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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-10-30 · Heft 44 (30.10.1860) · p. Seite 650

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 44 (30.10.1860)
Date
1860-10-30
Page
Seite 650 (sequence 8)
Language
German
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650 welcher . seit Jahren dahin. strebt, durch gründliche' Forschungen : iin den Staatsarchiven die jüdische Geschichte nach allen.Richtungen hin zu beleuchten--und dessen einschlägige: Schriften, sich allgemeiner Anerkennung erfreuen, aufs: Angel eg entlichste zu emp fehlen, und. hegen die. Ueberzeugung, daß Jedermann aus demselben eine dankbare Befriedigung schöpfen werde. , . V- . % M. Jost, vr. Zeitungsnachrichten. : Die Schweiz. ' - Aus dem Aargau, im OctoLer. (Privatmitth.) Die.beiden Rabbinate unserer Gemeinden, Endingen und Lengnaü, sind nun, wie aus der Ausschreibung in No. 38. d. Bl. hervorgeht, in eins vereinigt. Dem zukünftigen Rabbiner dieser Gemeinden ist eine Besoldung zugewiesen, die seine Existenz sichert. Dazu hat auch die-Regierungohne irgend eine Anregung von unserer Seite 400 . Fr. aus der Staatskasse verwilligt. Mögen -sich nun tüchtige Männer melden, aus deren Mitten uns. ein Rabbiner zu Th eil wird, der Gottesfurcht/ -Bildung und Aufklärung zu fördern weiß. Er wird.sich nicht nur einen dauerndenBitz, sondern auch die, Achtung, und den:-Dank der Gemeinden, die Anerkennung .der Regierung erwerben/ ohne Anfechtungen und Cabalen . ausgesetzt zu sein. — Wenn wir fehnlichst hoffen,, dass der zukünftige - Rabbiner der Schweitzer-Israeliten .keiner extremen Richtung huldigen möchte, so müssen wir uns vor Allem vor jenen Hyperorthodoxen, wie sie . der in Mainz erscheinende „Israelit" sich idealisirt, zu verwahren suchen. Wo diese Terrain gewinnt,, dlüht nicht die ächte Mosesreligion, nicht Liebe, Friede, innige Anbetung Gottes in seinem Hause, sondern .Aberglaube, Haß und Wirrsal. Bei jedem Worte ein -und ein G. s. D., aber Gift und Galle, Haß und Verfolgung schnaubt jeder Satz. IM iVn. - Frankreich. Paris, 17. October. (Pariser Briefe I.) Wennich mir. erlaube, meine, vielleicht wenig interessanten Berichte aus Paris einem durch unfern alten unvergeßlichen Börne weltberühmt gewordenen Titel voranzuschicken, so geschieht es blos, um die Leser Ihres sehr geschätztenBlattes zu hintergehen/ünd dieselben zum Lesen dieser Briefe- -zuverleiten; es - ist' nun einmal eine Sucht, die zur Mdde geworden, - zuschreiben; ist man nun einmal -von dieser Sucht heimgesucht, so darf man keine Mittel scheuen/ es dahin zu bringen, auch gelesen zu werden.; Ich will nun erst die Tendenz meiner Briefe auseinandersetzen; ich will, trotzdem ich vermuthe, daß Sie einen stetigen Correspondenten hier Haben, die Tageschronik von hier geben, und überhaupt Alles, was' für und gegen das Judenthum auf journalistischem Wege hier geleistet wird, besprechen. Eine Einleitung über den Stand der Juden in Paris muß vorangehen-; ich Meine hier nicht etwa in politischer Hinsicht/"da Me Gleichstellung aller Confessionen in Frankreich' gdnau bekannt ist, sondern den geistigen Standpunkt derselben. Es wäre ein historischer Fehler, von französischen, englischen oder holländischen Juden rc. zu sprechen, 'da dies dann eine politische Nomenclatur wäre, man muß immer nur von den Juden in Frankreich ro.'sprechen. Die Juden gehören dem Staate an/ in dem' sie Rechte genießen, sind Unterthanendesselben und-haben Bürgerpflichten, dem Staate mit Gut und Blut incörporirt. zu sein. Die Synagoge bringt sie wieder -zusammen, eine Anzahl von 10 männlichen. Individuen machen eine Gottesgemeinde aus, ohne Unter^- schied der Nationalitäten, y-i^n brs ebenso wie der katholische Franzose einem deutschen katholischen Priester beichten bars; Staat und Religion haben nichts mit einander gemein. Doch nicht ohne Einfluss wären die verschiedenen Länder, in welchen die Judemsich aufhieltenauf ihren Synagogenritus und auf - ihre geistigen Produktionen. Diesem gemäß, können wir drei Originalclassen unter den Juden annehmen: Die eingeboren en arabischen, von diesen, noch am wenigsten nach der Gaonaaischen Zeit, und selbst von derselben, haben wir nur p e r i o d i sch e Kenntniß, die sp d - Nischen (Sephardim), welche nach Italien Und der europäischen Türkei ausgewandert; zu den spanischen gehörten auch die französischen (Larfashim); Und die deutschen (Aschkenasim), in Deutschland, Polen/ Ungarn und jetzt in Frankreich, wie wir wieder darauf zurückkommen w erd en, England und Amerika zu Hause. Alle' diese drei sind durch ihre Ritualien und Aussprache verschieden. Üeber die Verschiedenheiten dieser drei jüdischen Elasten will ich in einem meiner nächsten Briefe aus-' führlich sein, da ich nun an einen Tagesberichtckömme/

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