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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-10-16 · Heft 42 (16.10.1860) · p. Seite 618

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 42 (16.10.1860)
Date
1860-10-16
Page
Seite 618 (sequence 4)
Language
German
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einiget Zeit siatifindende Fernebleiben des Pastor N: ö'ön dest Schülsitzungen einigermaßen - aüfgeklmt.^;;:? ' y.iUiNachträglich beschloß' der jüdische^Schüldorständ/ dem Pastot'N. auf seine Anzeige antwortlich diesen Beschluß Mitzütheilen/ - - ' ' - 1 ' " r.;y: ll - ' Uns kann''der Schritt des -Pastor-'>N." Mur förderlich fein, da wir ohnehin uns bemühen wollten - das unnatürliche Verhältniß 'des evangelischen Geistlichen zu unserer Schule zülyftn- undwären gesonnen, /selbst bis in' höchster - Instanz es? zur-Entscheidung zu bringen.' 'Der Pastor Ni hat nun selber värgethan , wie 'begründet -dieses unser-Beftreben isti: 1 Mögen alle Schritte unserer Feinde gleicht Resultate erzielen) wie dieser? 3m -Uebrig'en lassest wiruns weiter'nicht davon irtitiren. Es ist eben sö 'vergebene Mühe,' Unsere' eingesteischken Feinde durch Vernünst'gründe- 'zn bekehren , wie es , erfolglos ist, ihnen beweisen zu-wollen, daß ihre Hoffnung, die Zeit rückwärts schreiten-'zulassen^ unddie-Juden in die- Stellung, wie sie sie imMittelalter hatten/ zurückzüversetzen, keine Aussicht auf Erfolg habe. —-' Nachdem? die' Juden- Mstig-nW geairEet-' - dasWierMb auf die Höhe der Bildung und Intelligenz zu heben) stuf der es sich längst befindet; nachdem in allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft zu den hervorragendsten Größen Juden gehören; nachdem die Juden für des Vaterlands Rühm und Ehre muthig mit in den Kämpf gezogen, haben sie sich als ächte Kinder des Vaterlands bewährt. Weder Grafen, Ritternoch Pastorenkönnen das Uns streitig machen. . Auch der neuesten Zeit fthlt es nicht an Belegen/ Haben Oesterreichs Zullest/ vöck deüen über 12,000 der österreichischen Armee angehören , ihr sie' früher so' stiefmütterlich behandelndes Vaterland weüiger tapfer vertheidigen helfen, als - ihre christlichen Kampfgenossen es gethan? Unter den Tapfersten würde'so mancher Jude gezählt. -— Selbst unsere Neupreußen müssen den hiesigen Juden das Zeugniß geben, daß sie kein Opfer scheuen, ihren Kindern die möglichste Ausbildung geben zu lassen; daß viele unserer jüdischen Knaben auf Gymnasien geglänzt; daß mehrere unserer hiesigen jüdischen Jünglinge Preisfragen an den Universitäten gelöst; daß es jüdische Namen giebt, die unserm Orte entstammen, die in der gelehrten Welt bereits Klang Haben. So wie die Juden hier die Träger des industriellen und gewerblichen Verkehrs find, so geben sie meistens jeder geistigen Regsamkeit den Impuls. Unser Rabbiner Dr. Friedmann war es, der in den Nothjahren zum Besten der Armen Vorlesungen über deutsche Literatur gehalten, die sich eines ' außerordentlichen Anklangs erfreuten 'ünll Ün - dssentlichen - Blättern-'die ^rühmlichsten und - änerkenNenvsten Besprechung'eN - MdW Nebenbei'WarfenM einganz - äufehnliches Suuimchen all/ - wofür -den- Mrm'en ohne Unterschied'-der Cöüftssion-Lebensmittelgereicht dest' sind)fi Am Schillertageim v origm Jahre war es wieder unser -Rabbiner- 'der über Me§Äedeütüng-MM WöM Dichters/'undübet' dessen Einflußäüf' das' deutsche Volk eine öffentliche)''gediegene-' inhaltteiche Vörlesüng gehalten hat. Unsere geselligen Züsämmenkünfte^berühen äuf "soliden Vergnügungen und ganz chübfche, geselligste Tälenke schaffen geistige-Genüsse. ' -Von den hiesigen Aerztstst haben dem jüdischen Arzte'v^uMänkiewicz' feine' "langjährig gen Verdienste - den ' Sanitätsrath - Titel' eingetragen. -/ 'An bürgerlichen Tugenden überhaupt stehen die hiesigen -Juden Wahrlich ' ihren ' christlichen Mitbürgern nicht nach und dürften mit ihren - frömmer? oder ritterlichen' Widersachern in die Schranken -zu treten sich keineswegs scheuen- Däs ist'-es' -aber''eben/ -stas die Feindschaft ' gegen' Jüden-äng fächt. '' Während -man früher mitdem gebildetest Juden verkehrte und - ihn »zu sich heranzög '/ weil Ver Jüdenhäß Räum genug' fand bei dem' gedrücktest/ kriechenden/'seine Menschenwürde oft ' stntäüßernden Juden; seitdem aber eine freiere Gesetzgebung, eine aufgeklärte Zeit dergleichen 'Juden' immer seltener werden -läßt- -meidet man^geflissesttlich den' gebildeten, - ebenbürtigen) ''gleichberechÜ'gtllst, Juden) um nicht schamroth zu - werden bei der Ueberzeügüng) daß für den Judenhaß so gär kein "Grund ' vörhändest'ist?' 'Deshalb das tactlose) -intolerante-'Gebähten'im-öffentkicheü, deshalb die' Äernünftlose/ inhümäste Agitätiöwistr socialen Leben. Die Juden begrüßen das' als ein'' freudiges Zeichen; sie sehen darin nur das letztst AÜfflackörst der für immer verlöschenden Flamme einer finstern Zeit. - 'Wi? läft sen uns daher von wer uns üistgebenden Feindschaft nicht beirren und sind stolz' im Bewußtsein unserer - sittlichen Kraft und unseres' güten Rechts )v; für bas': det Geist ' der Zeit mächtig kämpft, wenstaüch mancher Glaubens Held oder mancher neupreußische Ritter den Much hat, eine Lanze dagegen brechest zw wollen. —? " ,; Das moderne Leben umschließt der Faetoren mannigfaltige, wie Thron und Administration/^Obtr-'und 'Unterhaus, Wahlkörper und das gesammte Volk, Stäatund Kirche, Presse und Literatur, Industrie und Börfi ~ und es ist nun wohl zu beachten,; daß^ k e i n e? dieser Fäctoren allein irgend Etwas, was dir Gesellschaft durchgreifend berührt, durchzusetzen vermag, aber' eberr so wenig' aüf vie Dauer Willerssänd leisten kann?-^Es ist dies 'rin-großer- Trost für Diejenigen^ welche' eine)- nicht bürch äüßetestlä-

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