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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-04-02 · Heft 14 (2.4.1861) · p. Seite 193

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 14 (2.4.1861)
Date
1861-04-02
Page
Seite 193 (sequence 5)
Language
German
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nungstüchtigen — Juden' wie Christen — die größte Indignation hervorgerufen hät. Wir wollen' zwar keineswegs in Abrede stellen, daß wir Juden allen 'Grund haben, unserer Regierung dankbar zu sein und in ihr ein tcm ibto zu erkennen, nachdem sie noch neulich das . jüdische Seminar zu Hannover mit einer so namhaften, künftighin, wie wir hören, noch zu vergrößernden Summe subventionirt hat und wir hätten durchaus nichts dagegen einzuwendenwenn diese Thatsache die Landrabbiner zu einer Dankadresse veranlaßt hätte, vorausgesetzt, daß dieselbe in würdigen, von Selbstbewußtsein getragenen Worten abgefaßt worden wäre. Daß man aber von einer Synagogenordnung, gegen welche sich doch manche Ausstellung machen laßt und in der That bereits von mannigfacher Seite her Einsprache erhoben worden ist, so viel Wesen macht, läßt sich höchstens aus dem Umstande erklären, daß Man, wie die Erfahrung lehrt, wo es an Fähigkeit oder an Neigung zu bedeutenderem Schaffen gebricht, nur zu häufig auf die unbedeutendste Leistung mit besonderem Wohlgefallen hinweist. Jndeß wir würden hierüber kein Wort verloren haben, wenn die Adresse nicht in einer so knechtischen, jedem Selbstgefühle hohnsprechenden Form abgesaßt wäre, ein Umstand, der in der gegenwärtigen, so sehr bewegten Zeit doppelt schwer ins Gewicht fällt. Ganz besonders aber sind es zwei Stellen in diesem merkwürdigen Aktenstücke, welche die allgemeinste Entrüstung hervorgerufen haben. In der einen sagen nämlich die Herren Landrabbiner, daß sie sich beglückt fühlen, sich in ihrem eigenen Namen und im Namen der ihnen anvertrauten Gemeinden und Glaubensbruder den Stufen des erhabenen Thrones ihres von Gott eingesetzten Landesvaters nahen zu dürfen, wonach man glauben sollte, daß ihnen von den Gemeinden hierzu ein Auftrag ertheilt worden sei, was aber durchaus nicht der "Fall war. Und an einer andern Stelle erklären sie mit einer alles übersteigenden Dreistigkeit, daß, wenn sämmtliche Gemeinden ob der väterlichen Huld Sr. Majestät schon von innigster Liebe und Dankbarkeit erfüllt sind/ dies d o ch n u r ein Schatten - derjenigen Gefühle sei, welche ihre eigenen Gemüther erfüllen und beleben! Man sieht hieraus, wie diese Herren gleich grosse Meister sind in kriechender Demuth nach oben wie in hierarchischer Ueberhebung gegenüber den Gemeinden, und wir sind begierig, zu sehen, wie die einzelnen Gemeinden solchen Anmaßungen und Uebergriffen für die Zukunft vorzubeugen suchen werden. Doch es ist wohl Zeit, den Lesern dieserBlatter1 das interessante Döc'üMent böllstän^- dig mitzutheilen. 1 Es latrtet folgendermaßen: ' Allerdürchlauchtigster, Großmächtigster König; r' ’ Allcrgnädigster König und Herr^ Wie ein Kind'sich freut, wenn' es ihE vergönnt ist, sich seinem treuliebenden Väter zu siahen, also fühlen sich die treuünterthänigsten Landrabbiner des Königreichs hocherfreut und beglückt, daß es ihnen hüldreichst verstattet ist,; sich in ihrem eigenen' Namen und im ' Namen der ihnen anvertrauten' Gemeinden und' Glanbensbrüder den Stufen des erhabenen 'Thrones; ihres;von Gott ein* gesetzten Landesvaters nahen zu dürfen, um daselbst die innigsten Gefühle der Dankbarkeit, der 'Ehrfurcht und Liebe, von denen die Herzen durchdrungen sindmtt schwachen Worten in Deinuth niederzülegen. '' - ' ' ' Eine neue Huld-) eine neue Gnade ist^ den' treügehorsamsten jüdischen Unterthanen des' Königreichs durch die huldreiche landesherrliche Bestätigüng^ der sivn sitn Ländrabbinern vorgelegten allgemeinen ‘ Shnägö'gen--Ordnung^ von Ew. Majestät zu Theil geworden. In der erhabenen Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe, ckit der Ew.' Majestät den hohen undheiligen Berns erfüllen, den die göttliche Vorsehung in Dero' nnlde und freundliche Hand gelegt, haben Ew. Majestät ' auch' jenen kleinen oft verkannten und zurückgesetzten Theil Jhter Unterthanen, die Jud en, nicht vergessen, die sin aufopfernder Hingebung und loyaler Treue gegen' das ' erhabkke angestammte Fürstenhaus niemals ihren Brüdern anderer Confcssionen nachgestanden haben. Denn der Gehorsam sind die Treue gegen die ‘ von Gott eingesetzte'Obrigkeit ist in der jüdischen Religion ein göttliches heiliges Gebot, sind sieben der Gottesfurcht gebietet sie sin gleicher Linie Ehrfurcht' vor dem Königes H „Fürchte Gottmein-Sohn, und den König" (Spr. Salomonis 24, 20) ist der heilige Samen, den - die - jüdische Lehre' in die''zarten GeMther der Jsigend 'streut, und der darin bei sorgsamer Pflege stets zu erfreuender Frucht gediehen ist. :? : i ■ Um wie viel inniger' mndtiefer muß mrtr die üübe^- grenzte Dankbarkeit und Treue ' sein, von'M'die jüdischen Unterthanen unter Ew. Majestät erhabenem Scepter' und Regierung sich durchdrungen fühlen, toeNn sie die unzählichen Wohlthaten bedenken, die sie Ew. Majestät gnädiger und väterlicher Regierung zu danken - Haben.' Schule und Gotteshaus, jenebeiden Grundsäülen der menschlichen Gesellschaft, auf denen der erhabene Tempel der Erkenntniß und der Gottesfurcht Unerschütterlich ruht,

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