Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1860)
- Date
- 1860-12-25
- Page
- Seite 768 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3226202-3226255--19101-3248103- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ler wählen auf drei Jahre ihre.Deputirten, die dann während ihrer Dienstjahre -alle Wahlenvorzunehmen^ hätten. Das Recht, zum Deputirten gewählt, zu werden, müßte wieder, mit-:einer gewissen Stuft: von Bildung und andern ^Bedingungen verbunden.werden... Die Hauptsache wäre:. Oer, - daß die Deputirten aus denbesseren Schichten der-jüdischen Gemeinde gewählt werden; indem aber diese. Deputirten 5 alle Kräfte, der Gemeinden in: .sich concentrirten, würden sie gewissermaßen: dieselben - xepräsentiren in. denjenigen Fällen, ..wo i eine -Wahl vor. sich gehen soll. Diese Gemeinde in der Gemeinde, in der man, je nach den Oertlichkeiten eine größere oder, kleinere Dosts des progressiven Elements, voraussetzen kann,-, würde auch die Rabbinerwahl treffen. -Fällt, dieselbe auf einen Zögling der Rabbinerschulen, oder. auf.einen würdigen Autodidakten, desto besser; oder, aber, wenn sie. auf einen Obskuranten fällt, so ist auch dagegen nichts zu machen, -möge ein Obscurant dieses. Amt verwalten. Der letzte Fall würde yur /beweisen, daß die Gemeinde zu einer -bessern; Wahl noch .nicht reif sei. *) Gott mit, ihr; wir wollen es der Zeit-üherlaffen, auf diese Gemeinde zu wirken, aber nur der Zeit,, und keiner andern äußeren Macht.'— Dies find die, Maßregeln-, die. unserer Ansicht nach in diesem Falle erlauht sind, weil - sie zu den leitenden und nicht zu den zwingenden gehören. Die, Entwickelung der Gemeinden unter, freien Bedingungen würde ihren natürlichen Gang gehen. Jede, Reorganisation oder Veränderung zum Bessern würde sicher und fest sein,, weil sie in dem . Bedürft nUe . ihren, Stützpunkt haben würde. Wo aberdieses Bedürfniß-sichnoch nicht geäußert, da würden, alle Zwangs? rnaßregelrldasselbe/nicht allein nicht Hervorrufen,..sondern auch.M, die Länge-hinausschieben..., Um aber.diesesBedürfniß zu. beschleunigen, so giebt es dazu nur -ein - einziges Mittel, und dieses heißt :, Aufklärung. Nach dieser Seite: hin.müssen alle unsere hervorragenden Männer ihre ganze.Wirksamkeit richten, wennsie wirklich das Wohl ihrer Nation wünschen. In der Aufklärung, diesem absoluten Hebel, liegt die Stärke der Nationen, alle anderen Hebel von außen her haben sie nicht ihrer Stärke, sondern eher ihrerSchwäche zu verdanken." — Um aber die Aufklärung unter den Bekennern des jüdischen Glau¬ *j Ich würde wetten, daß von hundert Gemeinden kaum sich eine einzige finden würde, die einen gebildeten Rabbiner wählte. — Um den Geist der hiesigen Gemeinden recht beurtheilen zu können, muß man nicht die nächste Umgehung zum Maßstabe nehmen. Hier sind die Verhältnisse ganz anders gestaltet, als in Südrußland. . bens zu .befördern , macht -der rüstige Herr Redaeteur. in einer andern Stummer, seines.Blattes, von dem Gesichtspunkte .ausgehend, welchen - Einfluß das Vereinswesen in den abendländischen Ländern - auf/ die Wiedergehurt und sittliche Hebung unseres Volksstammes stets geübt. Hat, den Vorschlag, auch bei uns. einen-Verein, zur.Beförderung - der.Aufklärung-.unter den Luden,, zu grsinden, welcher sich zur Aufgabe machen müßte: 1) die Vermehrung der. speeisisch. jüdischen.Lehranstalten für, beide -Geschlechter; 2) die Unterstützung aller unbemittelten, Schsilep-in diesen Anstalten,-w elche sich nicht, allein auf die; Zeit ihres Verweilens. in denselben, sondern auch über ihr Gebiet hinaus- bis zur Vollendung: ihrer Bildung in den höheren Schulen oder ausländischen Lehranstalten.-nach , Maßgabe ihrer Befähigung/ erstrecken, müßte;- , 3)<, die Hülftleistung allen Gründern, und Gründerinnen per Privatpenfionen; 4); Gratificationen denjenigen, Lehrern, hiesich, um ihre Schulen besonders verdient, gemacht., haben würden; auch Pensionenfür diejenigen verdienten Lehrer, die Krankheits oder Alters., halber ihrem.Berufe entsagen müßten; 5) die Unterstützung aller unbemittelten jüdischen Schriftsteller , und die. Verbreitung aller nützlichen, Schriften in der-, hebxäischen, russischen;,und Deutschen,,Sprache., Dieser Verein müßte seinen Hauptsitz, in St. Petersburg und seine -Verzweigungen in -allen .größeren, StädftN; haben. Diesen Vorschlag schließt Herr Rabinowitsch,, mit folgenden ,Worten:- „In wessen Vusen schlägt, nicht Pas-.Herz höher beim, bloßen -Gedanken an, die, Möglichkeit eines solchen Unternehmensl/' Der, geneigte Leser .kann sich nun. von, diesen. Zeilen einen Begrifft machen, /welchepHebel diese. Zeitschrift Mp die Wiedergeburt und Verjüngung unserer .Ration -in. Rußland sei; ihre -Tragkraft ist unherechenbar. - Möge sie - sich einer,, regen -Theilnahme - aller Bessern erfreuen .und. möge jedes^dep Worte; unseres verehrten H errn Rabinowitsch Nachklang sin,allen Herzenfin- . Schließlich will ich. noch-meinen hierländischen jüdischen Brüdern einen Wunsch ans Herz legen. Während in allen Ländern, wo unsere Brüder-Aufnahme'gefunden, Uebersetzungen unserer Gebote in allen Hüngen^eristtttnwährend sogar in Polen eine stattfindet,.' vermissen wir hier, die wir doch bestrebt.sind, uns die russische Sprüche als die vaterländische anzueigneneiner solchen Uebertragung. Daß aber 'das Bedürfniß - derselben sich allgemein kund giebt, unterliegt keinem Zweifel. So vielen Soldaten, die zu Tausendenftisi^ihrerHnpheit in den fernen - russischen,,-Gouvernements zsiehM' ist die /heilige