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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-02-19 · Heft 8 (19.2.1861) · p. Seite 104

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 8 (19.2.1861)
Date
1861-02-19
Page
Seite 104 (sequence 4)
Language
German
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mehr'Tabu*)0 als andere? Hat es jsich Leirber Bibekänstalt nicht um viel wichtigere Interessen' gehandelt,0 als um eine dunkle, schwankende Stelle in dem Buche ' des Ist. F., und die Herren schwiegenAlle?"^ Aüchrvir vermeinen) daß man Herrn Hirsch ruhig'sollte gewähren lassen)' und gänzlich ignoriren. Ein Änderes war es, als die Pamphletisten ihre ganze Armee in einigen 30 Rabbinen gegen uns ausstellten und ihrMachwerk in unzähligen Exemplaren über die ganze Welt aüsstreuten; ein Änderes ist es, wenn Herr Hirsch ünd Consorten in dem engen Raum eines von sehr wenigen Personen gelesenen Journals ihre Wuth ausströniem Im ersteren Kalle'Mußte man diesen Leuten, diesen Reb Mathe's und Reb Chone's, diesen Ullmann's und Bamberger's die Wege zeigen, im letzteren Falle ist verachtendes Stillschweigen das Angemessenste. Denn wer beachtet noch) was im „Jeschurun" steht? 'Erst durch unsre Antwort erfährt die Welt etwas davon. ' Zum Beispiel Herr Rabbiner Duschak schreibt uns, daß in demselben Jeschurunhefte „dir Gelegenheit vom Zaune gebrochen wird, um Sie auf eine empörende Weise anzügreifen, und Sie schweigen?" — Allerdings schweigen wir. Aus dem einfachen Grunde, weil uns der Jeschurun viel zu langweilig ist, um ihn zu lesen, und so erst aus Ungarn erfahren müssen, daß er uns anzugreifen beliebt. Wir haben allerdings den Jeschurun ein ganzes Jahr lang gelesen. Wenn wir aber auch geneigt sind, unserm Berufe noch so viel zu opfern, das kann man nicht von uns fordern, daß wir das dumme .Zeug des Jeschurun lesen, nicht blos weil es dumm ist, sondern weil es zugleich so ennuyant ist. Mag Herr Hirsch dem kleinen Kreise seiner Leser monatlich seine Geschmacklosigkeiten, seine Absurditäten und Philippiken immerhin vortragen, wir beneiden ihn um seine Leser, und seine Leser um ihn nicht.. Denn daß wir es einmal offen sagen, wir halten Herrn Samson, Rafael Hirsch für durchaus nicht berechtigt, irgendwie das Richteramt in Israel zu übernehmen oder irgend eine Autorität zu beanspruchen. Worauf stützt er sich? 'Etwa auf seine Leistungen? seitdem er vor 20 Jahren mit seinem 2^!.'N ist 2"in gegangen, hat sich all' sein Thun auf einige Seifenblasen redücirt, welche zerplatzten, ehe sie in die Höhe gestiegen. Auf seine Orthodoxie? Wir appelliren an jeden wirklich talmudisch-rabbinischen Orthodoxen, ob er die ganze Orthodoxie des Herrn Hirsch *) Tabu, polynesisch „unantastbar". Der Setzer. nicht für'bloße Schtuss, fürJleere NüinenHeiding erklärt! Wir haben dies aus dem Munde ehrwürdiger Cöllegen selbst gehört. Reiü! Herr HiW HÄ vnsuchtMieDüHstabengläubigkeit durch die groteskeste, gesuchteste und' sisir-- rifcheste Symbolik zu;stützen, aber es istbei eitler'GÄtkelei0 einer verbrannten Phantasie geblieben? Oberlauf seine talmudische Gelehrsamkeit? Erwird0 sich erinnern, wie es ihm in Mähren -damit0'ergangen?"°ünd chie 'bört der einfachste Bachur ihm den Rang Äg'elaüftü. '''Oder endlich auf seinen Wirkungskreis, sein 'Amt? "Wer düs Landesrabbinat einer großen, von vielen Tausenden bewohnten Provinz verläßt, um eine Winkelgemeinde in Frankfurt zu bilden, kann wohl nicht von Amt'und Wirkungskreis sprechen. Es fehlen also dem Herrn Hirsch in der That alle Momente, auf die hin er zu urtheilen und abzüsprechen sich erdreisten dürfte. Er hat' Nichts geleistet, er ist kein Orthodoxer, er ist 'kein Tülmudgelehrter, er ist kein wirklicher Rabbiner uüd doch ‘ will er gerade aus cillem Diesem heraus' das' große Wort füh-Äa ren. Doch halt! Bald hätten wir uns eines psychologischen Jrrthums schuldig gemacht! Gerade weil er dies Alles nicht ist, will er urtheilen und absprechen, oder vielmehr schreit er, schimpft er, verketzert er. — Hiermit haben wir einmal Herrn Hirsch unsre Meinung gesagt, und versprechen ihm und unfern Lesern, uns recht lange wieder nicht mit ihm zu beschäftigen. . . Kommen wir auf den vorliegenden Fall zurück. Er hat eine zwiefache Seite. Zuerst die äußere. Es giebt also gegenwärtig in unserer Mitte eine kleine Partei, die, weil sie zugleich eine ohnmächtige ist, ihrer inneren Wuth, ihrer selbstbewußten Impotenz durch die heftigsten Ausbrüche, durch ein Kriegsgeschrei, wie die indianischenHorden, Luft schafft: Sie errichtet täglich Scheiterhaufen, wobei aber nicht allein die zu verbrennendem Ketzer blos in Effigie gegenwärtig sind, sondern auch das Feuer fehlt, um selbst nur die Bildnisse zu verbrennen. Gut. Wir wissen dies. Nun, lassen wir ihnen das Vergnügen, sich selbst statt Anderer an den Galgen ihrer Schmach zu heften. Kümmern wir uns nicht um sie. Wenn man ein Feuer nicht löschen kann, so cernirt man es und überläßt es sich selbst. Man kann Herrn Hirsch und Herrn Lehmann das Verdienst nicht absprechen, zu wissen, daß sie höchst langweilige Patrone sind; wollen sie also ihre Produkte ihren Lesern schmackhaft machen, so können sie dies nur, indem sie mit pöbelhaftem Geheul gegen alles Bessere und Edlere in Israel losfahren. Antwortet man ihnen nicht, so giebt man den Heulern keinen neuen Stoff,

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