Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1860)
- Date
- 1860-08-07
- Page
- Seite 472 (sequence 6)
- Language
- German
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vergleiche nur Me Zustände^ ^er^Schuley. f|n. Maaten, wo Das Schulwesen/ausschließlich-in-den Händen der Gemeinden liegt, mit denenwo/ Me.Wenttalbehörde es leitet. Uebrigms ist in . Baden,, wo auch das Religionsschulwesen sich der Leittmg Mer Dberschulbehörde erfreut und . auch, in öffentlichen den . Gemeinden ein gebührender Einfluß zusteht, der Unterschied ganz unerheblich. : 2). Rückstchtlich des von Gegnern öffentlicher Schulen erhobenen Einwurfs, daß in. diesen, Schulen der Religionsunterricht eine Beschränkung erlitteso kann wohl zugegeben werden, daß in manchen Religip'nsschulen mehr Zeitfür den Religionsunterricht verwendet wird, aber gewiß ist, und Prüfungsprotokolle Seitens der Rabbiner und Bescheide Großherzoglichen Oberraths bestätigen es,: daß in. wohlorganistrten Elementarschulen in ungleich weniger Stunden dasselbe und oft mehr geleistet; wich, indemi nicht nur ein Unterrichtsgegenstand dem andern Vorschub leistet,- sondern weil der Lehrer auch nach. der; Befähigung der Schüler in den Religionsfächern den Elassenunterricht ertheilen kann, während er sich in Religionsschulen ganz nach der christlichen Volksschule zu richten hat. - . Allein selbst wenn Elementarschulen extensiv im Religionsünterricht gegen bloße Religionsschulen zurückblieben, dürfte dies in die Wagschale geworfen werden gegen die nachtheiligen Folgen für den religiösen Sinn selbst? Oder sollte man keine Gefahr; für die Reinheit der religiösen Erkenntnis darin erblicken, Denn den jüdischen Kindern eine; in christlichem Sinne,, nach christlicher Anschauung verfaßte biblische ^Geschichteals Lesebuch dargereicht wird, wenn sie jeden Tag genöthigt sind, christliche, oft pietistische Lehren anzuhören,-selbst wenn sie. von Anwohnung des eigentlichen Religionsunterrichts dispensirt werden, da selbst.der weltliKe-Unterricht in christlichen Volksschulen eine eonfesfionelse Färbung trägtI Während Seitens der Orthodoxie -den Erwachsenen in Dingen der Religion Absonderung von Christen oder größtmöglichste-Vorsicht im. Umgang mit denselben empfohlen, ja vor Lesen, von streng orthodoxer Richtung abweichender Schriften jüdischer AuLorengewarnt. Wird, so trägt mankein Bedenken, zarte Kinder, die noch nicht zwischen wahr und: falsch unterscheiden können-und gegen das Wist - pietistischer - Einflüsterungen noch nicht; gewappnet sind,/ in-christliche SchW len zu stecken, wo oft. verdammende Urtheile über-den? israelitischen Glauben - und D.qs. israelstische Volk -fallen- und, wo; die armen Kinder oft den - größten . Verlegenheiten-und Neckereien.ausgesetzt sind.;; i.'mM;-?>• 3) Aber auch für eine: Annäherung in bürgerlicher Hinsichtwird ..durch Besuch christlicher Volksschulen Seitens jüdischerMnder wenig: erzielt; ja-;.es darf behaupte^ werden,-daHvdurch jüdischeMementarschulen ein edleresVerhältniß gebildet wird, da ulsdann jüdische und christliche Schulen 'in -gleichem- Berhältniß undwürdiger Selbstständigkeit weben einander stehen, durch den christlichen Geistlichen: ein B.and, um beide geschlungen wird, und da. Pie -jüdische Schule durch Betheiligung bürgerlicher Beamtenbei Prüfungen nach Außen an Achtung: gewinnt, ohne daß im. Wndesten<die Religion gefährdet wird, die unter , der Aufsicht der Rabbiner bleibt. Möge vorstehender Aufsatz dazu beitragen, dem darin beregten wichtigen Thema die gebührende Aufmerksamkeit Seitens der Gemeinden als zuständigen Behörden zuzuwenden, damit die' Umwandlung sämmtlicher Religionsschulen in Elementarschulen nach und nach ins Werk gesetzt werde. Es dürfte dies nicht so schwer zu bewerkstelligen sein. In größern und - bemitteltern Gemeinden, wo noch feine Elementarschulen bestehen, könnten solche mit geringem Mehraufwand constituirt,/ in kleinern und unbemitteltem -dagegen könnten angehende Schulcandidaten im Range und mit der Besoldung eines Schulverwalters angestellt werden. Hamburg- Mitte Juli... (Privatmitth.) Wir hatten neulich in -unserer Bürgerschaft eine komische,: aber zugleich charakteristische Scene, die wohl der Austeichnung werth ist. ..Es war: bei - der Debatte über die letzten, im versöhnlichen Geiste abgefaßten Verfaffungs - Vorschläge uns eres .Senats. Zufällig hatten einige jüdische Redner nach einander deren ' Annahme empfohlen, als ein Abgeordneter von der Linken seinen gegen: die Annahme gerichteten: Vortrag .mit den Mortem begann: Ich weiß nicht, weshalb: über diese Vorschläge ,so viel Freude ist-in Israel. Hier ward erder; gewiß nicht an den erwähnten UmstandLgedachtuhatte-, durch ein beispielloses allgemcines/fGeMter/Mterbrochen.,- das sich noch -verstärkteals Der 'gerade-Vorsitzende Vicepräsident die MgeschMchkeit beginge M sagen: -Meine Herren,- ich bin überzeugt, dass der -geehrte Redner keine Anzüglichkeit beabsichtigt haü^-/,Uebrigens nähernsich ' unsere Verfassungswirren -einem, frohen Abschluß,-, indem - eigentlich - nur noch ein einziger Punkt .von- Be-