Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1861)
- Date
- 1861-04-30
- Page
- Seite 246 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3226256-3226275--19404-3248417- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ri s z;;r* 4jmru}bK‘ ,?$ Aus dem Kaiserstaat Oesterreich. JV w_. ■■ * §<&.&<%- AwSkWuenr . - HHWnDM ^fferGichifchrn^ÄandtageSK-iü^,-^ Reichsrath sind geschehen, und die Leiden, welche im Landtage als Abgeordnete sitzen, wurden auch in den Reichsrath gewählt. Für die Handelskammer, die durch 4 A^Wv^e^^^^ani^x^herben wstdß/ ixpatH Einer in ^ew Reichsrath zu wählen! Die Wahl traf unter 66 (Stimmen den Herrn Winterstein mit-63.' Für Wien waren 4 Abgeordnete, b^n ^eichs^th^M, wählen, und unter diesen nahm Äuranda mit 39' stimmen die dritte Stelle ein. — Wir vertrauen nun diesen Leiden'Männern, daß sie, sobald im-Reichsrathe die ,prä.ngenWn^allgemeinen.patriotischen Fragen zu - einem ..Austrage gekommen sein werden, sich der gesetzlichen Feststellung "dbr Gewissensfreiheit, der ' Unabhängigkeit der staatsbürgerlichen. Rechte vom religiösen Bekenntnisse annehmen werden, eingedenk, daß sie hiermit eben sowohl .MeuPflicht'gegen den: Staat,! ja gegen die ganze europäische! Gesellschaft, als auch - gegen ihre Glaubens - und sMamm'esgenoffen: erfüllen. Es ist nicht genug, daß den! Juden .gegenwärtig in Oesterreich die hauptsächlichsten : staatsbürgerlichen Rechte stillschweigend eingeräumt schei- Menr ''dasuGesetz mruß es aussprechen, denn die. politische Strömung!'kann immer wieder ganz andere Männer, ganz andere.-Ansichten!ans 'Staatsrüder 'bringen! — J.7' ' Äu.s Ungarn... . ..... v; ss: So!Menukommt uns No) 89. des ,-Abendblattes des Pesther Lloyd" -zu-! worin folgendersehr auffallende Berichte enthalten! ist: ' -!! ^/Vorgestern hüt keim Grafen Eduard Kärolyi : eineConferenz: über die I ud enem ancipa t io ns frage stattgefünden, welcher dev hiesige!Oberrabiner Dr. Meisel und edep Szegediner Oberrabbiner vr. L e o p o l d L ö w und ein Theil der hiesigen israelitischen Intelligenz .beiwohnten.' - ^Sajtö^/ berichtet darüber Folgendes: >?7:n-,Der':Graf erklärte, daß"die große Majorität der De-, putirten''jedenfalls r für ■ die Emancipation stimmen werde; aber damit derGesetzgebungskörpev Jenen gegenüber, welche diese.! freisinpigeMaßregel-noch, für vorzeitig halten, so wie! der Reaction gegenüber, welche die'Emancipation der Jü-; den als Mittel zür Beförderung ihrer antinationalcn Zwecke benutzen könnte, endliche der mit dieser zeitgemäßen Neuerung:;-unzufriedenm? Menge gegenüber eine Waffe in der Hand habe, ist es. nothwendig, daß die jüdische Jntelli-. genz Mittel und Wege ausfindig mache, welche alle gegen die Emancipation auftauchenden Sichwierißkeiten und alle damiGetwä,! verbundenen, unangenehmen Folgen zu beseitigen-amEtüüde seiK'.'E Äls- Kern der hterastf^geäußerten vielerlei Ansichten ergab sich Folgendes: Der ungarische gesetzgebende Körper werde die Emancipation sämmtlicher Juden, namentlich der Intelligenz des Grundbesitzes )Ünd der Handwerksinduftrie aussprechen; hinsichtlich jener Elasse der Juden aber, welche nicht zu den erwähnten drei Kategorien gehören, werde eine gewisse Frist verlangt werden .hinnen .welcher, sie. durch den Einfluß der jüdischen Intelligenz sich der Nation so weit anschmiegen würden, daß sie des vollen und unbedingten Genusses der politischen Rechte theilh ästig werden könnten. Die ungarischjüdische Intelligenz erkennt es für ihre Aufgabe und Pflicht, für geeignete Mittel zu sorgen, daß nach Verlauf der anzuberaumenden Frist die bis. dahin in Ausübung der politischen Rechte beschränkten Juden vollkommen gleichberechtigt werden können. Die jüdische Intelligenz empfiehlt Maßregeln, welche die Emancipation vor unangenehmen Folgen bewahren könnte. Solche sind 1s die Beschränkung der Einwanderung derart, daß nur Solche das Jncolat erhalten, die ein Vermögen von einem gewissen Betrag, z. B. 10,000 Fl., mitbringen, die diplomirt sind, oder selbstständig ein Handwerk betreiben. 2) Verbot des Ankaufs der kleinen ehemaligen Unterthansgründe; Anciferung durch Wort, That und Beispiel, daß die Juden in Kleidung und Sprache den Ungarn gleich seien, und mit ihnen „aus einer Schüssel-essen". Es wurde noch die Errichtung eines: allgemeinen Bildungsvereines für das ganze Land in Vorschlag gebracht, welcher in gleicher Richtung mit den freisinnigen Institutionen des Vaterlandes vorwärtsfchreitend; die Amalgamirüng unserer israelitischen Compatrioten befördere.- Als Haupthebel der wünschenswerthen Vereinigung würde die Civilehe bezeichnet, die ganz gewiß einzuführen wäre. Meisel, der Pesther Oberrabbi', wird in einer Berathung mit seinen Glaubensgenossen die berührten Garantiepünkte ausärbeiten und dem Grafen übergeben." ' Hierzu macht das „Abendblatt" folgende Bemerkung: „So weit die Mittheilung der ,-M. S.", die — wir sagen es geradezu — weder der Anerkennung der Menschenrechte, wie sie der Geist unseres Jahrhunderts an die Spitze seiner Forderungen gestellt, noch jenen Erwartungen entspricht, die der wahre Freund des Vaterlandes an die Programme geknüpft, welche Jökai, Kärolyi/ Klapka, Lukäcs; Teleki u. A. veröffentlicht. Freiheit und Recht ge-