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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-04-30 · Heft 18 (30.4.1861) · p. Seite 249

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 18 (30.4.1861)
Date
1861-04-30
Page
Seite 249 (sequence 5)
Language
German
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Schluß wurde noch ein Psalm vorgetragen. Ich' enthalte' mich,-den Eindruck zu schildern, den diese Feier auf die sämmtlichen Anwesenden hervorgebracht hat; nur so' viel erlaube ich mir zu bemerken, daß unsere unglücklichen Glaubensbrüder sich erbaut und getröstet fühlten' und daß ihre Thränen -den besten Beweis lieferten, welche Anziehungskraft unsere heilige Religion besitztselbst wenn ihre Wahrheiten von einem gewöhnlichen Lehrer erläutert werden. - Auch an den drei an-- dem hohen Festtagen fand Gottesdienst statt. Eben so wurden "die Sträflinge durch die Fürsorge des Direktors—^ wozu freilich der Vorsitzende des Vorstandes, Herr A. Ascher," wacker die Hand' geboten hat — während der ganzen Feiertage mit - ms?: und ^wv-Essen reichlich versehen. Die Anschaffung eines n-nn ^sö ist in Aussicht. Die näheren Bedingungen, unter welchen die Anstellung des Cultusbeamten auf der Anstalt erfolgen soll, sind bis setzt nicht festgestellt, da die Sache der Königlichen Regierung zur Regulirung vorliegt; es ist aber zu erwarten, daß dieselben einigermaßen annehmbar ausfallen werden. Magdeburg, l5. April. (Privatmitth.) Auf die vom Redactem. dieser Zeitung und einer Anzahl Rabbinen an Se. Majestät gerichtete, in No. 6. d. Z. mitgetheilte, den. Soldateneid betreffende Petition ist folgende Bescheidung ergangen: v?; : Ihre Jmmediat-Vorsiellung vom 22. Februar d. I., betreffend, .die anderweite Formulirung des Fahneneides ' für die Soldaten mosaischen Glaubens- Haben Seine Majestät der König nach gehaltenem Vortrag dem Kriegsministerium mit dem Aufträge zu überweisen, geruht,- JH-- nen in Erwiderung auf obige Eingabe zu eröffnen-? daß die bezügliche Angelegenheit geregelt werden würde, sobald das gegenwärtig dem Landtage zur Berathung vorliegende Gesetz über die gerichtlichen Eide-der Juden per-, fect geworden sei. - .? ,?;; Der diesfällige Allerhöchste Auftrag.findetdurch vorstehende Mittheilung seine Erledlgung. . . Berlin, den 10. April 18,6.1. :; :; , Kriegs-Ministerium. Allgemeines Kriegs-Departement, v.. Alvensleben. .. An .v ■ den Rabbiner, des Synagogen -Bezirks Magdeburg Herrn llr. Philiptrson und Genossen zu Magdeburg. Somit ist der Zweck der Petition in so weit erreicht , - als - auf den betreffenden Gegenstand aufmerksam gemacht, und mit der Abstellung des Eides mors Ijudäico auch' der Soldateneid seine Regulirung zu erwarten hat. - > Oe sierreichischer Kaiserstaat. Wien, 17/ April. Die Wiener Zeitung bringt die Mittheilung, daß dem vr. Zeißl der Titel eines außer-' /ordentlichen Professors an der Wicster Universität ver-! liehen sei. Es ist dies der erste Fall, daß einem Juden - diese Auszeichnung zu Theil wird. (Ganz richtig Ist wies-wohl nicht, da Vst Goldestthal schön Wer ein Jahrbehend außerordentlicher Professor än der Wiener Universität ist. Es mag sich also blos auf die medicinische' Faeultät beziehen.)- - ' Preßburg, 18. April. (Privatmitth.) In unfern -Tagen giebt es keinen Schlupfwinkel der Finsterniß, j in welchen nicht früher oder spater dennoch das Licht -des Tages hineinbricht und sich Raum schafft. Auch -in Preßburg sind die Geister endlich erwacht und wollen -andere d. i. bessere Zustände erwirken. Aus einet großen Menge Gemeindemitglieder, welche die bisherige Gemeindeverwaltung, da sie der Gemeinde materiell und intellektuell den größten Schaden zugefügt und sich .in unumschränkter Herrschaft erhallen will, nicht mehr -dulden mögen, hat sich ein aus vierzehn Vertrauensmännern gebildetes „Coinitä für Ueberwachung und \Regelung der hiesigen israelitischen Cültüsgemeisibe-An- < geleg enheiten" gebildet. Man kann "sich denken/ daß die-Gegner nicht stille saßen, und sie gebrauchtest vvr-! erst West Kniff, das Eomi'te als mit 'religiösen Refor- -men umgehend- und diö Cristen/ der Religion gefährd - dcnd,auszuschreien, um bei der Menge zu verdächtigem Das Eomite erließ arst ö?Aprit hiergegen^ eiste 'Ansprache, worin es erklärte, daß es auf Grund seines - Mandates - von der Generalversammlung nur mit den w eltlich en Angelegenheiten -der Gemeindezu thun - habe/ die "religiösen * aber - völlig unberührt lasse; viel- - mehr' wäre ihr Strebengegen'die-veralteten Normen Wer" Gemeindeverwaltung, in die sich Mißbräuche und' : Uebelstände der schädlichsten Art, Unordnung und Corruptiön eingeschlichen, gerichtet. Das Comitö veröffentlichte ferner unter dem 17. April einen „Offenen Protest", worin es den gewesenen Vorstehern und Rej präseniänten die größte Vernachlässigung der Wöhlthätigkeitsänstalten', die Verhinderung der -Errichtung an-

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