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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-11-20 · Heft 47 (20.11.1860) · p. Seite 693

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 47 (20.11.1860)
Date
1860-11-20
Page
Seite 693 (sequence 7)
Language
German
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denn jemals, anerkennen und stets; unserer, Verantwortlichkeit .nichMMein gegen uns, sondern auch -derganzen GefellschaftWWDKber eingedenk sein: :/,^obIe856 ohlige“, und niemals M^ine bessere--Anwendung von diesem Grundsätze gemachte worden.? welche-Handlungen können wir uns auf deriHyheunserer. Pfiicht.erhalten?:. Durch; welche. Handlungen?: Durch die UeLung unserer heiligen Religion und der^ r.heiligen Sprache-, /die ihr zum Organe dient. Ihr . kennet nicht, meine Freunde, die Herrlichkeiten dieses bescheidenen Gebetbuches . das Ihr in Händen. haltet und das., .nach meinem Dafürhalten, den schönsten Schriften .gleich nkommü!-! Man-beklagt: sich; oft über die-lange Dauer .des. Gottesdienstes. Owie. anders würde es sein, wenn ,man' diese, unvergleichliche Poesie zu lesen verstünde, dieses; göttliche Schriftwerk/ das. Euch entzückt und hinreißt. Wie sollten wir Israeliten übrigens .an der Herrlichkeit der.heiligen. Sprache zweifeln, -wenn der größte Gelehrte . Englands,, der berühmte William Jones,: gesagt.hat, daß -,die/Bibel,: abgesehen, - von, ihremgöttlichen Ursprünge, mehr/Beredtfamkeit-mehr Schönheiten; jeglicher Art.enthalte, ials.i matt in allen übrigen -Büchern zusammen finden könnte, ffei ,es in welchem Zeitalter, in welcher Sprache .sie .geschrieben seien"z. wenn Herder, eine der größten Berühmtheiten des gelehrten Deutschlands, sich also ausdrückt: -,Virgil,:Ovid und Claudian mit.Moses,.Jesajas und Davidvergleichen, heißt,den .Wassertropfen mit dem Meere verglichen, und ist: es nichts beschämend, sich auf dR Was- . sertropfen -zu beschränken/ wenn wir . vor uns den Ocean 'voll Größe.,und Majestät haben.?, .t. . ■ > Z e ituil g s o ach eicht e n. Preußen. ' u Oelö,-26..Oktober. Die feudale-Partei kann es Zimmer-noch;nicht lassen,: ihre bereits, längst verbrauch- .ten. Mittelchen;; in/Bewegung-zu setzem Die Meuz- *zeitung" i schreibti -von hier: /-Heute fand -Hierselbst ein . Kreistage/stätt^der von /deniKreisständen sehr zahlreich besucht war. /Die. beiden Israeliten,- ■ welche seit Abhaltung-des letzten' Kreistag es Rittergüter im Kreise erworbenhaben, waren, nicht erschienen. Am Schluffe des - Kreistages übergab, der Landschaftsdirector v. Rosenbergi-Lipinski dem -Landrathe/ eure' von 27 Mitgliedern raus lallen; drei Ständen Unterzeichnete, - dasbekannte Rescript des Ministers des Innern, nach welchem die jüdischen Rittergutsbesitzer auf dem Kreistage erscheinen dürfen, betreffende Rechtsverwahrung. Es war damit der Antrag verbunden, dieselbe dem Krcistagsprotokolle beizufügen und zur weitern Veranlassung an die Königl. Regierung gelangen zu lassen. Eine Diskussion darüber fand nicht statt, war auch von den Antragstellern nicht beabsichtigt. Daß diese Partei durch solche Vorgänge nur ihre gegenwärtige Ohnmacht documentirt, brauchen wir nicht hervorzuheben. ' Aus Oberfchlesien, im Oktober. (Privatmitth.) Die Juden Oberschlesiens : cöncentriren sich namentlich in den vier großen Gemeinden Gleiwitz, Ratibor, Beuchen- Oppeln, — von denen jede mehr als 1000 Seelen zählt. , Die Regsamkeit und Frische des Gemeindelebens in Gleiwitz hat sich vorzüglich in der Gründung der großen Gemeindeschule bewährt, die leider jetzt durch die Berufung des Herrn Dr. Freund nach Posen ihren Dirigenten verloren hat. Hoffen wir, daß die Gemeinde diesen Verlust schnell und genügend ersetzen wird.. In der Synagoge sind in cultueller Beziehung durch die ernsten Bemühungen des Herrn Rabbiner Dr. Hirschfeld sehr nachahmungswürdige Zustände herbeigeführt worden. .., Dasselbe können wir von Ratihor nicht sagen. Eine Gemeindeschule giebt es daselbst nicht und.die concesflonirte jüdische Elementarschule des/Herrn Lehrer: WachsmanNj concurrirt trotz--der anerkettnenswerthen Leistungen des Letzteren nur sehr mühsam mit der christlichen - Stadtschule.. Der Gottesdienst in, der Synagoge erinnert an die. obskursten Gemeinden der Provinz Posen. ..7-: Ein polnischer-jwleitet., einen Chor, der eben so wenig als sein.Leiter von. Musik irgend eine Ahnung hat.- Diese Melstande liegen.-jedoch wohl nur in dem ^Jndifferentismus der Gemeinde, da Herr Rabbiner Löwe in seinen trefflichen und inhaltreichen Predigten seinen zahlreichen Zuhörern:oft und ..warm eine würdigere Abhaltung, des Gottesdienstes empfiehlt. r - Aehnliches:. läßt sich von Beuchen melden. Eine , Gemeindeschule giebt es hier auch nicht, doch erfreut sich die Privatschule des Herrn Dr. Günsberg der lebhaftesten Theilnahme von Seiten der Gemeinde. — Der Gottesdienst steht mit dem in Ratibor auf ungefähr gleicher Stufe. - / > - ' " ' - ' l -

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