Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1860)
- Date
- 1860-12-18
- Page
- Seite 750 (sequence 6)
- Language
- German
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Sprache Lie^MitbHcher der.FaWlie^mit Angabe. Wes Alters ausgezeichnet ivaren. Der Vater der Familie, ein Mann um die Sechszig, kam bald von seiner Arbeit in der Scheune.- herein, Mir., sein freundliches r.ü&'&ft /öiVü bietend,, setztesich zu mir. hin, und nachdem ich seine Reugierde, zu wissen, woher ich. komme und/ wohin/sch reifte befriedigt, richtete/ich an ihn einige /Fragen /, die Gründung und den gegenwärtigen Zustand der Eolonie betreffend.? Er erzählte mir,, /daß dieselbe? Namens Osorin, vor 17 Jahren.gegründet; gegenwärtig nus 40 Häusern besteht- 4n denen 50 Familien mit einer:mehr als 200 Mtglieder -zählenden Seelenzahl wohnhaft sind. / ' Ich konnte nicht umhin, ihm meine Freude zu bezeugen, endlich Glaubensbrüder zu finden) die, .ihren wahren Vortheil einsehend) dem elenden, Leben. in Len -Städten entsagt',.'.den Landbau /zuihrem. Erwerbszweige wählten undndm Me mlit/depl: Pflugschar-wertaufchttn;/ -7-/ denn du^ist/doch/-der Mensch/Wenigstens ^yorp:-seinem---eigenen: Fleiß eund Veftrebsamkeit abhängig;. GottesgütigesWal-- ten. zeigt sich hier sichtbarlich, .und, der fleißige-Landwirthwird.immer Brot und Obdach haben. „Ach! sagte der Alte seufzend, „Sie würden, mein Lieber, in großem Irr-, thum fein,, wenn Sie glauben wollten, daß die.Motive zur Gründung - dieser Colonie die bessere. Einsicht und der/ eigene Antrieb-gewesen wären,) Es war. jene traurige Zeit) als Wir unsere Kinder,-jährlich haufenweise-in die Mil-itäreolonien wegschleppen -sahen,' wo sie spurlos-verschwanden^/Mit.-neidisch en/Augen ssg hem wir, wie-Mancher/nnserer Glaubenshrüder, der-' bermögend/war,-durch -jährliche: Entrichtung einer gewissen Summe, in' den.-Kaufmanns-/ stand einzutreten, vor dieser schrecklichen Plage geschützt! war. ''.“ttt Wir/lebten in. ewiger Seelenangftjegliche Nacht Unsere Kinder an -einem andern,Orte verwahrend, bis sie endlich durch den Verrath -irgend eines -Glaubensbruders, der sein-eigenes-Kind dadurch retten-wollte,. in die Hände' der Häscher fielen. Damals M/namenlosesr Weh-Wnsere Herzen erfaßt, ließ die .Regierung den Ruf an uns ergehendaß, wenn -eine, gewisse Anzahl' von uns eine Colonie stiften und die Landwirthschaft: zu ihrer, ausschließlichen Lehensbeschäftigung machen werde,- dieselben 15--Jahre steuerftei und 25 Jahre/der , Militärpflicht enthoben fein sollten. Da mir keinMdeMWittelssahenmnseresKinder zu behalten, ssahen wir.nns;gezwungen, zu diesem-Aus^ kunstsmittel zusDrejsen., Ohne/die eigentliche?Kunde-mow allem/Dem zu'hahen> was zu/-diesem Fache--gehört/ ohne den innern. Beruf Hierzu, in-uns, zu-fühlenrafften wiv unsere/schwachen HiMHufapches und laustem MsenMmE' vom Mgenthümer)/ der/- wohl jwissend, sdast' rr.esrchtek miß Idioten/ in ridiesem Fache zu-chhun habe), uns: dm-üNproductivsteM- Theil für -theures Geld: verkaufte// MttEwrt schon im Beginne, da wir von Niemandem Unterstützung fanden: und-Alles .mit eigenen',unzulänglichen Mitteln bestreiten mußten, .mit ungeheuren^ Schwierigkeiten /zu-'Mm-». pftn, so .stellte .sich/, erst in - der Folge, «unsere traurige, Lage heraus,: als esv-galt/ Hand/ans.Werk zugegen.. Unsere Unwissenheit im Fache des. Landbauern Machte ' es:: uns unentbehrlich, zu - der Hülfe fremder-Hände unsere Zuflucht zu nehmen, und wir ließen die Feldarbeiten durch/die Ackerleute der hiesigen- - Gegend bestellen/ ha' kostete: - nun /Alles'? doppeltes Geld, - und-als' die- Ernte kam, ftanduns/unsere erbärmliche Hülflosigkeit vor.Augen,? der sandigL/tun-- ftuchjbarK B oden - - brachte, -weit mnter^tmseren;mäßtgen?Mr-s Wartungen: hervor. /Daszweite Jahr: griffen/ wir mtt eigenenHänden-.rüstig ans Werks das;: halslabernichts,./wirwaren an solche Arbeiten nicht gewöhnt, auch-nicht erfahren cknh der Grund,- -allzu unergiebig/wls daß.Ebessere Resultate erzielen könnten. .. Dazu siellteistch imdein folgenden Jahre Mißwachsein. 7-^ :Es war : nun augenscheinlich, daß wir. mit den/Unftigen, wenn?-wir von/drm bloßen Ertrageunserer- AeckervlebenWollten//.-eleiivigAch zu Grunde, .gehen müßten.--. Der.Hungerssah:/unsnmit-ftinen. hohlen Augen: so gräßlich an. Was war mm%w thun? :Von: außen Hülfe zu erwarten/? wäre/ganz unsii^ nig.gewesene A Wir griffenzu--einemanPern-AuskunsW mittel.. -Wir - sahen bald,, daß die Bauern in unserer Umgebung während, des Winters das/FuhrhMdwiükbetrieben, da folgten - wir ihrem Beispiele.; - Das wollten '-aber die/ über.-uns eigends : gesetzten Veaulten?micht zugeben, Ma, sie strenge Vorschriftenhatten / uns; zu mhenvachen urch von jeder etwaigen anderen Beschäftigung/abzühalten. *) *) In her Beilage zu den St. Petersburger: Berichten vom April' a. c. §. 1395. Punkt 9. heißtes/^Die Eolönisten Mischer Consessi'oü'' unterliegen' 'eben'sowohl fürihr -öffentliches 'Vernachlässiget landwirthsch'ästllchen - HaushMung - und. Feldarbeiten als für - ihre / hart-- näckige Entfernung von. den.selben ohne alle, motivirende Gründe,. .Men so für, ihre Pefassung mit einemihnen unerlaubten 'Geschäftszweige, als mit dem Dienste in' der Branntweinaccise,' mit' der Schankwirthschast, Maklerei) Haltung -der Einkehr^ und-Speisehäüser/ wie für ihre freche Widersetzlichkeit gegen die.Verfügungen her Ober sie gesetzten' obrigkeitlichen' Gewalten <: züry/ Msten. Male der dreibis^ftchsmonatlWnDefNgmßstrase,)HWHlls' sie gefttzlich-nicht vön diw körperlichen S'trüfeWsgeschlossen,--der körperlichen Bestrafung von 30 bis 40 Ruthenstreichen } zum zweiten Male derselben doppelten Proce-