Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1861)
- Date
- 1861-04-30
- Page
- Seite 247 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3226256-3226275--19405-3248418- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
statten keine Bedingungen, keine V.erclcmsulirungen; . sie müssen ganz geboten werden, — oder gar nicht. Eine halbe Freiheit giebt es nicht, und eben so kein halbes Recht." —-v Im Verlaufe der Nummer wird noch Folgendes mitgerheilt: . '■ - „So eben, nach 12 Uhr Mittag, wird uns mitgetheilt, haß, dje obigen Angaben der. „Sajtö" über Hie beim Grafen Kärolyi gepflogene C o nfe r enz in I u d en - a n g e l e g e'n h e i t e n die betreffenden Verhandlungen nicht ganz treu wicderspiegelt, daß die der Berathung beigezogenen jüdischen Mitglieder auf die angeführten Verclausulirungen nicht eingegangen, der Herr Oberrabbi, Dr. Meisel, cs daher auch nicht übernehmen konnte, „die Garantiepunkte aüszuarbeiten und dem Grafen zu übergeben." — Mögen also die jüdischen Theilnehmer an dieser Conferenz in 'die Idee dieser Art von , Rechtsvertheilung und Rechtsbedingungen nicht eingegangen sein — wir freilich hätten geglaubt, daß es vielmehr ihre Pflicht gewesen, sofort einen energischen Protest dagegen zu erheben —- so find doch hiermit die Absichten klar geworden, welche bei den einflußreichen Stimmführern der Ungarn Hinsichtlich der Rechtsgleichheit, welche sie allen ungarischen Bürgern — denn das bleiben die israelitischen Ungarn doch, was auch der Reichstag beschließen möge — ertheilen wollen, gegenwärtig vorherrschend sind. Man will also nur der sogenannten Intelligenz, oder den Studirten, den Grundbesitzern und Handwerkern Rechtsgleichheit, aber auch diesen nicht unbedingt gewähren, den Kaufmanns - und Handelsstand aber und die übrige Masse ausschließen, d. h. wenn man sich erinnert, wie jung der Grundbesitz und das, Handwerk für die Juden in Ungarn .ist, man will eine kleine Zahl, um Etwas zu thun zu scheinen, emancipiren, und die immense Mehrheit, rechtlos lassen) man will ferner Bedingungen aufstellen, welche tief in das Gewissen ein greifen , z. B. d a s .Aufgeb en der Speisegesetze. Wir glauben im Sinne aller unserer Glaubensgenossen zu sprechen, wenn wir dergleichen Zumuthungen energisch zurückweisen. Derartige Unterschiede zwischen Jude und Jude zu machen, ist ein ganz veraltetes System, das auch an der Isar und am Neckar aufgegeben ist; und derartige Bedingungen zu stellen, ist mehr ein Hohn als ein Rechtszugeständniß. Wenn wir . mit religiösen Zugeständnissen bürgerliche Rechte hätten erkaufen wollen, so hatten wir nicht auf die Gesetzgeber in Pesth zu warten brauchen! — Doch wir wollen jene Kundgebung als einen .Versuch, als ein. „Fühlen^,. überhaupt als? eine einseitiges Mani- - festation ansehen;... wir wollen daher--picht; einyn schärftrüz Blick auf eine derartige Entwichelung der ungarischen;S>achd werfen; wir -.wollen warten, -M-die-DMiellen SchritteMpk* . lich geschehen sind., Ueberraschend kommt uns. freilich die. Sache nicht. . -- „ ., j ZeitunLsnWrMtM Preußen. Berlin, . 20. April.; Die betreffende Commission des Herrenhauses (Vorsitzender-vr. z>. Zander)-.hat mit überwiegender Stirnmenmehrheit , beschlossen, .dem. Her-, renhause die Ablehnung des Gesetzentwurfsnwetzen-Aenderung des sogenannten,Juden eid.es anzuempfehlen, j (Die Ablehnung durch das Hexrenh aus, ist ^demnach.so 'gut wie gewiß. - Dieselbe- : .überrascht. Memanhem, r.dac man sich im Voraus sagte, daß das.Herrenhaus: seine Zustimmung geben werde nur in . dem Falle, um;nicht 'alle Regierungsvorlagen abzuweisen. Dieses Motiv; scheint aber nicht stark genug,, um djeVoxu.rthM gegen die Juden und die Furcht vor .dem confessionslosen Eide zu überwinden. Hoch -wartW mkMe'jBerathungen des Hauses ab.) .; ■;i , —. Der Abgeordn. Harkort hat einen Gesetzentwurf „über Errichtung von .Pensionskaffen für. die Wittwen und Waisen der Elementarlehrer aller Confessio nen^ eingebracht, auf welchen wir hier apfmerksam machen^ So weit, uns die Ansichten der Regierungübex dergleichen Kassen bekannt.find,/gl-uben,Nir-nich.t/M.Me)Bi.lli-?' gung dieses Entwurfes Seitens. der Regierung; - Die Hauptbestimmungen des Entwurfes:-sind-folgende.: - t- In jedem Regierungsbezirke., wird.einerÄllgemeine Pensionskasse errichtet, welche die Regierung verwaltet; als Euratoren werden drei Mitglieder..aus üundi-vdn den Interessenten .erwählt,. welche die Mdgierung: .bestätigt. -Jeder ang(stellte Lehrer „zahlt„„4- Thlr> Antrittsgeld .und 3 Thlr. jährlichen Beitrag,.-die Schulgemeinde ebenfalls 3 Thlr. jährlich.. . Pensionen ist 30 Thlr.; der .yeh.erschuß derlZiwsenrmber den nöthigen Reservefonds wird al.s Ertxadip.idMe!unter die Pensionäre vertheilt;, dje Wittwen- bis.zu ihrer äViederverheirathung oder bis zum, Tode /und die /ehelichen Kinder,. his „ zum zuruckg.elegtenu14^i Jahrei-.erhalten, sie „je zur Halste, „so dass fürdm-Nicht-vorhand-enen Berechtigten der andere erhebt; Auszahlung: jn.hnlbjährlichep Raten; Arrestlegungunstatthast. --771.Jn.7dG Md-