Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1861)
- Date
- 1861-04-30
- Page
- Seite 251 (sequence 7)
- Language
- German
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Männer ^tn bctn>'in Nö. 15 d. Bl.,'rstitgbtheilten'Cir- 'culärdleser'Impertinenz so rasch und so kräftig entgegen' Äatem' Obwohl dies zur Abhaltung der Ge-; meinden 'von einer Parteiergreifung für Hirsch gar nicht; nöthwendig gewesenj da gerade die Gemeinden Mäh- / rens' sehr Wohl emfehen gelernt, was sie vdn Hirsche zll halkett West' und anderseits Hrankel's Name in Mährest' einen sehr ' guten Klang hat. Nöthwendig war der-Schritt nur darum, weil man sonst das Schweigen Mährens schon als - Zugeständniß ' und ' nur' aus der uns zugeschriebenen Apathie für alles Große erklärt hätte. Jetzt sehen aber die Herren, was sie hier gelten.i Auffallend jedoch ist nur Eins daran, daß nämlich diese Abfertigung gerade in Brünn zu Stande kommen konnte, unter den Augen des dasigen jungen Rabbiners/ eines Schülers, Verehrers und Nachtreters von Herrn Hirsch, eines Mannes, der es nicht wagt, seine Gemeinde oder ein Brautpaar rc. mit dem üblichen ■p-o''' zu' fegnen, weil dies nur eine Function des; Cöhärim sei; der um jedem Anstoß von' np'iri zu vermeiden, die übliche spitze Ornatskäppe mit einer runden vertauscht; der Hrn. HLrsch's Allegorie-Manie mit den veralteten Druschwitzen des Jaroth Dewasch und Bine leittim zu vereinen bestrebt ist; daß unter den Augen dieses Mannes ein solches Circular zu Stande gekommen, erregt die größte Verwunderung. Wußte der Rabbiner von Brünn nicht von dem, was mehrere Gemeindevorstände daselbst verhandelten? Oder wußte er darum und ist dem selbst beigetreten? Letzteres wäre uns' steilich. sehr angenehm; denn es würde der Welt - den Beweis liefern, wie dauerhaft Hrn. Hirsch's Lehren - sein müssen, wenn er von seinem eigenen Schüler desavouirt wird. 4. Aus Ungarn, 12. April. (Privatmitth.) Mit fieberischcr Ungeduld und erwartungsvoller Unruhe sind die Augen des Landes nunmehr nach dem Mittelpunkte desselben, nach Pcsth gerichtet, wo seit einigen Tagen das großartige Drama des Landtages begonnen hat. Die Parteiumtriebe in den Comitaten machen plötzlich : Stillstand. Alles hält gleichsam den Äthem an, um auf die mächtigen Herzschläge der ihre Lebensthätigkeit beginnenden beiden Landeskammern hinzuhorchen. Es ist dort noch 'ein' schäumendes Chaos urwüchsiger pö-‘ litischer Capacitäten.- Die Parteien sind noch nicht gefbriberty noch keine'' Ueberficht gestattend. Ein Jeder wünscht 'däs'Wöhl des Landes; aber die Meinungen über das zu Thuende sind erst im Werdest - begriffest. Die Losung ist noch nicht ausgetheilt, Freund und Feind noch nicht zu erkennen. Man weiß stoch nicht, wer rechts und wer links steht. Ja über die Begriffe von rechts und links ist man noch nicht im Klaren; und ist es ein prägnantes Zeichen der Situation, daß der Vorkämpfer der Patrioten, der edle Deak, nach den ersten Worten, die er gesprochen, von seinen Wählern ein Mißtrauensvotum erhielt, weil diese Worte zu wenig radical waren. Was demnach wir Juden von der bunten Musterkarte politischer Capacitäten, welche über die Zukunft des Landes entscheiden, zu erwarten haben, läßt sich demnach noch nicht absehen. Neben einem Eötvos, Deak, Teleky, Szalay, Deseffy, Klaüzäl, Palotzi, Beöthi, Nyr'sti, Bezersdi, Jökai, Balloghi, Sotnsich, Andrüsi rc., Männer,, deren Namen voll Goldklang längst schon in Jedermanns Munde sind, und die sich schon so oft wiederholentlich für uns offen ausgesprochen habest, — sitzt auch eine lange Reihe bisher unbekannter Namen, die wohl ihren Patriotismus, aber noch nicht ihre politische Meinung zu bethätigen Gelegenheit hatten. Es sitzt aber auch dort beispielsweise ein Herr v. R., der vor nicht langer Zeit einen jüdischen Pefther Großhändler halb todt prügeln ließ, weil er bei feistem Eintritte in das Spiegelbad zu Sz. dasselbe nicht schnell genug verließ. — Schmerzlich vermissen wir jedoch dort den edlen Grafen Barkätzy, den Ersten und Einzigen, welcher sowohl beim Wiener Reichsrathe, wie auch bei der Grauer Conferenz mit beredtem Feuereifer und rücksichtslosem Freimuthe unsrer Sache das Wort geredet. Derselbe dürfte zwar auch bei der Magnatentafel als erfahrener Ulysses seinen Platz finden. Aber ein böses Omen für die Unpopularität unsrer Sache im Lande ist es allenfalls, daß dieser Mann-, dem als Vorkämpfer des Landes im Reichsrathe die ganze Nation entgegenjauchzte, vielleicht in keinem einzigen der 336 Wahlbezirke blos darum nicht gewählt wurde, weil er — ein offener Verfechter der Judensache rst. Wären diese Erscheinungen geeignet, uns mit Trostlosigkeit zu erfüllen, so wurden andrerseits in den jüngsten Tagen so mächtige Stimmen für uns laut, daß wir dem sichern Siege stnsrer Sache mit Bestimmtheit entgegensetzen, und dies nur mehr als Frage der Zeit betrachten können.'—Wie schon so oft, ist auch jetzt unsere Zerstreutheit in aller Herren Länder zugleich üst-