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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-11-20 · Heft 47 (20.11.1860) · p. Seite 689

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 47 (20.11.1860)
Date
1860-11-20
Page
Seite 689 (sequence 3)
Language
German
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689 Ergebnisse des,; letzten Jahrhunderts;; siesind Ausflüsse der großen MMLrung, welche die -ganze civilisirte: Menschheit, erfahrenin deren Durchkämpfen sie immer noch begriffen WWiemand hat sie gemacht, sie haben sich selbst gemacht; sie können aberdarum- - auch nicht „versöhnt" und ausgeglichen werden, sondern sie müssen sich nach ihrem' 'innernWesen durcharbeiten! bis sie in einechvffere Einheit wieder aufgehew werdeNd Wenn Judenheit und Judenthum aus; Ipen . Greifen ber Ghertis indas^.allgemeiMWelt - unh Culturleben; übergehen mußten 77wir sagen „mußten", penn nicht; die.Juden j allein, sondern die ganze moderne Gesellschaft konnte! die Ghettis. nicht mehr;, ertragen, - ,so muffte es. .sich, Mn selbst;ergeben, ^daß der-eine. Aheil der Judenheit dennoch strebte.und strebt,, aufdem alten Standpunkt zu-beharren,, und. von der- bis daher, gültigen Lebensweise, so. wenig wie möglich abzuweichen, . während der,andere Theil sich immer .mehr und mehr! dem; allgemeinen Leben chingab und. /sich immer weiter von » den alten-Sitten und;-Satzungen-, entferntes daß. einerseits^ims Judenthume das Streben-nach theore-, tischer 7 undpräktischer Fortbildung, , nach wissenschaftlicher Durcharbeitung entstand, während andererseits; hiergegen angekämpft, wurde, - um - das - Judentbum stabil 'in seiner ganzen bisherigen.Gestalt zu erhalten; eben so; versteht es sich, von-selbst, daß; zwischen.-Pen. Extremen dieser beiden Richtungen auch eine, dritte; erstehen mußte,, welche sich mehr, oder; weniger; von beiden entfernt zu halten, und eine gewisse Mitte, zu bewahren suchte. - Diese.drei Richtungen mit- -verschiedenen kleineren und/ größeren Nüancirungen bestehen im -Judenthume und. der Judenheit, sie zeigen sich überall im. Leben, in Synagoge, . .Schule und Wissenschaft, sie können weder. gelaugnet, / noch 'beseitigt werden, sie/dürfen und mögen sich nicht aufgeben, „und obdieser; oderjener Einzelne bald einen; Schritt-mehr rechts ,- bald, einen Schritt, mchr linksthut, ist für. das große Ganze. sehr: gleichgültig, da jene uothwendig .entstandenen r Richtungen, dadurch- -nicht-alterirt werden.; - r-Man /wirdn-fragen: Was üst pennuBmEär^ein- Unterschied zwischen Ri ch tung e n Und/ P aut es e n; > daß: die Existenz jener zugegeben, -dieser bestritten werde.?;-Einsehr großer^i-S0kilange-ft0dex!^wennr erst die--Richtungen, Äon der- Nöthwendigkeit -des iLebens; getragen, neben einander bestehen-ähren/Gedanken verfolgen, ihren Inhalt entwickeln, ihre. Aufgabe .lösen, a sich Institute schaffen und durch sie. wirksam find „"kann mansie durchausnicht! Parteien nennen/ Nw-wenn sie^-feindlich.'aufeinander stößen;! persönliche-Reppafentanten/ Bor- und Na-chkämpfer riusstelldn,' W, realen Lehen einen;-ausschließlichen Boden, eine erdrüchend.e „Herrschaft, erstreben- und.so, ihren Kampf, auch:!aus * Gehiete PerWirklichkeit, ausdehnen,, welchevon vorn her-' ein,--nichts, mit ihnenzu.; schaffen haben, wenn.sie einander als-.Gegner betrachten, Pie sich ihr .Dasein und ihre Berechtigung;bestreiten, die sich gegenseitig vernichten wollen, .denen es nicht mehrum den Gedanken, sondern auch! um hie -äußere Erscheinung, die Geltung und Macht, nach, außen zu thun.ist, die das Schwert der Leidenschaft zücken; und den Dogen.des Hasses spannen.— -dann sind sie; zn Parteien.geworden. : Sicheraber ist es,; paß, -wenn jene Richtungen! sn - ihrer; Verschiedenheit unausweichbare,! Ergebnisse des welthistorischen Lebenssind, Parteien -zwar sehr natürliche, aber nicht nothwendige Erscheinungen sind,; weshalb oft lange schon die Richtungen bestehen,; ehe sie zu Parteien werden, und oft noch länge leben, wenndie Parteien längst verschwunden,sind/ und.selbst zurZeit wüthenden Parteikampfesviele Personen -dio. Richtungen? verfolgen können, ohne sich den Parteien anzuschließen. Nun sehe man auf die wirklichen Zustände in Judenheit und, Judenthum hin, und man wird zngeben, >aß die, oben'gezeichneten Richtungen überall vorhanden sind, v)ährend sie zu Parteien und Parteikampf nur in kleinen Bruchth eilen- und an-einzelnen Localitäten Umschlagen. Um so weniger kann von einer Versöhnung-Ver Parteien. gesprochen werden, da, wie gesagt, jene Richtungen nicht versöhnt werden können, da jede.ihrem Ziele nachgehen muß und sich selbst nicht aufgeben kann, Parteien im großen-Ganzen aber, gar, nicht eristiren. Sondern was noch thut, - ist, dafür zu sorgen, daß jene Richtungen nicht zu Parteiungen werden,, und.wo solche sich bilden wollen, verhindert, und wo sie sich gebildet haben, beseitigt werdem;; Dies geschieht aber dadurch,-; daß man positiv in und zu; allen Institutionen, welche Allen - 'gemeinsam sind,' sich brüderlich die Hand reicht, nicht' dke Schärfedes einseitigen Gedankens, sondern das, gemeinsame ' Bedürfniß Aller im Auge hat, und der ferneren Entwickelung, uberweist; was sich nicht augenblicklich verwirklichen - läßt: -- Negativ aber muß man überall, wo Persönlichkeiten, -Gehässigkeiten, Verfolgungen und- Verleumdungen in größeren . und.kleineren Kreisen; - wo Hader und Zank/ Rohheit/und Gemeinheit /sich geltend machen wollen; energisch abwehrendund zurückweisend verfahren. Dies allein 'kann uns vor jenem Unwesen! bewahren/ nicht schöne Phrasen, r sentimentale/Redensarten,die-üm Mntz-enthalten. -Auch hierin/köNnen fichMänner der verschiedensten Richtungen begegnen/ Darum bletbi.Einer noch mit Herz 47*

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