Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 40 (2.10.1860)
- Date
- 1860-10-02
- Page
- Seite 589 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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589 ser .Verfasser mst;je^m, Haff und jenen schweren Vprurtheilen.,an. seine Forschungen gegangen ist? Nein, und zehnmal nein/ . Ein Mann, . aus der Höhr unserer Zeit stehend, haßt nicht ex principio., Ja noch mehr, die Juden haben das Christenthum niemals gehaßt, wohl abex . eine Christenheit, welche vom Christenthum nichts weiteralshen Namen trug, eine Christenheit, welche selbst christliches.Gesetz,und christliches Recht und.christliche Liebe mit Füßen trat.. Und indem Herr Zunz sich in jene finstere, Zeit,hersenkte,.nahmen seine Vorstellungen denselben Gedankengang, wie jene schmachgetränkten, getretenen und gehetzten Juden. Von V orurtheLlen ist Z. erfüllt? . Gott bewahret Von Nach urtheilen nur., Wer hätte nicht gehört,, daß-das strömende Menschenblut im Menschen das Thierische aus der-tiefsten Kammer wach rufe? Vorurtheile? Wo find die der Gehässigkeit wegen gefälschten Lhatsachen? Wo find die falschen Verdächtigungen, die Lügen,, die Z. .erfunden hätte, um Haß zu säen und Seinb^ seligkeit zu verbreiten? Versuche es doch einmal Herr E., nurv.einL/hinzigd Thatsache,, die Z. mittheilt, als eine Erfindung zubrandmarken! — Wie soll man denn Geschichte schreiben? - Jene fischblütige Weise, die weder Abscheu vor dem Ruchlosen, noch Theilnahme und Erhebung für das Edle und Große der Vergangenheit zeigt, ist Handwerkcrarbeit, dürre Nomenklatur, aber keine Geschichte. Ist die Weltgeschichte, das Weltgericht, so ist der. Geschichtsschreiber ein Richter in demselben, der nicht die Anwendung eines, todten geschriebenen Gesetzes aus vorgebrachte Rechtsfragen zu üben hat, sondern nach den Eingebungen der.Vernunft und des göttlichen Rechts, des ewig gleichen m allen Zeiten und Räumen, abwiegt und ermißt, und was wurmstichig befunden, der Menschheit zur Warnung..in-feinet: ganzen. Häßlichkeit .und Widerlichkeit Vorhalt und,, brandmarkt. hat keine Vorurtheile gegen die Christenheit/- und keinen Haß gegen das Christenthum, er giebt der Wahrheit die Ehre. Seine Werke sind das große Sühn- und Freudenopfer Israels, daß jener Haß, der so blutrothe Blätter in das Buch der Weltgeschichte geschrieben hat, versthwünden und vernichtet iff Wahrlich, dem dereinstigen Geschichtsschreiber, derfich das 19te Jahrhundert zümWörwürfstellett'wird, steht ein günstigeres Geschick, bevor;- man wird ihm nicht Haß und Vorurtheile zuwälzen- , weil er nicht-von Tortur und Austreibungen und Scheiterhaufen und; gallenbitterer Bedrückung zu reden Haben wird.' Herr E. hebt hervor, daß die Schätzung der Dichtung besonders undenkbar sei bei solch eingenommenem Herzen.. Wenn man aber diese Dichtung genau.betrachtetso ist, sie ein ewig langer, schwerer Seufzer aus der Brust des jüdischen Genius über das untergegangene Menschenrecht, Klage, Verzweiflung, Trauer, übermenschliche Ergebung und hoffnungslose Resignation über ein Schicksal, für welches; die Weltgeschichte kein Analogon hat. Wer will nun,diese Dichtung schätzen, ohne.herzuzahlen, woraus jene Empfindungen entsprungen find? Wer will diese Thränen sammeln, ohne ihren- Quell zu finden? Und wem entstürzen nicht selber Thranen, wenn er jene Ströme fließen sieht?. Ich wäre wirkliche begierig, eine Geschichte dieser Zeiten im Sinne., des Herrn E. zu lesen, denn die jüngst erschienene Geschichte der Juden in Spanien von einem spanischen Geistlichen nimmt wenigstens für — die Inquisition Partei. ' Uebrigens ist, ja Hetw E. gar nicht der Mann , - der Geschichte ohne Sym-.und Antipathien schriebe, wir Juden wissen ja vortrefflich, auf wessen Seiten die Antipathien dieses Geschichtsschreibers stehen. rj j Im weitern Verfolg theilt nun Herr E,, die gesammte Dichtung in drei verschiedene Kunstarten, welche sich nach drei großen Zeitaltern der nachbiblischen Zeit von einander scheiden. Die erste Gattung umfaßt die Lieder, welche sich in Art und. Kunst an . die alterthümlichen und acht hebräischen Lieder des A. T. am nächsten anschließen; von diesen nimmt Herr E. an, daß sie um die Zeit der Zerstörung Jerusalems, entstanden, sein mögen: wir wissen es genau. , , , . Zur zweiten, Art werden diejenigen Lieder gerechnetderen, Eigenthümlichkeit in der Anwendung des Reims und der meist alphabetischen Anordnung der Zeilenanfänge gefunden wird.- Die dritte Art der Dichtung ist durch die Einflüsse des Islam geworden, indem man dem Hebräischen eine unnatürliche Prosodie aufzwängte. Nun;zu dem Wolfenbüttler Pergamen.; Herr E. hat keine Ahnung von dem alltäglichen Handgebrauch unseM Gebetstücke, darum hört er ,-das GraS wachsen. Aus der einen Seite-stehen oben hie Worte: *»•». ,.^Tna 0728?« Herr. E. meint, das -gehöre zu der sog. n>sri NN273 „dem Abenddienst". Ein Blick in das Gebetbuch hätte-ihn belehrt, daß es zur 2^-» - nbssn gehört, und daß dieses der Abenddienst ist, und jenes hex Vesperdienst. .. Dann folgt in kleinerer Schrift N2nrr bis - . Herr E, liest bn und hält die Farbe der Rede von Jeremias 14, 21. abgeleitet: indeß heißt es dort ^'«-,2 ^,sy < V»: und die Annahme - einer Anä- 40*