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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-08-14 · Heft 33 (14.8.1860) · p. Seite 487

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 33 (14.8.1860)
Date
1860-08-14
Page
Seite 487 (sequence 7)
Language
German
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Männern mit Harmoniumbegleitung gesungen.- Beim Begum des zweiten Verses hob man die Gesetzrollen aus, hielt einen Umzug und setzte sie mit der letzten Strophe des Liedes wieder ein. Hierauf folgte das „Uwnucho: jomar" des Vorsängers, dann die Predigt. Herr Dr. Cracauer entfaltete darin den ganzen Reichthum, dessen eine jüdische Rede fähig fein kann. Er stattete sie aus mit den Perlen schöner Vergleiche, mit dem Golde / einer glänzenden Diktion, mit den tiefsinnigsten Aussprüchen unsrer Weisen. Man sah,- daß ihm alle Schätze des hebräischen Wissens zu Gebote standen. Die Rede war ein Meisterwerk in Bezug auf Form und Inhalt und brachte bei allen Anwesenden die ' mächtigste Wirkung hervor. Die christlichen Anwesenden bekamen eine ganz neue Anschauung vom Juden thume.. Der größte Theil von ihnen hatte die Ceremonien der jüdischen Religion als das Wesentlichste derselben und als nichtssagend betrachtet; Herr Dr. Cracauer benahm ihnen diesen Jrrthum-, er vergeistigte viele derselben und. zeigte ihren Liefern Sinn. Das Lied No. 36. Ihres Gesangbuches beschloß die Feier. Die erhebende Wirkung derselben auf alle Anwesenden war durchaus nicht zu verkennen, und sie hat viel dazu beigetragen, Juden und Jüdenthum in den Augen Andersgläubiger zu heben. — Nächst Gott haben wir diese Erfolge unserm höchst strebsamen Vorstande zu verdanken, der nicht müde wird, für das Wohl unsrer kleinen Gemeinde zu sorgen, und der mir bald Gelegenheit geben wird, von einigen neuen segensreichen Einrichtungen in unsrer Gemeinde Bericht zu erstatten. .. Ew. Hochwürden wissen, wie literarische Producte jüdischer Schriftsteller von mancher Seite geflissentlich nicht beachtet, und wie deren Verbreitung verhindert wirdf Um so erfreulicher ist die Bemerkung, daß sich Ihr Werk: „Ueber die Resultate in der Weltgeschichte" durch alle Schichten der Bevölkerung Bahn bricht und sich allgemein der Anerkennung zu erfreuen hat, auf die es durch die darin ausgesprochenen neuen Gedanken und durch die geistreichen Zusammenstellungen im höchsten Grade Anspruch machen kann. — Der Oberbürgermeister Römelt Hierselbst hatte die Anzeige des stellte sich jedoch heraus, daß keine Altisten da wären. Sollten Gemeinden von diesen dreistimmigen, leicht aus-' führbaren Gesängen Gebrauch machen wollen, so steht ihnen die Bearbeitung unentgeltlich zu Diensten. E. B. I Werkesgelesen und ließ es sich kommen, da er, wie; er mir später sagte, über den Gegenstand, welchen sich; das Buch zum Vorwurf gemachtselbst viel nachge-! dacht habe. Er bat mich um nähere Auskunft über; den Verfasser und um Ihre Adresse, da er die Absicht ' habe, an Sie zu schreiben, um Ihnen - seine ganze Genugthuung über dies vorzügliche Werk zu erken- - nen zu geben. Vorläufig bat er mich, Sie unbekann-! ter Weise von ihm in Hochachtung und Ergebenheit zu grüßen.! Schließlich noch die Bemerkung, daß-der praktische! Arzt Dr. Krifteller in Berlin-sich zumPrivatdocenten der dortigen Universität gemeldet-hat und nach bestan-; beitem Eramen als solcher bestätigt worden ist. > Emil Breslauu - Seehausen, im Juli. (Privatmitth.) Seit vielen . Jahren hielt die Gemeinde zu Seehausen den Gottesdienst in einem gemietheten Locale ab. Vor etwa zwei Jahren aber erwachte das Bedürfniß nach einem eigenen Gotteshause, und wurde ein Platz sofort, gekauft,- der Bau jedoch einige Zeit aufgeschoben. . In diesem Jahre sollte der Bau beginnen, Plan und Zeichnung ließen dasselbe theuer kommen. Obgleich die Gemeinde nur dem kleinsten Theile nach reich ist, so .steuerten doch Alle -mit der größten Bereitwilligkeit und nach Kräften. Namentlich verdient der Kaufmann Herr P. Bendir, der sich der heiligen Sache eistig annahm, genannt zu werden; durch Worte wußte er die Gemeinde für den Bau und durch die That zur Unterstützung für denselben zu gewinnen. Mit edler Uneigennützigkeit übernahm er selbst den Bau und opfertihmseineZeit.; Der Umsicht des hochherzigen Unternehmers alleimverdanken wir es, daß unser Gotteshaus so prächtig werden wird. Binnen kurzer Zeit dürfte der Bau beendet: sein, und werden wir das schönste Fest, welches -uns hier etwas Neues ist, feiern. v Berlin, 21. Juli. Wenn die Preußische. Zeitung heute Abend' berichtigend bemerkt, daß früher schon Juden im Consulatsdienste -angestellt worden,- fo. widerlegt sie doch die Behauptung nicht, auf welche allein es hier ankommt, die nämlich, daß bisher noch.kein Jude General-Consul geworden, zu welcher Stelle Herr! „Alphonse de Rothschild." in Paris jetzt, berufen wor- - den ist. Die Anstellung von Juden als Consuln oder. Vice-Consuln ist nirgends bestritten worden. . >

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