Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1860)
- Date
- 1860-11-20
- Page
- Seite 690 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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undHand orthodör, wenn er : die Schimpfereien eines Brü^ marbassas, : der sich züeinem Häuptling einer orthodören' Partei caufwerfen will, verurtheilt, -und der wahrhaft moderne Jude -wird dem.aufrichtigen Orthodoren gern' seine Achtung widmen, .ohne -darum -seinen Ideen-untreu zu worden.- Nicht darin besteht der wahre Eifer für seine Richtung'- daß man die Männer einer andern, wenn sie nur nicht' den geraden und rechten Weg verlassen, beschimpft und entehrt —hierdurch thut man dem großen Gunzen und seiner eigenen Richtung nur Schäden. Es ist. -leider .nun zu währ, daßgerade auf demreligiösen Gebiete, wo doch Gerechtigkeit - Billigkeit, l Liebe ) ohne welche: jede Religion nur ein -Phantom ist, Streit, Haß und Verfolgung am -heimischsten sind, und das Mark der Religion, in Schwamm und den Balsam der Religion in Gift.' verkehren.. Es ist Zeit, daß wir Juden hiervon uns befreien / und,-bei aller Energie, Duldung. Und Verträglichkeit-in schöner Weise bethätigen. Das, Institut, zur Förderung -er israelitischen . . Literatur. .Auch in diesem sechsten Jahre ist-das Institut auf der Höhe seiner Abonnentenzahl geblieben, und hat somit trotz dem fortgesetzten Wühlen seiner erbitterten Gegner abermals erwiesen,' dass wahrhafte und. tüchtige Leistungen von keinen Gehässigkeiien in der Anerkennung und Theilnahme des Publikums äbgeschwächt werden. Außer dem sechsten Bande des Geschichtswerkes von G rätz und dem zweiten Baude ,des Jahrbuchs, für Geschichte des Judensh ums und. der I uden, welcher viele höchst interessante Abhandlungen, bringt, wird den - Abonnenten eine, werthvolle Gabe belletristischen Inhalts, dadurch: geboten,' daß es :- uns gelungen ist, das Recht zu erwerben, von dem 1841 erschienenen, überaus. trefflichen Romane, des verstorbenen Dr. Frankolm: „Die Juden und die Kreuzfahrer unters Richard Löwenherz" (damals unter dem pseudonymen Titel : „Eugen Rißpart") eine neue Aussage: für unsere: Abonnenten zu machen, ein Werk der. besten Gattung ) . das über 32 Druckbogen umfaßt. Außer diesen Schriften, erhalten die Abonnenten den ersten Theil. der ,-Israelitischen Religionslehre von Do. Phi l.ip P so n " und einige kleinere: Pieeen. — Daß wir. uns sehr-erfreut fühlen, so .inder israelitischen Bibelanstalt, sowie M Institute zu. den gedeihlichsten. Erfolgen: dauernd zu f.MmeN:l Md; dem Verträum: des Publikums .fo -Meles: M vetbankm Vrastchenr.-'E'-Ätzh^ nicht' noch besöstders' Wochenschmi. ' ' Preu.ßess. — Oesterreich. —7 Italien. —.Asien. . — Frankreich. ... ■ Wir haben heute unsern Bericht? mit der Trauerbotschaft zu beginnen, - daß am 7/d. früh Morgens der erfte- Räbbinatsverweser der jüdischen- Gemeinde zu Berlin, Herr J.'rJ./O e ttiU g ev, in seinem 81 sten Lebensjahre M Alterschwäche gestorben. Selten hinterläßt ein Mann, der mehr als 30 Jahre eiuen so bedeutenden Posten bekleidet hat, so-viel Liebe und Achtung/--so gar 'keineWinde-und Gegner, wie der Verstorbene.' And bedenkt man, wie zerfahren und zerklüftet gerade in Berlin' die jüdisch religiösen- Zuständewaren und sind, so siiebt der bezeichnete- Umstand den BeweisMaß der Verewigte als Mensch von dem liebenswürdigsten und - edelmüthigsten Charakter gewesen stin: muß. Freilich hatte er das Glück/zu sirincipiellen Gegnern: den ge bald ete n Theil -dev'jüdischest Bevölkerung zu haben, der seiner talmudischen Gelehrsamkeit Achtung, feinem Wohlthätigkeitssinne, seinerUneigennützigkeit und Friedensliebe Verehrung schenkte/ und von ihm an Leistung und Verständniß der Zeit nicht mehr' verlangte, als' er eben seinem Wesen und Standpunkte -nach gewä hren konnte. Waren diese- Leistungennur sehr beschränkter Art, so verschuldete dies nicht der ehrwürdige Mannsondern wer ihn zum ersten Rabbiner der ersten preußischen Gemeinde gemacht hätte. Solche, doch nurprincipielle Gegner, zu Haben ,. will was Anderes sagen, als wenn pöbelhafte Fanatiker Einem gegenüberstehen! Mit Oettinger geht nicht blos ein alter Talmudist zu Grabe, sondern auch einer der noch wenigen übrigeti Repräsentanten jener ehrlichen und wahrhaft: religiösen:Orthodorie, welche ixt der Form uoch den Kern kannte, in der. Sutzung die innige/Heiligung./: und gerade darum "in .der Nichtübung einerForm noch?-kein Todesverbrechen sah, Ime die verknöcherte, nur: den Buchstaben achtende Neuvrthodorie, welche ihre innere Hohlheit, Unheiligkeit und Mcligiönslofigkeit entweder, durch schöne Phrasen sind: symbolische Deutung, oder durch Bannflüche und Verketzerung zu ver-- decken sucht. -7^. Wenn. aber der sel. Oettinger -weniger durch factische Leistungen -glänzte, so->war doch.gerade sein versöhnlich^:/ uneigennütziger,, von -Ehrgeiz -und Herrsch-? sucht:weit Mtferriter -unddarum wiMch Achtung^ gebie-