Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1860)
- Date
- 1860-11-13
- Page
- Seite 682 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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-vermocht, •. haß vr nunmehr mitseinen Eleven den: ersten öffentlichen Versuch machen konnte. * Und daß dieser ein überaus gelungener war, ist das einstimmige Urtheil aller- Derer, die; dem Gottesdienste beigewohnt haben. Bei dem Fleiße und der Strebsamkeit des jungen Herrn Breslaur und bei der musikalischen Fertigkeit, die derselbe schon sich, erworben, laßt sich-erwarten, er werde einmal einen recht tüchtigen Chor-Dirigenten abgeben. Aber auch in der Rhetorik hat Herr Breslaur sich versucht,, und zwar ebenfalls nicht ohne Erfolge Sein am ersten Neujahrstage in der Synagoge . zu Cottbus gehaltener gottesdienstlicher Vortrag -h in welchem er „das Verhalten der Israeliten in staatlicher, bürgerlicher und religiöser Beziehung" zum Thema seiner Besprechung machte, — hat die; Zuhörermenge, zu der auch viele christliche Bewohner des Orts gehörten, wirklich erbaut. Herr Breslaur, obgleich noch Dilettant im Predigen, weiß doch schon durch die, Haltung / seines Körpers, durch die Bewegungen seiner Hände, durch die Züge seines Gesichts, durch richtige Hebung und Senkung des Tons rc. seinem Vortrage diejenige Unterstützung zu verleihen, die er eben durch diese äußerlichen Mittel erhalten soll, — eine Kunst (wenn wir es so nennen dürfen), die bei unfern meisten Rednern noch stark vermißt wird, da man in dieser Hinsicht entweder zu;. we ni g thun oder — was noch häufiger der Fall ist — das Maß überschreilen sieht. — . -, In der seit Ostern d. I. unter Leitung des Herrn Lehrer L. W eyl .stehenden israelitischen - Gemeindeschule zu . Frankfurt a. d. O. hat am 28. v. M. ein. öffentliches Eramen stattgefunden, übe^dessen Ergebniß der Revisor der Anstalt sich nach jeder Richtung hin höchst befriedigt aussprach. Ganz besonders betonte er es, daß das gute Resultat um so erfreulicher sein-müßte, als bei der ganzen Prüfung durchweg nur wirklich t ü ch t i g e Leistung, nirgends aber eine Spur von Dem, was bei solcher Gelegenheit nur allzuhäufig zu Tagetritt, nämlich von D r es für oder auch nur Vorb-ereitung wahrgenommen würden. Letztere war aber um-so weniger möglich, als die Lehrer von dem Statthaben einer öffentlichen Prüfung nur erst ganz kurz vor derselben die Kunde erhalten hatten.: Gegenstände der Prüfung waren: Religion,' biblische.Geschichte, Hebräisch, Deutsch, Rechnen, Geographie und Geschichte. - Ganz besonders verdient wohl hervorgehoben zu werden, düst die Mädchen das Hebräisch nicht blos geläufig, gelesen, sondern chuch/wiele Stückd aus dieser rSprache) ebenso geläufig übersetzt und gut: erklärt haben. - ■- '; In Landsberg a. d: so ll mit: Nach Mn eine neue mehrclasstge Religionsschule ins Leben gerufenwerden. -, In Schönließ ist ein Gemeindemitglied wegen: Störung des. öffentlichen Gottesdienstes zu ^einer Geldbuße voU:—wiemansagt — 150 Thlrm verurtheilt worden. Auß dem KreiseBeuthen. (SchleftZtg.) ssCin BekehriWrgsversuch..-) Großes Aufsehen erregte in Beuthen in letzter Woche folgendes Ereigniß. - Zwei Knaben im Alter von 14—15 Jahren, mosaischen Glaubens, der eine Maler-, der andere Buchhändlerkehrling/r wären plötzlich verschwunden^ und die' BestüMng der-Eltern und Lehrherren war nicht gering. Bald brachte man in Erfahrung, daß - der -auf ftiner Durchreift zm Zeit in Beüthen verweilende Missionär Jacohsohn mit diefttt Knaben viel verkehrthatte, undwurde dadurch' unwillkürlich an die Mortara -Angelegenheit erinnerte Eine nähere Untersuchung ergab/ daß I. die Knabenaufeigenem Wagen nach Tarnowitz -gebracht mnd mit Mtteln und Empfehlungen nach Berlin versehen hatte. Eine telegraphische Anftage bei der Berliner Polizeibehörde konnte -die Angehörigen der Knaben zwar noch nicht beruhigen, es wurde von dort aus versichert, die nöthigen Anstalten zum Empfange der Knaben zu treffen-und für ihre. Zurückbeförderung, in die Heimath zu -sorgen. Der Vater des einen: eilte , nach Tarnowitz,. erfuhr jedoch bald mittelst/ des-Telegraphen,- -daß/die Kinder, bereits-in Brieg angehalten -worden sseien. Von-da aus wurden, sie. auch den Eltem/^nespr Lehrherren wieder zurückgeführt. Der Missionär bezahlte' die hierdurch entstandenen- Kostenzum großen. Theil. - (Die Angelegenheit wird , uns in.ähnlicher: Weift in - einem Schreiben aus- Brieg gemeldet;- letzterem ist auch die Copie eines Briefes des Missionär J^anueinen Berliner, .Geistlichen beigefügt, in welchem -Letzterem die beiden jungen: Leute einpfohlen werden.! Da wir natürlich für Aechtheit dieses Schreibens, die wir übrigens nicht bezweifeln, nicht einstehen können, so müssen wir von der Mittheilung desselben abstehen; es enthält übrigens nichts, was zur weiteren Aufklärung der Sache von wesentlichem-Interesse; wäre. Redact. d. Schles. Ztg.) ' .Pleß, im October. (Privatmitth.) Am 14./SepteM^rr-v.,-.wMM>-süt..-der.ELMeihMg-:-.tt:.chiestgeü'