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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-08-14 · Heft 33 (14.8.1860) · p. Seite 488

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 33 (14.8.1860)
Date
1860-08-14
Page
Seite 488 (sequence 8)
Language
German
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L88 Oesterreichischer Kaiserstaat. -Krakau, im Juli, lEingesandt.) In: dem in No. 20; Ihres geschätzten Blattes mitgeth eilten Berichte über die Grundsteinlegung eines Tempels der die Civilisation anstrebenden Israeliten Krakaus findet stch ein etwas dunkel geschriebener Passus, der zu einem sehrunliebsamen Mißverständnis Anlaß geben kann, und dessen Berichtigung daher eine heilige Pflicht ist. Es heißt nämlich in demselben: „Denn diese kleine polnische (?) Gemeinde -hat vor -der großen polnischen Gemeinde in Krakau re. Eines voraus: eine zahlreiche Schuljugend." Warum Referent diese kleine allgemein deutsch benannte Gemeinde als eine polnische bezeichnet,-trotzdem daß fie bei ihrer ganzen Manipulation, den von derselben ausgehenden Aufforderungen und Aufrufen. wie in den in ihrem Bethause zeitweilig gehaltenen Vorträgen nur die deutsche Zunge gebraucht, will uns wohl nicht einleuchten, möchten aber um dieses/ obwohl usurpirte, jedoch unschuldige Epitheton nicht streiten; wenn aber dieser Satz sagen will, daß die große polnisch-jüdische Gemeinde ihre Kinder nicht in die Schulen schickt, so muß dieses als eine falsch e Verleumdung zurückgewiesen werden, denn die Krakauer sich polnisch-jüdisch kleidenden und die jüdischen Observanzen streng beobachtenden Juden liefern wahrlich ein entsprechendes Contingent für die Hauptschule, Gymnasten und Universität, und sind daher eben so gut berechtigt, auf eine zahlreiche Schuljugend, stolz zu sein. Schreiber dieses — der, nebenbei gesagt, auch das Glück hat,m einen kurzen Rock und Pantalons zu tragen — hält sich wie an Vieles, auch an den Spruch unserer Weisen: rpd hs rirr -p will daher gern glauben,'daß Ref. durchaus nicht die böswillige Absicht hatte, sich unfern Feinden anzuschließen und auf unsere polnisch-jüdischen Brüder unwa hre Beschuldigungen zu wälzen, daß er vielmehr, wie man zu sagen pflegt, fich verschrieben hat, und erlaubt sich daher denselben aufzufordern, diesen seinen, gelind gesagt, se h r zweideutigen Satz ■ zur Steuer der Wahrheit öffentlich zu berichtigen; wir unsererseitssind bereit, das von uns - Behauptete nöthigenfalls behördlich zu constatiren. - Wien, 24. Juli. Die Regierung hat jetzt für Ungarn ein Institut ins Leben gerufen, welches nur noch in zwei deutschen Staaten, aber auch dort durch Beiträge : der Juden besteht, nämlich eine jüdische Lehrerbildungsanstalt. Das desfallsige Rescript des Unterrichtsministeriums ist an die Pesth-Ofener Statthalterei ' gerichtet,. und bestehlt die Errichtung einer solchen An- - statt in Verbindung mir der kaiserl. israelitischen Müsterhauptschule in Pesth. Die Kosten der Anstalt sollen aus dem ungarischen Schulfonds bestritten werden und eS - sind zur Anschaffung uöthiger Requisiten alsbald 300 Fl. E.-M. von dem gedachten Ministerium bewillgt worden. Frankreich. Mühlhausen, im Juli. (Privatmitth.) Der Vorstand der israelitischen Schule der Künste und Gewerbe'; zu Mühlhausen hat seinen Bericht über das. Jahr 1859, - das siebzehnte seines Bestandes, veröffentlicht, indem es die erfreulichsten Resultate mitzutheilen hat. Ihre Einnahmen.-beliefen sich mit ihrensämmtlichen Fonds auf circa.30,000 Frcs., demnach um 26,000 Frcs. mehr, als das vorhergehende Jahr; die Ausgaben vermehrten sich, trotzdem die Zahl ihrer Zöglinge von 24 auf 34 stieg, nur um circa 300 Frcs., indem sie 9600 Frcs. betrugen. Hierdurch konnte der eiserne Fonds um' ,6000 Frcs. vermehrt werden. Zwei neue Einrichtungen zeichneten das Jahr aus. .Man hat auch Schüler zu, halben Zahlungen, nämlich 250 Frcs. das Jahr angenommen, um so die Wohlthaten der Schule außer den nichtzahlenden Zöglingen, deren die große Mehrzahl, und den zahlenden auf weniger begüterte auszudehnen. Ferner hat der Vorstand, um die entlassenen Zöglinge, die nach dreijähriger Lehrzeit in die. Welt hinaustreten, nicht ohne Rath und Unterstützung zu lassen, Männer in den bedeutendsten Fabrik- und Arbeitsstädten Frankreichs und der Schweiz ersucht, Patrone ihrer entlassenen Zöglinge, sobald sie nach diesen Städten kommen, zu werden. Die Anerkennung der Schule Sei-, tens des Publikums, und der Behörden ist.daher immerfort im Wachsen begriffen. So hat die Stadt Mühlhausen ihre jährliche Unterstützung von ICK) Frcs. auf 500 Frcs. erhöht; die Stadt Colmar von 1860 an eine Unterstützung von jährlich 200 FrcS.. verheißen und die Gemeinden des Departem. Oberrheins 1430 Frcs. jährliche Unterstützung übernommen. - Auch unsererseits begleiten die besten Wünsche dieses segensreich wirkende Institut. .

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