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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-06-26 · Heft 26 (26.6.1860) · p. Seite 393

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 26 (26.6.1860)
Date
1860-06-26
Page
Seite 393 (sequence 11)
Language
German
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m rabbinische: Zudenthum - huldigt -7nach . dem Principe, „daß die Thora auf Derlei Weise erklärt.werden könne"- — der freien Forschung; bloö in einem-für die Praris bestimmt en Handb uche darf nichts^ gelehrt werden, was der recipirten Halacha widerspricht. B. B. Aus dem Lippe'schen, im Mai. (Privatmitth.) Wenn sich! als eine. Seltenheit aus diesem Ländchen auf einmal ein Lebenszeichen in dieser allseitig verbreiteten Zeitung kund giebt, ' so geschieht es lediglich in der Absicht, um in den, stagnirenden Sumpf der Zustände den Wind und. Geist des Lebens (tn-»n rn'n) hineintteibend,, auf die wunden Stellen hinzudeuten, woran die Judenheit im Allgemeinen und die hierländische insbesondere leidet, und gleich .einem wohlmeinenden und beherzten^Arzte, je nach den Umständen, entweder, den lindernden Balsam oder das schmerzende Messer und den Aetzstein zur radikalen Heilung anzuwenden. Ungefähr 45. Minuten von dem Residenzstädtchen Detmold erhebt sich in südwestlicher Richtung ein Bergrücken, auf dessen Gipfel seit beinahe zwei Decennien ein kolossales Postament steht, das sein ehr- und ruhmwürdiges Denkmal, den heldenmütigen Cheruskerfürsten, den Befreier' Deutschlands vom schmählichen Römerjoche, immer noch' ,erwartet. Bei dem Anblicke dieses Fundaments in einer Entfernung von etwa 4 Stunden von demselben fällt mir jedesmal unwillkürlich diese Parallele ein: Die beglückenden Zustände Deutschlands sind zwar in fortwährender und Hoffnungsreicher Entwickelung begriffen, sind aber bis jetzt im Grunde Nicht weiter als bis zur Höhe des Postaments gelangt, noch einen Hermann erwartend, der demselben die° zierende Krone einer vollständigen Emancipation von den Fesseln geistiger Einschränkungen und Hemmungen aufsetze. An diesen allgemeinen Vergleich reiht sich für den Israeliten noch dir besondere, zunächst liegende--Frage an: - Wie sieht es denn in diesem Lande, wo das auf seine Vollendung noch harrende Symbol deutscher Freiheit hoch auf dem Berge prangt, und das ganze Ländfalls ist die gegenwärtige Generation trotz der bielgerühmten „Wissen sch astlichkeit" bedeutend rückwärts gegangen, wenn man über solche Dinge nur noch ein Wort verlieren muß, die so-klär wie die Sonne sind:' - Die Wed a et/ i chm wie Jupiterwon seinem ^Olymp aus, beherrschtmit. der äußern undinnertt Freiheit der ea. 1100 in demselben, wohnenden Juden aus? . Die Antwort auf diese Frage ist in Betreff der äußern oder bürgerlichen Freiheit wie in - den meisten andem Staaten Deutschlands. Die bürgerlichen Schranken sind gefallen; allein bis zu einer vollkommenen staatsbürgerlichen Emancipation ist es ungeachtet des edlen - Willens und Strebens unsers erleuchteten Fürsten, die wie anderswo an dem blinden Vorurtheile gewisser Parteien in der Ständeversammlung gescheitert, noch nicht gediehen.- Um nun mit Beibehaltung obiger - Vergleichung zu reden, so ist der Piedestal zu einer vollständigen Emancipation der hierländischen Judenheit ebenfalls fertig, dieser hofft aber immer noch auf seinen befreienden Helden. (768t toiit comme chez nous. 5 Was nun aber die innere, religiöse Freiheit angeht, so hört obige Parallele in ihrer Anwendung, leider gänzlich auf; denn erstere hat noch gar kein Fundament, und in dieser Beziehung herrscht hier wie überall in Deutschland dieselbe Physiognomie vor, eine Zerfahrenheit und Zerrissenheit in Israel die leider wenig Aussicht und Hoffnung auf eine, baldige herrliche Zukunft darbietet. Los extremes se touchent. Zwei Ertreme, die sich diametral entgegenstehen, die Hyperorthodoric auf der einen Seite, die. alles überkommene Alte convulflvisch festhält, und die vornehm thuende Jgnorirung und Ignoranz zugleich auf. der anderen Seite., die.-schon nach uralter Meise mit dem Propheten (Jes. 2, 6v) zu reden: a^aa alles Anti-Jüdische wie ein Idol eifrig und freudig begrüßt, sind die tief einfressenden Krebsschäden am und im religiösen Leben des Judenthums. Ein Zustand, der zwischen diesen beiden Ertremen so ziemlich die Mitte hält,, ein von Geist und Gefühl.zugleich getragenes Judenthum, muß unter diesem wüsten Wust als eine wohlthuende und erquickende Oase erscheinen.. Solche freundliche, Herz und Geist zugleich labende Erscheinungen giebt es zwar in diesem Ländchen auch wohl noch, aber freilich NN2W72N — Dem schroffen Hervortreten dieser beiden Gegensätze liegen indessen nach meinem Dafürhalten hier mehr denn anderswo noch zwei secundare Ursachen zu Grunde:. Die erste Ursache wurzelt.in dem seit Anno 1848 erst provisorisch und dann seit beinahe zwei Jahren 2b**

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