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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-04-30 · Heft 18 (30.4.1861) · p. Seite 248

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 18 (30.4.1861)
Date
1861-04-30
Page
Seite 248 (sequence 4)
Language
German
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tiveN? ist Auf die schlechte Lage 'der Lehrer sowohl wie' M''Os'BMgetSwelche ^eine Staatshülfe nicht zuläßt, hingewiesen. Räch dMafigabe dev Verhältnisse int' Regierüngsbezirk Minden ist-berechnet, daß dort z/ B. im vierten Decennium bei 122 Pensionären und 610 Mitgliedern die Pension sich auf 33 Thlr. und die Ertradividente stch^au^rhem. ausi,1A Thlr> -stellen^würde. — — ♦ Kkadveraflats^h'sägN ,',Herr 'v.' Bonin in Paderborn hat, wie die Zeitungen-melden, einen jüdischen Musiker, der sich zum Eintritt in die Capelle des Regimentsmeldete, mit dev! entschiedenen Bemerkung - zurückgewiesen, daß er keinenl Juden-in der Capelle dulden'werde, zumal es geschehen könnte, daß' feine Leute einchal einen christlichen Choralspielen müßten. Die große Rücksicht des Humanen Kriegers verdient unsere höchste Anerkennung, und wir hoffen nur, daß er seinen christlichen- Musikern auchverbieten werde, die jüdischen Märsche der Herren Meyerbeer, Halevy und Offenbach.zu spielen." - Breslau, 17. April. Die seit Kurzem im Debüt des Herrn Robert May allhier erscheinende Zeitung: „das-schlesische Morgenblatt" enthält folgende Entgegnung : sEntgegnung.j Der bekannte judenfeindliche „Herrenhäusler", Herr Senfft v. Pilsach, irrt sehr, wenn er glaubt, daß die in spätem hebräischen Schriften etwa vorkommende- Benennung eines jüd. Apostaten „mtzsohümaö" im Hebräischen '„Hniusn" geschrieben werde'und -/Vertilgter" bedeute. - Ri chtig geschrieben wirddieses Wort:- nyMrs- - und stammt nicht von nww sondern von nv-, das im Syrischen'»taufen" heiß. Das w ist blos Mt Bildung'des Wortes angehängt, wie in best talnrüdiMn. Wörtern r — So in dem von G^Stern edirten -Levicon des Parchon, im Ramm: meiner großen -jM- Autorität, des Hä 1 G a 0 n. -^Vergl. uGesenius' hebr! Grammatik 54, 6:! Demnach bedeutet N72VWÄ nicht „Vertilgter", wie es der Judenhäffer Herr Sen-fft v. Pils ach zu deuten beliebt, sondern Metäufter" (im Talmud: '*133*1», Einer, der die Religion gewechselt). Aber freilich steht es erbärmlich UM diehdbr.- Sprachkünde Desjenigen, der keinen anderen Gewährsmann hat, als das Machsor, uni) selbst in diesem findet sich durchaus-nicht der Ausdrück „mesehuwad", nur in ei n em Gebetefindet man das eingeklantmerte/ über -in keiner Synagoge m i t g e sp r 0 - ch‘mV Wort. »Schemäd“/ - was/ wie Jedermann weiß-, dM,Aivki,n g sta u f e"' bedeütet/von der einst die Jüden an'Frankreich und Spanien so^ viel zu leiden Hatten. ' S. Heilberg. Naugard, 5. April. (Privatmitth.s Die in der hiesigen Königl.Sttäf-' und Besserüngs-Ä'üstalt detinirten Israeliten, deren Zahl gegenwärtig 19 beträgt haben bisher im eigentlichen Sinne des Wortes jeder religiösen Pflege entbehren. Müssen. Die' einzige Berücksichtigung, welche diesen Ünglücklichen in dieser Beziehung zu Theil würde', bestand m' der Anschaffüng der nöthigsten Gebetbücher ünd' in der 'Ueberweisung eines Locals zur Abhaltung ihres Gottesdienstes an den hohen Festtagen. Wenn ich auch gestehen muß, daß ich während meiner' dreizehnjährigen Wirksamkeit in Hiesiger Gemeinde für unsere 'perirrten Glaubensbrüder in dieser Hinsicht ein besseres Resultat hätte erzielen können, so ist es dagegen Thatsache, daß meine desfallsigen Anträge bei der früheren Verwaltung keinen Anklang fanden und daß die Reorganisation derselben von einer Zeit zur andern hinaüsgeschoben wurde. Diesem Uebelstande ist seit etwa einem halben Jahre, während welcher Zeit das Direktorat von Herrn v. Drygalski verwaltet wird, auf eine wahrhaft erfreuliche Weise abgeholfen worden. Dieser edle Mann, dessen Aeußeres schon Vertrauen einflößt, und dessen Auge schon den Abglanz einer reinen Seele zeigt, hat gleich bei Uebernahme seines schwierigen Berufs 'unter andern heilsamen Anordnungen auch die religiöse Pflege' der jüdischen Sträflinge' seiner besondern Fürsorge unterworfen und zur Abhülfe der vorhandenen' Uebelstände sofort die erforderlichen Einleitungen getroffen. Auf eine im Monat Dcceinber v. I. ergangene Anfrage des Direktoriums^ an den Vorstand 'der Synagogen-Gemeinde, ob' ich mich der Leitung des qü. Gottesdienstes an den hohen Festtagen gegen eine vorläufige Vergütung von 10 Thlrn. pro anno unterziehen möchte, glaubte ich, schon im Interesse der Sache und auf besondern Wunsch des Vorstandes-, bejahend'äntchÄten zu muffen, und so wurde am ersten Tage des verflossenen Peßachfesies in Gegenwart des Direktors, der höheren Beamten, der beiden AnstaltßpästörenMM mehrerer'jungen Leute aus der Gemeinde, denen der Zutritt auf die freundlichste Weise gestattet wurde/der erste regelmäßige Gottesdienst auf der Anstalt abgehalten. Eingeleitet wurde derselbe mit einigen Psalmen in hebr. und deutscher Sprache, sodann folgte das nwv-Gedet, worauf ich unter Zugrundelegmist Jefl 51/1—3 timt: Vortrag Hielt; zum

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