Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1861)
- Date
- 1861-04-30
- Page
- Seite 250 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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gemessener Schulen und,, alles. Dessen, was zum Heileder Gemeinde gereiche,., öffentlich vorwirst. Es wird dann in dem Proteste dargelegt, wie jene Vorsteher und Repräsentanten sich, als eine Neuwahl stattfinden sollte, zur provisorischen. Commission und wiederum als solche zum Wahlcomitö constituirt, eine vorgenommene, Wahl, an der sich, die Gesammtgemeinde thätigst betheiligt, umgestoßen, und den Satz aufgestellt hätten, daß Niemand Gemeindevorsteher werden könne, der nicht bereits Gemeinderepräsentant. gewesen.; Ebenso hätten sie ein Circular der Pesther Gemeinde, „welches alle jüdischen Gemeinden Angarns, einladet, sich an einer allgemeinen Berathung, Betreffs der Wahrung und Förderung der Interessen der ungarischen Juden, durch Tstputjrte aus ihrer Mitte zu betheiligen, nicht, nach Beispiel anderer Gemeinden veröffentlicht und die Gemeinde-Contribuenten zur Deputirtenwahl aufgefordert, sondern es nach ihrer Weise mysteriös abgethan, und werde hierdurch die Preßburger Cultusgemeinde dort, wo es sich: um ihre höchsten Interessen handelt, nicht vertreten sein." Hiergegen erhebt das Comits Protest.und macht die bisherigen Vorsteher und Repräsentanten für jeden Act ihrer Gebahrung verantwortlich. — Wir sind begierig zu erfahren, ob weitere Schritte geschehen, denn bekanntlich sind Proteste, falls sie nicht durch Thatsachen unterstützt werden, leeres Papier und nur Zeugnisse der Schwäche. . ' . . - _ Aus Mähren , 15. April. (Privatmitth.) Auch im mährischen Landtage sitzt ein Jude Hr. M. Gompexz. aus Brünn, als Deputirter der dortigen Handelskammer, und er sitzt: n ich t als stummes Mitgliep da; er ist der Urheber eines einmüthigen -Beschlusses unseres Landtag es, wodurch derselbe - seine Selbstständ igkeit und, sein Festhalten an der Verfassung vom 26. Febr. bekundete, nämlich der Ablehnung der Regierungsvorlage betreffend die jetzt schon vorzunehmende Wahl von Ersatzmännern der Reichsrathsabgeordneten für den Fall, daß, einer derselben . - seine Functionen auszuüben verhindert wäre. Motivirt wurde diese Ablehnung da-, durch, daß in der Verfassung vom 26. Febr. eine solche Ersatzwahl von Vornherein nicht begründet ist und daß, das Ministerium und die Regierung ohne den Reichsrath keine Aenderung in der Verfassung mehr vornehmen könne. Man sieht hieraus, daß der Jude nicht blos s ein e Interessen, sondern auch die des - Staates ganz wohl zu vertreten geeignet ist. Wir hätten wohl mehrere unserer, Glaubensgenossen als Abgeordnete--ha-; j ben können, -wenn nicht der bereits festgesetzte Wahltags welcher wegen der, Kürze der bis zur ErWuyg pes. : Landtages gewesenen Frist nicht mehr abgeändert.wer-, den konnte, unglücklicherweise mit dem ersten Passahtage collidirt hätte. Die Stimmung im Landes.ist-; größtentheils eine günstige füruns zu. nennen. Kie Programme aller Parteien enthalten die Gleichberech-! Fügung aller Confessionen. .Selbstdie-Adelsparteihebt diesen Punkt, sehr bedeutend hervorunddaßsiees ehrlich meint, beweist, daß unser Adel sich schon längst. von, dem Ableger der Kreuzzeitung, dem famosen „Vaterlande" losgesagt hat. . Als ein Beispiel, wie die Abgeordneten ihre ,Wahlreden hielten, will ich nur. einerr? Satz, aus einer mir vorliegenden Wahlrede des vr, Giskra in Brünn anführen: „Es iswzwar^auch schon-! in Oesterreich ziemlich lange her die Unabhängigkeit der ^bürgerlichen und politischen Rechte der, Staatsbürger Won dem Religionsbekenntnisse ausgesprochen; aber, wie!Sie alle wissen, m. H., lange noch nicht durchgeführt., Wäre es, um ein nahe liegendes Beispiel zu nehmen, nicht selbstverständliche Folge jenes Grundsatzes gewesen, wenn in dem neugefchaffenen Herrenhause ein Superintendent der Protestanten, ein Ober-Rabbi der - Mosaisten den Sitz erhalten härte neben den purpur- :tragenden Kirchenfürsten unseres Glaubens?" Auch die dechische Partei im Lande spricht öffentlich jo, und es; sollte dieser Partei, welche für die Gleichberechtigung ihrer eigenen Nationalität kämpft, die Gleichberechtigung der Conftssionen um so ehrlicher vom' Herzen gehen. Leider überträgt sie oft ihren: Unwillen gegen I das sie überwuchernde•' deutsche Element auch auf die; Juden und wird hier noch zu sehr von der klerikalen Partei und von den dieser Partei ergebenen Dorfschullehrern geführt. Ich führe, hier ein Beispiel für viele an. Ein Schullehrer in Prerau dictirte nämlich seinen :Schülern das „Vaterunser" müdem neueingeschobenen; Satze: ,-Schütz uns vor unfern Feinden, vor den Deutschen und vor den -Juden!" Zum Glücke wurde dieses Schulgeheimniß bald bekannt und der Verfasser wird über seinen liturgischen Zusatz wohl Mehrere Jahre fern vom Schulreiche.Nachdenken können. — Nun etwas speciell Jüdisches. Allgemein empört hat die Anmaßung des I. Wolf aus Wien, die mährischen Gemeinden in dem Hirsch-Frankel'schen Streit zum Succurs des unterliegenden Hirsch führen zu wollen, und es mußte daher allgemeinen Anklang finden,. daß - einige wackere