Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1860)
- Date
- 1860-10-30
- Page
- Seite 649 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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m dev Zeilen ^2iV. NL2. Hier findet sich das .von Herrn vw: Chro: vermißte w irkli ch in dem Manuskripte ,uund. .durch .eine> kleine Nachhülfe mit dem Messer habe! ich por Änvt. doch außerhalb der.Anfangslinie der Zeilen, also..nachträglich. beigefügt — noch entdeckt; die Buchstaben sind ganz deutlich zu lesen und können entschieden nicht etwa als.Reste von dem Worte betrachtet werden. — Endlich ist die Bemerkung des, Herrn. E., daß . ,/für G o t t .hier zwei Mal wie absichtlich. bsos srr. geschrieben sei", einfach dahin zu berichtigen, .dass Msere Handschrift deutlich nur die bekannte Zusammmzichung des dr .und. d in zeigt. 'hi Aftse Bemerkungen durften nicht zurückgehalten werden ,mmdie ^Berechtigung des Herrn E. zu seinem cibsprechenden. Nrtheile. über Zunz, über die Herausgeber des Machsor. und.über das Pergamen selbst, welches er der Königl. Gesellschaft. .der Wissenschaften als so bedeutsam .vyrgestM chat, in. das hellste Licht zu stellen. E. - .Frankfurt am Main, im Qctober. Vom ersten.bIschuM zweiten Tempel. Geschichte der israeljtischen, :C.ultusgemeinde in Wien (1820 r— 60) von G. Wolf. .-Wien ä8ßi. — Wir begrüßen das hier angezeigte-Werk mit rinenr freundlichen Willkommen, und erwarten mit Zuversicht, daß es nicht blos in Wien, sondern in, sehr pielen .Gemeinden Oesterreichs und anderer Lander lebhaften Anklang finden werde. u c Es. .enthält iällerdings nur die Geschichte einer sehr Atzen -Zeit jv.ov; kaum mehr als einem durchschnittlichen Menschenalter und einer anscheinend sehr begrenzten Bewegung, - die. gegenüber der gleichzeitigen Entwickelung der Menschheit chn Großen,, 'wie.einMom verschwindet. Aber wer die.Begriffe -klein und groß nicht nach den kurzsichtigen Micken in die Ausdehnung und nach den Maßen, die wir an. diese legen können, bestimmt, sondern vielmehr nach der Bedeutung der unscheinbarsten Keime für die..SBeft,;iit welcher sie wurzeln.und ihr Wesen entfalten, dem ist . schon in .der gegenseitigen Wirkung irdischer Dinge kein..Moment klein, noch viel weniger aus dem unsichtbaren .Gebiete geistiger Kräfte, die kaum einer fühlbaren. Anregung bedürfen, um alsbald gedeihlich emporzuhlühen. - - Mnen schönen Beleg hierzu giebt uns die Geschichte der israelitischen Cultusgemeinde zu Wien, welche, streng genommen, mit dqm Beginne, ihres Daseins auch zugleich eip.e.r,selbstbewußte Lebenskraft kund. gab, und solche wählend über Hauer e.ines so. .beschränkten Zeitraumes, trotz vielseitiger Hemmungen, entwickelte. Um sich von den Schwierigkeitenauf welche.die innere Durchbildung: der heute so überaus zahlreichen, angesehenen und rauch Won Seiten der höchsten Behörden geachteten Gemeinde-/stieß; welche in ihrem Beginne nur aus einer geringeul Anzahl Tolerirter, d. h. .Familien, denen nur-ein zeitweiliger , keineswegs. Heimathsberechtigung in -sich fassender Aufenthalt in Wien gestattet ist, bestand, sich nur eine schwache Vorstellung zu bilden, muß man sich mit Geduld ausrüsten, alle die Armseligkeiten eines .zähen Herkommens sowohl mittelalterlicher Polizeigesetze, als unzeitgemäßer Shnagogeneinrichtungen durchzulesen, welche hier mehr als irgendwo bei jedem Tritt und Schritt überwunden werden mußten. Wir wollen hier nicht -wiederholen, was aus unserer und aus Anderer ausführlichen Darstellungen der Geschichte der Israelitennachmendelssohu'scher Zeit zur Genüge bekannt ist, hier aber, so weit es Wien betrifft, mit sehr genauer Vereinzelung.zusammengetragen worden. Besonders vermeiden wir es gern, aus österreichische hRegierüngsangelegenheiten zurückzuweisen, welche endlich eine befriedigende Wendung genommen haben — — und lenken die Aufmerksamkeit der Leser auf den Fortgang -der Synagoge in l.iturg ische.r Beziehung (warum schreibt unser Buch, durchweg Li thurgie?), wc.il hier hauptsächlich die Wiener Gemeinde aineu anerkennenswerthen Vorsprung gewonnen und - auf andere Synagogen, namentlich früh schon aus Mswärtige, zuletzt quf P e st h, .nachhaltig eingewirkt hat. Herr Wolf hat sich ein. wahres Verdienst dadurch erworben, daß er einen geschichtlichen Faden durch das Labyrinths zieht, und. bei jedem Ruhe- und Anlehnungspunkt Aktenstücke einfltcht, mittelst welcher der Wanderer sich zurecht finden kann. Wir .müssen ihm. auch noch besonders mnsern Dank aussprechen für die Charakterzeichnungen, mit denen er ihn begleitet und .unterhält, und welche uns anschauliche Bilder aus dem Leben der vielen mitwirkenden Persönlichkeiten, wje auch von manchen Parteikämpfen und Anstalten vorführen. — Zwei Drittel des Buches beschäftigen sich mit den Grundlagen zu dem wahrhaft bewundernswürdigen Aufbau der Gemeinde und dessen Elementen, der Schilderung des ersten und des zweiten Tempels, so wie der Religionsschule, welche sehr viel Anziehendes darbietet. Das letzte Drittel beschreibt die große Zahl bemerkenswerther Stiftungen, welche im Lauft .der jüngern Zeit mit großer Opferbereitwilligkeit errichtet worden. Wir können nicht umhin, das Werk des Herrn Wolf,