffe bis 'zuw 15ten Mär d: 'I. uns portofrei einreichen. Reisekosten zur Präsentation werden nicht vergütet. Fra n k fu r t a/O., den, 10., April 1861., , . Der Vorstandder Synagogen - Gemeinde. ' Die hiesige Lehrer - , . SchächLer- und Vorbttör-Sielle mit einem anständigen. EinHmmen, ist vom i. October d, I. neu' W besetzen.! .Darauf. Reflectirende wollen sich baldgefälligst bei dem 'Unterzeichneten Vorstände meldeM Aklenstein den 29. März 1861. ^, Der Synagogen - Mrstand. 18**