Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1860)
- Date
- 1860-06-26
- Page
- Seite 392 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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bedeutende^Summe zur Vertheilung aus, Ändbestimmte ausdrücklich, daß d ie - Juden in gleicher Weift mit den Christen theilen sollen." - - - Dresden/ im. Juni. (Privatmitth.):Von hiesiger Gemeinde war. schon lange - nichts für Ihr Blatt zu berichten, - da nichts von Belang vorfieU Acht hat der hiesige Mendekssohm-Verein (der am 10. September 1829 zur.' Säeülarseier Mendelssohns gestiftet ward und den Zweck hat--Künste, Wissenschaften und Handwerke beii der -Mischen-Jugend zu verbreiten) einen empfindlichen: Verlust durch das Ableben eines seiner Vorsteher und Mitstifter, des-Banquiers Philipp E l im e y.er'erlittem der, auch - in diesem Blatte Erwähnung verdient. -Der Verewigte: gehörte zu" Denjenigen welche mit Kraft und Eifer für die Cultur und den: Fortschritt. in Israel zu. wirken strebten; er war Kenner und Freund: der jüd'jschm Literatur und sein Einfluß hatte namentlich in früherer Zeit, wo' er als Mitglied , eines damals hier bestehenden „israelitischen Religionsausschusses-und sodann als interimistischer Gemeindevorsteher fungirte, manche Verbesserungen im Gemeinde- und Synagogenwesen hervorgerufen. Der Oberrabbiner vr. Landau hielt bei seiner Bestattung, der sich fast die ganze Gemeinde anschloß, eine seine anerkennenswerthen Eigenschaften würdigende Rede. — In einer neuerlichen Sitzung des hiesigen israelitischen Gemeinderaths wurde der Oberrabbinerermächtigt, eine mehrere sachgemäße Aenderungen im Rituale enthaltend^ Agende zu bearbeiten und dem Gemeinderathe sodann zur Genehmigung vorzulegen. Der Beschluß erfolgte einstimmig und erklärten auch die conftrvativsten Mitglieder, daß manche Verbesserungen erforderlich seien. Es versteht sich von selbst,"daß die Schranke der Gesetzlichkeit nicht überschritten' werden wird. Weder die starre Orthodoxie noch das sogenannte Reformjudenthum haben in hiesiger Gemeinde irgend Boden gewonnen. — Zu des ehrwürdigen Rapoports 70jährigem Geburtstage ging auch von hiesiger Gemeinde eine vom Oberrabb. vr. Landau in hebräischer Sprache verfaßte und von sämmtlichen Gemeinderüthsmitgliedern Unterzeichnete Adresse in Prachtschrift ab. Außerdem haben von hier aus auch der-Gemeindevorsteher vr. B. Beer und der eben hier anwesende vr. Zu nz aus Berlin entsprechende Gratulationsfchreiben an den wüwigen Jubilar gerichtet. — s. Der Bibelstreit darf/Sie weder kümmern noch befremden. Es ist dies der Kampf der Stagnation gegen den Fortschritt, der nun ^einmal^auf allen Gebieten ausgekämpft werden muß. - Nur sollten keine PersöMchkeiten in den Streit eingemischt werden.' Wahrlich, wüßte man' auch in Ihrer Ueberfttzung l oder Ihrem Commentar gar nichts aufzuspüren, was man für Fehler ausschreien möchte, man würde von gewisser Seite doch opponiren: 'Machte. manA Mos es Men - d ek^soh n zum Vorwurf,! daß er Msbeswd „ Altar" übersetzte, das Man von' ol lador (nicht rein)- herleitete'; ferner war man ungehalten)^daß - M. „Gott" in hebr. Lettern mit zwei^v (Qv^)- -schrieb, welches gegen die Einheit Gottes verstoße vu dgll' m G He Sett^ schrift „der Sammler" 7. Bd. Jahrg. 1796 Heft 3. S.' 218. ff.).- ' Ein großer Theil 'Derjenigen, die Ihr Bibelwerb verketzern wollen, lacht jetztselbst' über diese Dinge und ft werden einst deren eigene- Enkel wieder lachen über die Ausstellungen, die man jetzt gegen Ihre Ueberfttzung machte — Was den Jhnenm. W gemachten Vorwurf betrifft, daß; Sie in Ihrem ** CoMmentar ein rabbinisches Verbot (Kochen des Geflügels ln Milch) so hinstellen, als gelte es der Tradition als Mosaisches, so könnten Sie 'sich auf den groß en Commentator R a s ch i beziehen, der es ein Mal auf ähnliche Weist zu machen scheint, wie schon Rachmonides bemerkt. Aus Raschi zu Mos. 25, 9. scheint nämlich hervorzugehenals sei das Verbot, wenn Neujahr auf einen Sabbath fällt, mit dem Schofer zu blasen,'der Bibel entnommen, und doch ist jenes Verbot bekanntlich nach der n'ecitirten Annahme der Gemara und der Poskim: nur ein' rabbinisches! Der Versuch Elia Misrachisj Raschis Interpretation zu erläutern, dürste kaum haltbar sein. *) —; Das *) Wir hassen die Anführung Raschi's Seitens unsres geehrten-Corresp. hier gern zu, können aber nicht zugeben, daß sic auf unfern Fall irgend änzuwenden sei, da nichts als ein Würzburger Falsum/ ein Achtes 'JtsmtenstÜÄchen, das diese Partei zu fabriciren so trefflich versteht) vorliegt. Unter „Tradition" .versteht man .eben-ft .wohl Midrasch als Halacha, eben ft wohl, was als ein mosaisches, als was.für ein rabbinisches Ge- oder Perbot'.ausgegeben wird, ein mosaisches nämlich, ohnedaß es in der Thora selbst ausgesprochen ist — es lag nun gar nicht - in ilnftrm Zwecke, in unferm Commentar m solche Details 'einzugehen, um diese Distinetion, was innerhalb der Tradition von dieser als mosaisch oder rabbinisch bezeichnet wird, zu verfolgen, wir hätten diese Distinetion dann auch einer genauer» Kritik unterziehen müssen — — —. wenn, wir also „Tradition" sagen,' ft kann nur ein Falsator uns unterstellen, wir hätten jene Distinetion übersehen.'^Jeden-