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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-10-30 · Heft 44 (30.10.1860) · p. Seite 646

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 44 (30.10.1860)
Date
1860-10-30
Page
Seite 646 (sequence 4)
Language
German
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646 rneirfeinigen - Fäcultät? war Spaltung: l zwei;' wollteüEe Ausschließung /^weil/' wennH diese. Äüch nicht' ausdrücklich in' den Universitätsstatuten ausgesprochen sei,'ilfte :dych.'ckm Geiste derselben, liege, zwei-'nichtI-^ Die 'philosophische Fäcultät 'geht' gründlichst -die Recesse'und. Statuten, durch und -'findet' .durchaus- .nichts 'in. ihnenf der'ZulassNutz-rentgegen. n Professor -Baumstark gab nochiw Bezug auf -sein Fach;.'5 Staats - und: Cämeralwiffenschäft > Win besonderes Votum/ - 'Er - sagt' darinIch - kann auch nicht umhinmich, nach' -'reiflicher * Ueberlegung der Gründe für und widerdie Emancipation der Juden in dieser Beziehung, dahin: auszusprechen,daß die Juden auch - zum akademischen Lehramte r in? den r Staats -? -und- Eameralwiffenschaften für zulässig erklärtwerden-möchten- und-ohne'Gefahr für' die-öffentliche Aufklärung und 'für: den' Staat -dürften -Dentt^die/Stäatsanstcht'wirdlwäch^ meinem ümnaßgeblichen Dafürhalten dadurch im Volke -und beiden Staatsbeamten ihren christlichen Und deutschen Charakter nicht verlieren, und - die Staatswissenschaft y die' Volkswirthschaft und das Gewerbe keinen jüdischen Charakter annehmen. 'Werden destructive Tendenzen auch' fernerhin nicht ganz verschwinden, sv kann-man die Juden derselben -weder allein noch vorzüglich! beschuldigen." — Der Rector Und Senat schloffen'-sich daher diesem günstigen Gutachten an. -Die Universität Greifswald hatte somit mit geringer Ausnahme einen bei Weitem Hellern Geist bewährt als die Berliner/' w ■ - (Schluß folgt.) ' " Die, Ne-e des. Prof. Dr. Köckh bei der Jubelfeier der Srriiner Universität,, In diesen Tagen feierte die Universität B erlin ihr SOjähriges Bestehen. Es war eine der glänzendsten Und bedeutsamsten Versammlungen,. Am zweiten Festtage hielt der Professor-der Beredsamkeit, Geh. Rath vr/ Böckh als zeitiger Rector, ein 76jähriger Greis, zu dessen Schülern auch wir uns mit' Stolz zählen, die Festrede/ Er hielt sie in der Nikolaikirche; er hielt sie von der Kanzel herabdie sonst janur Theologen betretend Es 'war 'eine' an Bau/ Ausbrücksweise ^und Inhalt gleich clässische Redewürdig des Lehrers des klassischen Alterthums." Dies aber wäre es 'nicht/ was zu einer Erwähnung sowohl des Festesals insonders Vieser Rede veranlassen könnte. - Die Rede' ist vielmehr" auch M Zeugniß - des religiösen, ja' des -acht religiösen, daß wir es-'mtr sagen/ 'des jüdisch-relMösen.Geistes. .-Der Theil deoRede, der das-jreligiöse Moment ibehandelt/weiß'/wichtsivön einer konfessionellen!Färbung; lobschon/ sie /gesprochen: wurde.üuf der^anzch einer bestimmten Konfession - -wird wiese uweder'benannt- - noch irgendwie: erwähnt — sondern bei Mer Würdigung -und Verherrlichung-des hellenischen Geistes, , baut-sich wie Rede aufl den Lehrsätzen''der mosaischen! Schrift allein? auf, -bekenntsie die 'Lehre von Gott, als dem: .einzigen Schöpfer des? Weltalls/' von der Gottesebenbildlichkeit der menschlichen Seeleweist alle Vermenschlichung Gottes weit von sich,, die dem Redner der'Inhalt des Heidenthums erscheint, sondern findet - alles Streben und- Ziel? des Menschen in der immer /größetw geistigen »Aehnlichkeit? mit Gott. Die Worte' Moschehs sind es," dieder Redner anführt rund aus! denener-seiüe Folgerungen zieht. - 'ünn -im, - ti'i Wir wollen die Worte Böckhis anführen: >' Es-scheint uns dies wichtig'nach vielen Seiten Hirn - DerMedner ist ein Greis, aberwon der seltensten Geistesfrischeein Greis, in welchem Weisheit mit Entschiedenheit, Mäßigung mit Energie- - Freiheit mit Ruhe, Kraft mit 'Zartheit -und .Geschmack »in' einem? bewunderungswürdigen. Grade sich mischen.' 'Ein solches Zeugniß leuchtet: vor Vielen: hervor. Der Redner ist ein Zögling des Alterthüms/ genährt vom Blüte desselben . das' macht sein Wort? dem modernen Heidenthum gegenüber vollwichtig. Er steht-auf einer christlichen Kanzel' — das stellt seine - Ueberzeugung - dem Pietisten zum Spiegelbild. (Stähl war auch" unter den Zuhörern.)'-^'?- ' Hören wir, was er sagt. ' y,Friedrich Wilhelm III., (der Stifter der Universität zü Berlin' sl 5. October 1810)) war ein gottseliger Fürst, und erachtete sich und seine Mitfürsten nach'urkundlichem Zeugniß als Stellvertreter und Werkzeuge der Vorsehung: Was' können Stellvertreter und Werkzeuge Gottes wirken wollen auf Erden? Die Errichtung des Reiches Gottes auf Erden, so weit es diesseits erreichbar ist; dies ist das Endziel auch der gesammten Menschheit, aller Gutender Höhen und Großen, der' Niederen und Geringen, wenn darunter auch nicht Alle sich'dasselbe denken/ - DieWissenschäst aber arbeitet nicht dem? Reiche Gottes entgegen; siebaut darin vielmehr mit undhat an demselben ihreü An theil - und in' ihm eine Stelle. Ich meine? die/lebendige Wissenschaft, dicht die todte/ - Was: ist: aber? die lebendige? Nicht-die, welche sich den Vortheilen des gemeinen Lebens anschmiegt, um diesen allein zu' dienen: wiewohl auch diese ihr nicht ftemd sind, aber nicht'als Ettdzweck, sondern' als Folge- und sie dient auch' damit der

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