Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1860)
- Date
- 1860-10-30
- Page
- Seite 648 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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wix nicht nur die meisten Prophetengeschichten im Koransonderu,auch viele Lehren und Gesetze jüdischer Herkunft sind:-- Viel geringer ist dagegen der Einfluß des Christenthums, auf den Koran. Eine genauere Untersuchung.über das.offenbar Jüdische und Christliche -indemselben wird zuder. Ueberzeugung führen , daß auch solche Hauptsätze, welche bei den alten Religionen gemeinschaftlich sind, wie die Grundlehre des Islams, dem Muhamed durch Juden mitgethcilt worden sind. Cs kann aber keinem Zweifel unterworfen sein, daß er die heiligcn Bücher der Juden und Christen nicht selbst gelesen hatte, sondern daß er blos durch mündliche Nachrichten mit ihnen bekannt geworden war. Daher gleichen die alttestamentlichen Erzählungen im Koran weit mehr den haggadischen Ausschmückungen als ihren Urbildern; die neutestamentlichen sind ganz legendenhaft und haben deshalb einige Achnlichkeii mit - den Berichten der apokryphischen Evangelien. Die einzige, ganz kurze Stelle, welche im Koran wörtlich aus dem „ alten Testament citirt wird, Sur 21, 105.: „Unh r, wir; haben. in den. Psalmen geschrieben, daß die Gerechten die Erde ererben sollen" (vgl. Psalm 37, 29.), muß Muhamed daher aus dem Munde eines Juden gehört haben. — Es .ist überhaupt sehr zweifelhaft, ob die Arahep).daMlß-. irgesidHino Bibel in ihrer Sprache besessen hahen^ denn auH^an eine jüdisch - arabische. . BibelüWsetzunMMin'.jener-. Zeit, nicht zu denken." -—- , Abermals erscheint in San Francisco in Californien eine jüdische Wochenschrift:. „Ihe pacific messenger.“ Es liegen uns mehrere Nummern vor, die aber nichts Erwähnenswerthes enthalten. Die vierte Seite ist immer deutsch: „Der Pacific-Vote." In den Vereinigten Staaten erscheinen demnach: der „Israelite“ in Cincinnati, der „Occiclent" in Philadelphia, der „flexvisfiMessenger“ in New-Uork, der „6orner 8tone“ in New-Orleans, der ,,Weekly Ojleaner“ und, der „Pacific Messenger“ in San Francisco, außerdem Einhorn's deutsche Monatsschrift der „Sinai" in Baltimore. , W o lfen büttel, im October. Noch ein Wort über das von dem Prof. Ewald beschriebene Bruchst ück einer hebr. Handschrift in Wolfenbüttel. An Pietät hat es innerhalb des Judenthums nie.gefehlt, und Pietät wollen wir den Männern bewahren, welche biblische Literatur und Geschichte, welche namentlich die heilige Sprache mit wissenschaftlichem Sinne gepflegt, und das empirisch von den Juden bewahrte Material gesichtet und. durch Vergleichung und Forschung, demselben eine würdige Stesse in der Sprach - und Afterthumskunde angewiesen haben: Was darin Mangelhaftes) Einseitiges, Vorurtheilsv olles sich findet, soll uns nicht-blind machen gegen die bedeutenden Verdienste ichristlicher ©e? lehrten, gegen Das, was insbesondere Ewald.auf?dem Gebiete der Grammatik und Kritik geleistet hat. . Aber gegen -blinde Autorität hat das? Judenthum sich eben so entschieden stets gewahrt , und so wenig wir es, billigem daß Ewald in seinen Schriften läugnet, -was er seinen Vorgängern verdankt, sy wenig werden, wir es duldendaß er sich zum Richter aufwirft über denjenigen Mannder ihm und uns eine, neue Wissenschaft erschlossen) hat, daß er jedes Stück der orientalischen Literatur? als die seiner alleinigen Herrschaft unterworfene Domäne in Anspruch nimmt. Hier weist ihn die eigene Schwäche.: schon beim ersten Versuche in die Schranken zurück,-und man kann es dein Herrn Dr. Caro in Leipzig -nur Dank wis-. sen, daß er in No. 40. der A. Z. d. I. diese-Schwäche aufgedeckt hat. Indessen bin ich in der Lage, einen , ergänzenden Nachtrag zu der erwähnten Kritik zu liefernderen Vergleichung hierbei erforderlich ist. :; Mir liegt nämlich das Pergamen selbst vor Augen, und meine Prüfung bestätigt vollständig das Urtheil des Herrn vr. Caro, sowohl was den geringen Werth - und die wahrscheinliche Bestimmung des Pergamens (Handgebrauch eines Vorsängers), als die oberflächliche, fast leichtfertige Beurtheilung von Seiten des Herrn Prof. Ewald betrifft. Letzterer hat. die wenigen Zeilennicht genau a b g e sch r i e b e n, ja n i ch t. ei n m al: g e n a u g e l ese n. Zuvörderst erscheint es mir unzweifelhaft, - daßdie Voc a l z e i ch e n spätevn Ursprungs flnd, als, die .übrige. Schrift; 'sie sind mit -blässerer Dinte-geschrieben -und nicht genau den Buchstaben angepaßt, stimmen aber in Farbe und Stellung vollkommen zu der. am Rande: v,on einem spätern Schreiber beigcfügten-Zeile. ' Außerdemist -Folgendes nachzutragen, resp. zu verbessern. - - - Vor dem Spruche cpin:? 'n Sina über welchem noch die untere Hälfte einiger Wörter-sichtbar ist, steht das Wort. 'HH. Daun fliest Herr- E. in dem fälschlich"? ."isy ^zur-MM? diren, während diese Lesart deutlich im Manuscripte zu erkennen ist. In . gleicher Weise hat Hie. Handschrift was jedoch als Jrrthum des Vocalschreibers Ar gelten kann. Wegen des Wortes ,gi.ebt sich Herr E. nutzlose Mühe, wo unverkennbar im Manuscript tr*] wi steht; nur ist der.untere Theil des iS; ein wenig verlöscht und ähnelt? dadurch, einem Noch auffallender offenbart sich -die Uebereilung in -der Abschrift