Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1860)
- Date
- 1860-07-31
- Page
- Seite 456 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3224737-3226202-3226234--18760-3247741- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
: ■!. Es-Versteht sich -Von sselbst, daß Mtdiese- Erörterung nicht) nur jener ' am Eingang . dieses-Artikels-7 erwähnten Phrase willen unternommen haben, die wir als -unbedeutend -auf sich beruhen.-lassen- 'ckonniesi^'.Mer^virr einiger Zeit tauchtedieseFrage' in mehreren Ländern wieder auf, und -das Verlangen nach' einer Consistorialverfassung sprach fich-sehr-lebhaft aus. - - Wir -selbst chatten vor anderthalb Jahrzchendeneine- -günstige Ansicht darüber, die sich aber bei - näherer:- Prüfung undgrößerer Erfahrung gänzlich wieder zerstreut hat. Jenes Verlangen ist sehr erklärlich. Alle-Diejenigen, : welche - die. Zerfahrenheit der israelitischen Gemeinde,in Cultussachen bedauern, alle Diejenigen, welche bei der Verschiedenheit sder Meinungen gern eine bestimmte, entscheidende Autorität herbeiwünschen- und endlich alle Gemeindebediensteten, welche - die Sicherstellung ihrer Verhältnisse vermittelst, eines ConfistoriumS erwarten, hegen jenes Verlangen. Wir erwähnen nichts daß eine ertreme Partei; wenn sie durch die Richtung einer Staatsregierung eine Bürgschaft zu haben glaubt, daß - das zu i creirende Konsistorium aus ihrer - Mitte hervorgehen werde) auf dasselbe dringt, wie wir es in Preußen vor einiger Zeit erlebt haben. .Denn, solch - ein Vorgang muß , jenes Verlangen sehr abkühlen. Die Schwierigkeit einer Consistortalverfaffung! unddamit auch das ganze Urtheil über dieselbe -liegt in den Grenzen ihrer Gewalt oder Gerechtsame.- Soll'dieselbe blos discretionar sein wie in Frankreichwo daher der ganze große und für den Staat kostspielige:-hierarchische Apparat nur in Lappalien-zu verfügen , -in wesentlichen-Fragen garkeine Entscheidung -zu treffen hat, so ist sie völlig unnütz. Vor einiger Zeit berief der- Großrabbiner des Centralconsiftvriums sämmtliche Großrabbinen Nach Paris, um über Cultus - und. Schulangelegenheiten. sich zu berathen. -Ihre. Beschlüsse, haben nicht - einmal in ihren Localgemeinden den geringsten Einstuß, geübd. Sollaber das Consistorium mit gewissen Gewalten, versehen sein, sollen seine Beschlüsse, -von der Staatsregierung adoptirt, Gesetzeskraft besitzen und die Dawiderhandelnden mit Strafe belegt werdenkönnen, so ist die Cultus- und Gewissensfreiheit in großer Gefahr. Nur inseltenen Fallen wird der Geist der Mäßigkeit und Billigkeit obherrschend bleiben; gerade zur Zeit'heftigen Parteikampfs wirddas Consistorium irgend einer Partei, anheimfallen,. und von der andern desto mehr angefeindet werden; richtet es - seinen Blick auf die Zukunft und will dieselbe-: durch weitergreifende Maßnahmen sichern, sofindet esden lebhaftesten Widerstandbei Allen,-welche.dem Schlendrian huldigen und sich von der hergebrachten Linie nichtentfernen - wollen. . Man . hat es daher .in .anderen Religionsparteien Zimmer -erfahren-, daß in ruhigen. Zeiten, -wo-'dieGemeinden in ihren alten Wegen.. einher» wand.elten-,r-düS<CHnststörium'ckberflüfsig'Mnd-'-.fstr Individuen: drückend war; sobald aber: sich bedeutsame.Fragen erhoben, es-der Entwickelung unddem' freien'Austrag des Kampfeshinderlich, ja der Lösung. feindlich:.und den religiösen und-. kirchlichen) Wirrenförderlich gewesen,^ so daß eS zuletzt über Bord-geworfen,'- oder'wenigstens -gewünscht wurde. -Sollen diese bitteren Erfahrungen Anderer unsnicht zur Warnung; dienen?.' -r-^Auch: dürfen wir uns nicht verhehlen) dass indem durch -Consistorialverfassung die - Autonomie) der),Gemeindeni äußerst: verringert wird, auch das: Gemeindeleben zu Null herabsinkt, das! Gemeindelebendiese bedeutsamste Grundlage des religiösen Lebens. : Werden Vorstände und Repräsentanten zu bloßen Maschinen, habendie Gemeindemitglieder in nichts mehr milzureden, so verliert-ssch" das Interesse immer mehr zum großen Nachtheilel des: religiösen Lebens und seiner Institute: selbst. - . ^.' 5 : 77!! Wir brauchennicht' hinzuzufügen; daß das alte In-' denthum solche Jnftitutionerr gav nicht kanntedaß7cs seit dem Erlöschen des Patriarchats und:-dem Verschwinden der Vorrechte der palästinensischen Schulen keine eigentlich kirchlichen Behörden in ihm gab, daß jede Gemeinde und- "ihr Rabbinak -unabhängig -von^ anderen war und die Autorität sich lediglich durch das. Vertrauen' auf die Gelehrsamkeit:,- den Scharfsinn - und die- Frömmigkeit gründete) . Das Judenthüm < hat diese ihm fremde Institution bis jetzt eigentlich noch nicht-angenommen-:)sondern sich nur gefallen lassen- .wo es nicht anders konnte. Es gilt also die Sache. noch genauer: prüfen,i.ehe; man der Herrschsucht oder Bequemlichkeit nachgiebt. i;, r Die israelitische Albet-Anstatt.; Eine Beilage zur Monatsschrift. „Ben Chananjah^ enthält Folgendes: 7. - „Offenes Sendschreiben) an Sr- Wohlehrwürdem, den Herrn vr. L u d wi g P h ilipp so n .. in - -- 7- .; Magdeburg. 7 - Ew- Wohlehrwürden.';71-7.7 7 Trotz des. Protestes, welchen die von Ihnen.beabsichtigte wohlfeile: Bibelausgabevon Seiten--mancher Rabbinen in dem gebildeten Westen--hervorries-) giebtesden-