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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-05-15 · Heft 20 (15.5.1860) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 20 (15.5.1860)
Date
1860-05-15
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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die Volkssprache verständlich zu machen (Megila 25). Wenn demnach die „Fackel der Wahrheit" es dem auf der Höhe der Zeit stehenden, so allgemein verbreiteten uud belLHtenHhilippson'schen Bibelwerke zum Vorwurfe maD, dass es mcht ansteht, an den heiligen Männern der heiligen Schrift einzelne Schwächen zu rügen, so hat sie dadurch kein schwaches Licht auf ihre eigene Schwäche und Blöße gegeben. Auch der, geseichte Dredigep MaNnhchmer in Wien, welcher hdstder Kanzel herab Abraham darob tadelte, daß er gesprochen: „Ich dachte es wäre keine Furcht Gottes hier im Lande," hat diesen Tadel nicht widerrufen. „Ich möchte sagen,'" rief M., „es ist der einzige Zug, den ich aus dem schönen und heiligen Leben dieses eben so ehrwürdigen als verehrten Patriarchen wegwünschen möchte, so nicht eben dieses Zeichen der Menschlichkeit an ihm uns für die vielen gottähnlichen Tugenden, die er im Leben bewiesen hat, um so empfänglicher machen müßte." (Gottesd. Vorträge, Wien 1835.) . Freilich be-, merkt auch wieder die Hagada: '131 n&i«# Äsrk- Aber die „Fackel der Wahrheit" wird doch nicht wie die verzehrende Fackel eines Sebastian Bruner sich an jede Agada krampfhaft klammern wollen. Die spätere Agada hat aber auch die Freiheit und Ungebundenheit, welche auf diesem Gebiete herrscht , dazu benutzt, um diesen Ausspruch von der totalen Makellosigkeit Rubens re. zu deuten und-mit dem natürlichen Schriftstnne ln Einklang zu bringen. So z. B. sagt Jsak Arama, im Sinne der oben allegirten Halacha Maim. Sora 3, 2: „In diesem Augenblicke waren sie so von Leidenschaft gefangen und berauscht, daß sie nicht' Rüben, nicht David rc. waren." — Als ich S. 10 dieses Schristchens las, daß Sie gegen die Gcmara und die Codices find, da nach Liesen das Kochest des Geflügels in Milch nicht ein mosaisches)' sondern ein rabbinisches Verbot ist,' nach Ihnen aber die Traditisn auch mit Milch in Verbindung zu bringest verbietet, da fiel mir unwillkürlich folgende omistöft Affaire in dir ersten Secunde bei, um ein Analögon zu Ihrem vermein t l i ch e n Irrthum zu erhalten. Ist Frankfurt a. M. hatte sich einst eine fliegende Henne in einen Topf voll siedender Butter verirrt und diese Irrfahrt mit dem Leben gebüßt. Nun entstand die Frage , ob man Beides, die Henne und die Butter, genießen dürfe; der Rabbiner verwehrte nicht nur den Genuß, sondern auch das Verkaufen, Verschenkest die nrrvn, wie es vorgeschrieben^ Der Frankfurter RübAner' hatte geirrtda Geflügel mit Milch nicht biblisch. *) Verfiel etwa auch der Magdeburger Rabbiner in diesen Jrrthum? Nicht im Entferntesten. Die *) Chatam Sofer JVD. 94. Philippson'fche Bibel sagt ja, die Traditionchabe das Verbot auf alles Fleisch übertragen, muß man denn der im! Würzburger ^Mste flammenden Fackel erst erklären, was ' TrÄditiM heißst^ Die Philippson'sche Bibel beruft sich ja im Commentar eben auf die Stellen im THmud und S chu lch an Aru ch, welche ihr die Fackel vorhält und vorwirst.' Ueberhaupt hätten sich die.Herren, welche dem Fehdehandschuhs histgew'orfen, m'pdE dieNhische^LVeE?in Bewegung und Aufregung versetzen wollten, nicht außer Acht lassen sollen, daß es nur einen R. Kahna gab, der mit Bedauern sprach, daß er an das iviLs asm anpra V6* so ganz und gar vergessen konnte. Wo giebt es eine Uebersetzung von der Alerandrinischen bis zur Philippson'schen, welche der Tradition vollkonunen Rechnung getragen? Frankel bemüht sich, in der Septuaginta halachische Elemente nachzuweisen, aber eben nur Elemente sind eS, die er nichts weniger — der gelehrte Herr F. stellte es nicht in Abrede -4 JA eDeist)mMveist. Nun, zur Zeit der Lagiden war die Halacha vielleicht noch nicht Gemeingut, vielleicht noch in ihren Anfängen. Der jüdische Proselyt Aquila übersetzte den hebräischen Tert buchstäblich treu in's Griechische, häufig auch frei und dem griechischen Sprachgebrauch angemessen, sie war den Tanaiten nach der Zerstörung d. T^ in Vet Mitte des 2. Jahrhunderts die beliebteste, so daß sie sich spätem selbst bei Kaiser Iüstinian die Erlaubstiß ausbateü / dieselbe stakt der Septuaginta in ben Systägögen gebrauchen'zu dürsest) Onkelos hält sich in feinet Pätaphrase genast an die'-hebräischen Worte) und weicht nur daöön ab , wenn dasOrigittal ist' Wortest über Bildern dünkek ist, öder vVn Gott anthtöjW pathisch redet'. Der Tradition ist er' ist destNvtmgfiest fällest gerechte 'Gesttzt^Ättch Dnkelös Wat ein SchüMGäMalirtl^ zu ' welcher Zeit die Halacha ' ftwöhl^ etals 'isttenfib' riut' schwach war, wie köMmt es, daß Onkelos det Kraditiöst wider in fölcheN Fällen übersetzt, weW 'sich auf LWLemjwk-- leben beziehest und schon 1n-'destMMnst'!MiW'EdeW Das Vorlesen' der wichtigsten'Stellest stns beM-DeMronöttt' nachjedem siebenten Jahrein Gegenwart der jubischerrBw. völkerung sastd'stm ersten HaWieMg^VeS''SMstif^HLtt. So wird Ende Sota das Deut: 31, 10 erklärt. Gleichwohl':paraphrasirt Oükekos' Wer wird Ostkelos darüber verketzern wollest wer hat jeMalß in das jüdische Lager zu rufest gewägt: Petbännet diese chM däische Ueberfetzung aus eüern Schulest und Häusern? Ist' es noch stöthig, der Uekerfetznngsweffe des drittel und vierten Thärgums zu erwähnen , die strit poetischest Lttest^ tragen?; Daffelbo foll auch vöst allen syrischest- ' atabischest^' persischen und'deutschest döst JUdett ang^sttttgten'ÄkSersehW'

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